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Geld her für unsere Bildung!

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„Jede Person hat das Recht auf Bildung. Die Bildung soll unentgeltlich sein“, so heißt es in Artikel 26 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der UNO von 1948. Nichts als Lippenbekenntnisse.


 

von Steve Kühne, Dresden

Überall das gleiche Bild: Die Regierungen scheren sich um das Bildungsniveau ihrer Bevölkerung nur insofern, als sie auf dem kapitalistischen Markt „verwertbar“ zu sein hat.

Es läuft was falsch, weltweit

Überträgt man die Zahlen zur globalen Sozialstruktur auf ein imaginäres Dorf von 100 Menschen, wären 70 der 100 BewohnerInnen Analphabeten oder aber nur bedingt dazu in der Lage, zu lesen oder zu schreiben. Das Dorf hätte zwar einen Soldaten, aber keinen Lehrer und keine Lehrerin. Warum ist das so? Weil die ungleiche Verteilung des gesellschaftlich erwirtschafteten Reichtums nichts anderes zulässt. In unserem Dorf wären gerade mal sechs Bewohner-Innen im Besitz von knapp 60 Prozent des gesamten Vermögens.

Und Deutschland?

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellte unlängst fest, dass Deutschland von 36 untersuchten Indus-trienationen im Bildungsniveau auf Platz 30 (!) liegt.

Die Folgen: verfallende Schulen, Einstellungsstopps, Stellenabbau, überfüllte Unis, sinkende Qualität.

Jeder zahlt für sich selbst?

Auf der einen Seite werden die staatlichen Mittel zusammengestrichen, auf der anderen Seite greift man uns immer stärker in die Taschen – ob Abschaffung der Lehrmittelfreiheit oder Studiengebühren. In Bremen sind für jedes Semester 500 Euro zu berappen. In Sachsen gibt es zwar offiziell keine Studiengebühren, aber dafür einen Semesterbeitrag (Wintersemester 2011/12: 218,50 Euro).

Gemeinsam kämpfen!

In unserem imaginären Dorf würden die 70 Menschen mit völlig unzureichender Bildung sehr wohl verstehen, dass sich ihre Situation nur bessern könnte, wenn die sechs Superreichen dazu gezwungen würden, ordentlich was abzugeben.

So sieht es auch in der Realität aus. Deshalb werden in Bremen gerade Schulen besetzt, in Dresden Proteste gegen die Einsparungen an der Philosophischen Fakultät diskutiert und im Bildungsstreik-Bündnis Vorbereitungen für einen bundesweiten Streiktag getroffen (siehe www.bildungsstreik.net).

Die Lösung all der Probleme im Bildungsbereich liegt darin, den Reichtum anzutasten, das aber rüttelt an den Grundfesten der kapitalistischen Gesellschaft.

Forderungen der SAV:

  • Geld für Bildung statt für Banken: jährlich 40 Milliarden Euro mehrfür Bildung
  • Schluss mit der Privatisierung des Bildungswesens – Unternehmen rausaus Berufsschulen, Schulen und Hochschulen
  • Kostenlose Bildung von der KiTa bis zum Studium: Abschaffung jeglicherKiTa-, Schul-, Ausbildungs- und Studiengebühren. Einführung eineselternunabhängigen darlehensfreien BAföGs ab 16 Jahren, von dem manleben kann
  • Als Alternative zu BA/MA und Turbo-Abitur: Demokratische Neugestaltungder Lehrpläne, Bildungsdauer, Prüfungs- und Studienordnungen durchLernende, Lehrende und VertreterInnen der Gewerkschaften
  • Demokratische Verwaltung der Schulen, Berufs- und Hochschulen durchgewählte Komitees von Lernenden, Lehrenden undGewerkschaftsvertreterInnen