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SchülerInnenstreik in Köln

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Mit einer überwältigend lauten und lebendigen Demonstration zeigten Kölns Schülerinnen und Schüler ihren Protest gegen den Krieg.
 
Mindestens 10.000 Streikende kamen zur Kundgebung am Heumarkt, viele Tausend nahmen an dem mehrstündigen Demonstrationszug durch die Innenstadt teil. Die´Kundgebung war von „Jugend gegen Krieg“ mit Unterstützung der Asta der Fachhochschule und der SAV organisiert worden.
Es kamen sowohl SchülerInnen von Schulen, an denen seit Wochen Gruppen von „Jugend gegen Krieg“ aktiv sind als auch von Schulen, die erst am heutigen Morgen von der Demonstration erfuhren. Sie waren durch nichts zu stoppen. Einige Schulleiter waren sich nicht zu schade, die Schulen abzuschließen oder Verbote auszusprechen, aber alle, die zur Kundgebung wollten, fanden ihren Weg. Einige Schulen waren mit Sternmärschen zum Kundgebungsort gekommen, aber auch sämtliche U-Bahnen waren voller streikender SchülerInnen.
Viele hatten selbst gemalte Transparente dabei. „Krieg ist Terror“, „Fuck you, George Bush“ und auch ein Transparent mit den Unterschriften der Abi-Prüflinge die nicht kommen konnten, aber der Aktion alles Gute wünschen. Zum Rufen von Parolen mussten die SchülerInnen nicht animiert werden, das hatten sie offensichtlich schon auf dem Marsch zur Kundgebung geübt.
Die Redetribüne wurde von Dutzenden SchülerInnen belagert, die alle Reden halten oder Parolen über die Lautsprecher-Anlage rufen wollten. Am Ende konnte nicht jede/r reden, sonst hätte die Kundgebung bis zum Abend gedauert.
RednerInnen von „Jugend gegen Krieg“ wiesen darauf hin, dass die Bundesregierung zwar sage, sie sei gegen den Krieg aber den US-Streitkräften die Nutzung der Basen in der Bundesrepublik erlaube und mit AWACS-Fliegern und Patriot-Raketen zum Krieg beitrage.
Unter riesigem Beifall forderte Pablo von „Jugend gegen Krieg“, dass sich die Gewerkschaften und ArbeitnehmerInnen in Deutschland den SchülerInnen sowie den Arbeitern im italienischen Hafen Livorno und dem australischen Fremantle anschließen und in den Streik treten sollten.
Daran knüpfte auch Maternus Burauen, Sekretär der IG BAU an. Er meinte, die ArbeitnehmerInnen könnten sich ein Stück von den Kölner SchülerInnen abschneiden. Auch er sprach sich für Arbeitsniederlegungen gegen den Krieg aus.
Bei Zwischenkundgebungen vor den Parteibüros von SPD und Grünen wurde mehrfach auf deren heuchlerische Politik hingewiesen und deutlich gemacht, dass wir uns nur auf uns selbst und die arbeitenden Menschen im Kampf gegen den Krieg verlassen können, nicht auf die Regierung Schröder-Fischer.
„Jugend gegen Krieg“ appellierte an die SchülerInnen, auch nach der Demo aktiv zu bleiben, die nächsten Aktionen mitzuorganisieren und am Samstag zur regionalen Großdemo und am 29. März zur Massen-Blockade an der US-Airbase Frankfurt/Main zu kommen.