Sexismus hat System

Frau mit geballter Faust

Kommt zu unserer Online-Veranstaltung „Krise, Corona, Kapitalismus: Sexismus hat System. International aktiv gegen Unterdrückung und Gewalt an Frauen“ am 26. November um 19:30 Uhr (via Zoom).
Hier klicken: https://us02web.zoom.us/j/85331938630

Uns wird immer gesagt, Gleichberechtigung sei in Deutschland längst erreicht. Wir spüren aber täglich, dass das nicht stimmt. Übergriffe und Gewalt gehören für viele Frauen zum Alltag, genauso wie prekäre Jobs, ungleiche Bezahlung und unbezahlte Hausarbeit. Die Corona-Krise hat vieles noch verschärft. Frauen trifft zursätzlich die Belastung durch Home-Schooling, Arbeitslosigkeit und der erschwerte Zugang zu Schutzeinrichtungen und Abtreibungen.

Gewalt “passiert” nicht, sondern wird gemacht

Jede dritte Frau in Deutschland hat schon Erfahrung mit körperlicher und/oder sexueller Gewalt gemacht. Laut dem ZDF wurden 2018 mehr als 114.000 Frauen Opfer häuslicher Gewalt, 122 Frauen wurden von ihrem (Ex-)Partner getötet. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle oder ein Problem einzelner gesellschaftlicher Schichten, sondern es ist ein Produkt dieser sexistischen Gesellschaft. Männern wird beigebracht, sie müssten “ihre Frau kontrollieren” und ihnen überlegen sein. Frauenkörper werden in Medien als verfügbar dargestellt, um Produkte zu vermarkten.

Sexismus wird nicht “importiert”

In den Nachrichten werden Morde an Frauen als “Familiendrama” verharmlost oder nur am Rande erwähnt. Zu Schlagzeilen werden sie nur, wenn sie von ‘Nicht-Deutschen” begangen wurden. Regierung und Medien versuchen das Problem als ein “importiertes” darzustellen und schüren damit Rassismus. Doch Sexismus wird nicht durch Migrant*innen oder Geflüchtete nach Deutschland getragen, sondern ist ein fester Bestandteil der “deutschen” Gesellschaft! Der gefährlichste Ort für Frauen ist das eigene Zuhause/ die eigene Familie.

Sexistischer Staat, sexistische Justiz

Die meisten Vergewaltigungen werden nicht zur Anzeige gebracht. Oft werden Opfer selbst für die Tat verantwortlich gemacht. Frauen unterliegen vor Gericht, wenn “Aussage gegen Aussage” steht. Nur 13 % der angezeigten Vergewaltigungen enden mit einer Verurteilung. Das alles zeigt, dass es in einer sexistischen Gesellschaft keine “neutrale Justiz” gibt. In den vergangenen Jahren wurden von Rechten und Regierungen härtere Strafen gefordert. Das Problem sind aber nicht fehlende harte Strafen, sondern ist die strukturelle Frauenfeindlichkeit der Gesetze, der Justiz und der Behörden.

Es gibt keinen Kapitalismus ohne Sexismus!

Sexismus hat System – und Profiteure. Konzerne – wie in der Schönheitsindustrie – verdienen Milliarden an der Vermarktung von Frauenkörpern und an sexistischen Rollenbildern. Der Kapitalismus profitiert ganz direkt von der Unterdrückung von Frauen und LGBTQ+-Personen. Laut Oxfam widmen Frauen und Mädchen weltweit jeden Tag 12 Millionen Stunden der Pflege von Angehörigen, der Kindererziehung und dem Haushalt. Wenn diese Arbeit mit dem Mindestlohn des jeweiligen Landes bezahlt würde, entspräche das einer Summe von 11 Billionen US-Dollar pro Jahr.

Es kommt den Nutznießern dieses Systems zugute, wenn wir gespalten werden: In Männer und Frauen, in “Einheimische” und “Migrant*innen” usw. Denn wenn Männer Frauen ungleich behandeln, sie abwerten und unterdrücken, dann sehen sie sie auch nicht als gleichwertige Kolleg*innen und Kämpfer*innen im Kampf für Verbesserungen.

Kämpfen, um zu gewinnen

International stehen Frauen an der vordersten Front im Kampf gegen die Auswirkungen der Krise und Unterdrückung. Um Sexismus erfolgreich zurückzudrängen, müssen wir selbst aktiv werden und uns organisieren. Kämpfe von Frauen und LGBTQ+ Personen, die sich gegen Unterdrückung wehren, gemeinsam mit solidarischen Männern, sind der einzige Weg, um echte Verbesserungen zu erreichen und das kapitalistische System insgesamt herauszufordern. Es reicht nicht, am 25.11. und am 8. März auf die Straße zu gehen: Jeder Tag ist Frauenkampftag! Es reicht nicht, wenn wir individuell unser Verhalten reflektieren und verändern: Die Strukturen gehören überwunden!

Die SAV möchte mit euch eine sozialistische und feministische Bewegung aufbauen, die für das Ende von Frauenunterdrückung, Diskriminierung und Kapitalismus kämpft.

  • Mehr Geld für Personal und ein flächendeckendes Angebot an gut ausgebauten, selbstverwalteten Frauenhäusern, Beratungsstellen und Notrufen
  • Für eine volle Aufklärung über Sexualität, Verhütung und Gewalt an Schulen und Kindergärten!
  • Für sexuelle Selbstbestimmung: Freier und kostenloser Zugang zu Verhütung und Abtreibungen
  • Kampf gegen eine milliardenschwere Sexindustrie und Schluss mit sexistischer Werbung – Medien gehören unter demokratische Kontrolle
  • Für eine gewerkschaftliche Offensive gegen Sexismus und Gewalt an Frauen!
  • Milliardeninvestitionen in öffentlichen Wohnraum!
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, für höhere Löhne in “frauendominierten” Branchen, Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden bei vollem Lohn- und Personalausgleich!
  • Wir zahlen nicht für diese Krise! All das muss vom Geld der Reichen und Konzerne finanziert werden.
  • Sexismus bekämpfen – Kapitalismus abschaffen: Gegen ein System, dass uns unterdrückt und diskriminiert!
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