SYSTEMWECHSEL

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Die Krise heißt Kapitalismus

Die globale Krise des Kapitalismus hat ihre Ursache nicht in fehlender Regulierung und der Schere zwischen Arm und Reich. Beides hat die Krise verschlimmert, aber ist nicht die Ursache. Der wahre Grund der Krise ist der Kapitalismus selbst. Es ist ein chaotisches System, das auf Profiterzielung und Konkurrenz im Interesse der Kapitalbesitzer basiert und nicht den Bedürfnissen von Millionen Menschen dient.

von Lucy Redler, Berlin

Im Kapitalismus finden Korrekturen zwischen dem, was produziert, und dem, was gebraucht wird, im Nachhinein statt. Es ist ein unlogisches und verschwenderisches System. Aber dem nicht genug: Es führt zu Verarmung in Deutschland (Niedriglohn, Hartz IV) und in anderen Ländern Europas (Massenarmut und Arbeitslosigkeit in Südeuropa). Es führt zu Krieg im Nahen Osten, um Wahlen zu gewinnen und Einflusssphären zu sichern. Es führt zum Festhalten an Technologien des Wahnsinns wie Atomkraft. Es führt zur täglichen Bombardierung mit der Meinung der Herrschenden via mieses Privatfernsehen.

Jede kleine Verbesserung für MieterInnen, RentnerInnen, Erwerbslose und viele andere, die ausgepresst werden, muss unterstützt werden. Aber das reicht nicht aus. Alles, was wir uns heute erkämpfen, wird uns übermorgen von Merkel und ihren Freunden, die im Kanzleramt ein- und ausgehen, erneut aus der Tasche gezogen.

Das spricht nicht gegen Reformen, es spricht aber dafür, nicht dabei stehen zu bleiben und alle Kämpfe mit dem Ziel eines Wechsels dieses unmenschlichen Systems zu verbinden. Wir brauchen keinen Kapitalismus 2.0, sondern eine gerechte, humane Gesellschaft mit einer demokratisch geplanten Wirtschaft 1.0.

Albert Einstein schrieb 1949: „Ich bin davon überzeugt, dass es nur einen Weg gibt, dieses Übel loszuwerden, nämlich den, ein sozialistisches Wirtschaftssystem zu etablieren, begleitet von einem Bildungssystem, das sich an sozialen Zielsetzungen orientiert. In solch einer Wirtschaft gehören die Produktionsmittel der Gesellschaft selbst und ihr Gebrauch wird geplant. Eine Planwirtschaft, die die Produktion auf den Bedarf der Gemeinschaft einstellt, würde die durchzuführende Arbeit unter all denjenigen verteilen, die in der Lage sind zu arbeiten und sie würde jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind einen Lebensunterhalt garantieren“ („Warum Sozialismus“).