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USA: Kandidat der „Socialist Alternative“ verhaftet

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11210_920703327840_1430222306_nDieser Artikel erschien zunächst am 1. März in englischer Sprache auf socialistworld.net

Ty Moore wird beschuldigt, bei der Kundgebung gegen Zwangsräumungen zivilen Ungehorsam geleistet zu haben

von Christopher Gray, „Socialist Alternative“ (US-amerikanische UnterstützerInnen des „Committee for a Workers´ International“, dessen Sektion in Deutschland die SAV ist)

Zusammen mit zwölf GewerkschaftsvertreterInnen und Mitgliedern von lokalen Aktionsbündnissen ist der „Socialist Alternative“-Kandidat für die Kommunalwahl im Stadtbezirk 9 von Minneapolis, Ty Moore, verhaftet worden. Ihm wird ziviler Ungehorsam anlässlich des Protests vor dem Kredithaus „Wells Fargo Home Mortgage“ vorgeworfen. Die oben Genannten hatten sich dort versammelt, um das Recht auf Wohnen für alle EinwohnerInnen von Minneapolis einzufordern.

Ty Moore, der für die „Socialist Alternative“ bei den Stadtratswahlen kandidiert und dabei von der „Green Party“ (die absolut gar nichts mit „Bündnis 90/Die Grünen“ in Deutschland zu tun hat; Anm. d. Übers.) unterstützt wird, sagte: „Unsere Wohnviertel werden auseinandergerissen, weil vollkommen ungerechte Zwangsvollstreckungen durchgeführt werden. Anstatt Lippenbekenntnisse abzugeben, sollten der Bürgermeister und die Stadträte jetzt lieber hier vor Ort sein, um sich mit ihrem ganzen politischen Gewicht und Körpereinsatz für diejenigen einzusetzen, die von der Wirtschaftskrise am härtesten getroffen sind.“

Der Stadtbezirk 9 gehört zu den Gemeinden, die am schlimmsten von den Zwangsräumungen betroffenen sind. Hier leben auch fünf Personen, denen die Räumung droht und die es abgelehnt haben freiwillig auszuziehen. Sie haben ihr Viertel zur „von Zwangsvollstreckungen und Räumungen freien Zone“ erklärt. Allein in den Wohnvierteln Powderhorn und Central ist in den letzten fünf Jahren 835 Familien der Kredit gekündigt worden. Ty Moore, der selbst Hauseigentümer in Powderhorn ist, ist einer der OrganisatorInnen der Initiative „Occupy Homes“ und fordert die Banken auf, die Schulden zu erlassen, die EinwohnerInnen von Minneapolis bei der Wall Street haben und die Zwangsvollstreckungen auszusetzen, bis es zu einer gerechten Einigung gekommen ist.

Am frühen Abend betrat Jessica English, eine Mutter von vier Kindern, die bereits obdachlos gewesen ist, eines der zahlreichen leerstehenden Objekte im Stadtbezirk 9, die der Bank Wells Fargo gehören. English war begeistert von der Initiative von Ty Moore und sagte dazu: „Ich könnte von der Polizei jederzeit für das einfache Vergehen verhaftet werden, dass ich für meine Kinder ein Dach über dem Kopf suche. Endlich haben wir einen ernsthaften Kandidaten, der zusammen mit den Familien aus der ‚von Zwangsvollstreckungen und Räumungen freien Zone‘ für Gerechtigkeit kämpft.“

„Socialist Alternative“ fordert, dass die Banken in öffentliches Eigentum überführt werden, damit sie auf demokratische Art und Weise und orientiert an den Interessen der „ganz normalen“ Leute geführt werden. In Bezug auf sein Verhalten heute sagte Ty: „Wenn die Stadtoberen die Punkte ignorieren, die den EinwohnerInnen am meisten zur Last fallen, dann liegt es an uns, dass wir uns zusammentun und andere in die gemeinsamen Aktionen mit einbeziehen. So sorgen wir dafür, dass die Ungerechtigkeit angeprangert wird. Im Stadtrat werde ich mich mit Händen und Füßen dafür einsetzen, dass es in dieser Stadt zu einem Moratorium der Zwangsvollstreckungen kommt. Außerdem will ich sicherstellen, dass jede und jeder Anspruch auf angemessenen Wohnraum hat. Das ist ein Menschenrecht! Es darf nicht darum gehen, dass jede/r nur die Wohnung erhält, die sie/er sich leisten kann.“