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Die Reichen werden immer reicher, die Armen ärmer


 

Kürzlich veröffentlichte das us-amerikanische Nachrichtenmagazin Forbes seine alljährliche Statistik über die Super-Reichen. Diese zeigt, dass der addierte Reichtum der 1.210 Milliardäre dieser Welt ein neues Rekordhoch von 4,5 Billion US-Dollar erreicht hat (fast eine Billion US-Dollar mehr als noch im letzten Jahr). Gleichzeitig leben drei Milliarden Menschen (rund die Hälfte der Weltbevölkerung) von gerade mal Zwei US-Dollar am Tag.

Vor nur drei Jahren wurde geschätzt, dass der Besitz der 225 reichsten Menschen der Welt so viel wert ist wie das gesamte Jahreseinkommen der 2,5 Milliarden Ärmsten der Welt. Diese Wohlstandsschere ist seither zweifelsohne weiter aufgegangen.

Im Jahr 2005 heimste das reichste Prozent der Haushalte in den USA 21,8 Prozent aller Vor-Steuer-Einkünfte ein – mehr als das Doppelte von dem, was in den 1970er Jahren festgestellt wurde. Dabei handelt es sich um die größte Konzentration von Einkünften seit 1928, als 23,9 Prozent aller Einkommen ans reichste Prozent der Bevölkerung ging (Piketty and Saez).

1979 war das durchschnittliche Einkommen der reichsten fünf Prozent der Familien 11,4 Mal höher als das durchschnittliche Einkommen der unteren 20 Prozent. 2005 lag diese Rate dann schon beim 20,9-fachen (EPI, The State of Working America 2006-07).

Mittlerweile schwellen Arbeitslosigkeit und Armut weltweit an. Seit 2008 sind in den USA 7,5 Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen. Und in den offiziellen Arbeitslosenstatistiken werden die 6,4 Millionen ArbeiterInnen nicht mitgezählt, die als Langzeitarbeitslose gelten. Auch die 2,7 Millionen ArbeiterInnen, die zu entmutigt sind, um sich eine Erwerbsarbeit zu suchen, kommen nicht vor (Bureau of Labor Statistics).

„Wenn wir tatsächlich all diese ArbeiterInnen mitzählen würden, dann läge die wirkliche Arbeitslosenrate zwischen 15,9 Prozent und 18,1 Prozent. Stellen Sie sich vor, was passieren würde, wenn diese korrektere Rate zur anerkannten Normgröße würde und Washington damit umzugehen hätte.” (Les Leopold, Geschäftsführer des Instituts für Beschäftigung und öffentliche Gesundheit, New York).

Und bei alledem redet die Medienmaschinerie nur darüber, dass allzu wohlhabende ArbeiterInnen der Grund für die Krise sind und wie wir alle unsere Gürtel enger zu schnallen haben. Was erlauben sie sich, so etwas zu sagen! Unsere Gürtel sind verschlissen, weil wir sie seit Jahrzehnten immer enger schnallen. Es ist an der Zeit, dass die Super-Reichen und die Großkonzerne zur Kasse gebeten werden.

Zuerst erschienen auf der Website der Socialist Alternative (Schwesterorganisation der SAV in den USA)