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Kosova: Die UNMIK ist kolonialistisch und kriminell

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Die UNMIK-Verwaltung in Kosova gibt offiziell an "Freiheit und Demokratie" in Kosova zu vertreten. In Wirklichkeit hat die Verwaltung totalitäre kolonialistische Macht. Der polizeiliche Einsatzleiter Steven Curtis, gab am 10. Februar in Prishtina Feuerbefehl, gegen eine friedliche Demonstration. Zwei junge Menschen aus den Reihen der LPV (Bewegung für Selbstbestimmung) verloren dabei ihr Leben.


 

von Max Brym, Redaktion kosova-aktuell und SAV München

Anschließend reiste Herr Curtis aus Kosova ab. Die britische Regierung verweigert bis heute jegliche Auskunft über den Aufenthalt ihres Staatsbürgers.

Die rumänischen Spezialeinheiten welche den Feuerbefehl ausführten, durften ungehindert das Land verlassen und sich in ihrer Heimat dekorieren lassen. Laut UNMIK Regelung untersteht kein „Internationaler“ der örtlichen Gerichtsbarkeit.

Der Gerichtsbarkeit durch internationale Richter unterstehen nur Personen wie der bekannte LPV-Aktivist Albin Kurti, welcher wegen einer abweichenden Meinung zuerst ins Gefängnis geworfen wurde und bis heute in unmenschlichem Hausarrest festgehalten wird.

Ausverkauf des Landes

Der in Kosova stattfindende Privatisierungsprozess ist eine einzige neoliberale Ausverkaufs- und Betrugsveranstaltung. Das Volk verarmt und dubiose Mafiakapitalsten bereichern sich. Große Konzerne sichern sich günstige Optionen zum Erwerb der Reichtümer Kosovas. Die UNMIK beschäftigt mit Vorliebe offen kriminelle Gestalten und gescheiterte Existenzen in ihren Reihen.

Besonders bekannt wurden die Figuren Ioan Woollett aus England und der Deutsche Jo Truschler. Der Hochstapler Jo Truschler leitete von 2001 bis 2003 das Energieversorgungsunternehmen KEK. Herr Truschler verscheuerte dabei zugunsten seines eigenen Kontos, Strom an Serbien, Montenegro, Mazedonien und Bulgarien. Auf seinem Konto in Gibraltar sammelten sich 4,3 Millionen Dollar an. Wegen dieses Delikts wurde Truschler in Kosova nicht angeklagt und auch nicht in Deutschland.

Nebenbei ruinierte Herr Truschler Frau Hisaris Existenz, bei der er wohnte. Frau Hisari ist 70 Jahre alt, Witwe und ohne Einkommen. Truschlers Salär betrug um die 20.000 Euro im Monat und wurde von der Europäischen Union überwiesen. Frau Hasari hatte plötzlich eine Telefonrechnung von 3.500 Euro. Ihr wurde das Telefon abgestellt, welches hauptsächlich Truschler für Ferngespräche nach Bochum nutzte. Der Schmalspurgangster Truschler lehnte jegliche Zahlung ab. Das SZ Magazin vom 25. August 2007 beschreibt den Vorgang so: „Die verzweifelte alte Dame wendet sich nun an die UN-Übergangsverwaltung. Tut uns leid, lautet die Antwort, wir sind nicht für das Privatleben unserer Mitarbeiter verantwortlich. Frau Hisari reicht Klage gegen den Deutschen vor dem Gericht in Pristina ein. Ihr bleibt keine Wahl: Die Rechnung beläuft sich auf 3500 Euro, etwa ein anderthalbfaches Jahresgehalt im Kosovo. "Herr Trutschler fällt nicht in unsere Gerichtsbarkeit", antwortet das Gericht. Er arbeite für die UNO und genieße daher Immunität im Kosovo. Der Bochumer Truschler landete wegen anderer Delikte schließlich in Bochum vor Gericht.“

Die Engländer am Flughafen

Der englische Geschäftsführer des Flughafens- Prishtina Ioan Woollett engagierte im Jahr 2004 einen alten Bekannten als Leiter der Personalabteilung. Der Typ stellte pro Tag durchschnittlich drei Personen ein. Meist atemberaubende Schönheiten ohne Kenntnisse der englischen Sprache. Einige von ihnen haben Schönheitswettbewerbe gewonnen. Nach vier Monaten hat sich die Zahl der Angestellten von 235 auf 486 verdoppelt, 200 mehr als für einen Flughafen dieser Größe nötig. Viele Damen mussten nach Augenzeugenberichten den beiden Herren jederzeit zur Verfügung stehen. Der emsige Mister Smith ( der Freund Woolletts) verließ nach vier Monaten Kosova, um der Weltgemeinschaft im Sudan zu dienen. Woollett flüchtet etwas später. Das Magazin der SZ vom 25.08.07 berichtet: „Niemand weiß, wie viel Geld die beiden Männer aus dem Land schleusten, es dürften einige hunderttausend Euro sein.“

Fazit

Diese Ausschnitte aus der kolonialistischen Realität in Kosova belegen eindeutig: Die Menschen in Kosova haben jegliches Recht sich den „zivilisierten Kolonialherren“ entgegenzustellen. Kosova hat nur eine Zukunft wenn die Selbstbestimmung in allen sozialen, nationalen und kulturellen Fragen erkämpft wird und die kapitalistische Ausbeutung – ob durch westliche Kolonialisten oder einheimische Kapitalisten – durch eine sozialistische Demokratie ersetzt wird. Diese Feststellung richtet sich auch gegen das geplante neue EU-Protektorat in Kosova.