97 Jahre – ein langes, bewegtes Leben, in dem sie vieles durchstehen musste und sich doch nie hat unterkriegen lassen. Als Arbeiterin, Antifaschistin und sozialistische Aktivistin hat sie Spuren hinterlassen und unzählige Menschen bewegt. Politisch ist sie nie gealtert, sie ist ihren Überzeugungen immer treu geblieben. Für ihre Ansichten von Gerechtigkeit und einer klassenlosen Gesellschaft hat sie lange Jahre zusammen mit anderen in der damaligen SPD gekämpft, als diese an der Basis noch eine Arbeiter*innenpartei war. Ihr politischer Weg führte sie von der SPD zur SAV und zur Sol. Was sie dabei immer auszeichnete, war ihre Haltung: aufrecht, unbequem und voller Solidarität mit Menschen aus der Arbeiter*innenklasse und der Jugend.
„Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd“ – das bekannte Zitat könnte von Anneliese stammen. Sie nahm die Menschen, wie sie sind. Ihre Warmherzigkeit, ihr offenes Ohr, ihr unvergleichlicher Humor und ihr echtes Interesse am Gegenüber – besonders an jungen Menschen, zeichnete sie aus. Sie hat so vielen Menschen beruflich wie privat Mut gemacht, ihren eigenen Weg zu gehen.
So warmherzig und freundlich sie im persönlichen Gespräch war – ging es um soziale Ungerechtigkeit, war sie unangepasst und unbequem und scheute den Konflikt mit sogenannten Autoritäten keinen Millimeter.
Anneliese hat vielen Menschen gezeigt, was es heißt, Haltung zu bewahren und sich nicht verbiegen zu lassen. Wir werden sie vermissen, uns an sie erinnern und wir werden unseren Beitrag leisten, ihren Kampf für eine antifaschistische, sozialistische Gesellschaft fortzusetzen.
Wir wünschen ihrer Familie viel Kraft im Umgang mit diesem großen Verlust.
Im Folgenden möchten wir den Text ihres Sohns und Genossen Sascha Staničić verlinken:
Nachruf: Anneliese Staničić | Sozialistische Organisation Solidarität

