Home / Themen / Krieg & Militarismus / Antikriegsproteste / SchülerInnenstreik in Kassel

SchülerInnenstreik in Kassel

Print Friendly, PDF & Email

Weit über 10.000 SchülerInnen streiken in Kassel gegen den Krieg, „besetzen“ Rathaus und begeistern Kasselaner!

von Nico Weimann, Kassel
 
Die Kasseler Antikriegskomitees, die Teil der bundesweiten Kampagne „Jugend gegen den Krieg“ sind organisierten die Größte Demonstration, die es in Kassel seit dem Golfkrieg 1991 gegeben hatte.
Der Schülerstreik war geprägt von einer enormen Eigendynamik. Vor dem zentralen Treffpunkt am Rathaus sind schon 4 Demozüge von SchülerInnen lautstark durch Kassel gezogen um eine Schule nach der anderen abzuholen.
Die SchülerInnen zweier Kasseler Schulen trafen vor einer Realschule vor verschlossene Türen, als die dortigen SchülerInnen zum Streiken aufgefordert wurden. Die streikenden SchülerInnen skandierten „Freiheit für die politischen Gefangenen“, oder auch Anspielungen auf den Stalinismus mit Sprechchören wie „Die Mauer muss weg!“ und „Auf die Straße“ rufen.
Den gesamten morgen trafen Demozüge und einzelne Schulen und SchülerInnen am kasseler Rathausplatz ein. Mit Sprechören äußerten sie ihren Protest gegen den für Öl Profite geführten Krieg, sie skandierten „Hoch die internationale Solidarität!“, „Kein Blut für Öl!“, „W. – Fuck You“, „Schülerstreik, Schülerstreik…“ oder „Brecht die Macht der Banken und Konzerne“.
An den Fahnenmasten vor dem Rathaus wurden zwei „Kein Blut für Öl! Schilder hochgezogen und einige SchülerInnen „besetzten“ dass Rathaus. Sie standen an Balkonen und Fenstern, skandierten AntiKriegsparolen und applaudierten den RednerInnen.
Der Demonstrationszug durch die Kasseler Innenstadt wurde von BauarbeiterInnen, LKW fahrern und Passanten durch Applaus, Hupkonzerte und Zurufe unterstützt.
Die Abschlusskundgebung war geprägt von der Überwältigung der TeilnehmerInnen, dass es so ein riesiger Schülerstreik war.
An einzelnen Schulen kam es schon zu konkreten Androhungen von Disziplinarmaßnahmen. Jugend gegen den Krieg Kassel plant dagegen Aktionen zu machen.
Die SAV in Kassel bereitete massiv den Streik mit vor, sie war es auch, die die Initiative für die Gründung von AKKs ergriffen hatte. Drei SAV Mitglieder redeten. SAV Trageschilder waren sofort vergriffen.
Alles in Allem ein lauter, entschlossener und kämpferischer Vormittag.