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BERlin: Flughafen-Desaster

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Foto: http://www.flickr.com/photos/uwehiksch/ CC BY-NC-SA 2.0

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„Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu bauen“, wird in Berlin gefeixt. Der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) sollte eigentlich 2011 fertig umgebaut sein. Mittlerweile weiß niemand, ob er 2015 eröffnet oder überhaupt fertig gestellt werden wird.

Nichts klappt: Weder die Brandschutzanlage noch die Größenplanung – von den Flugrouten gar nicht erst zu reden. Dass man keine Flugroute über einen Reaktor in Wannsee planen sollte, hätte so gut wie jeder Berliner Wowereit und Platzeck sagen können. Die Kosten explodieren: Auf einmal soll der Flughafen mit 4,3 Milliarden Euro doppelt so teuer werden. Dasselbe passiert beim Unsinnsprojekt Stuttgart 21 und die Hamburger mögen lieber kein Lied mehr singen, in dem die Elbphilharmonie vorkommt.

Wenn nicht vor allem die Steuerzahler draufzahlen müssten, könnte man darüber lachen: Beim Flughafen wurden beispielsweise Bauplanungen geändert, um mehr Fläche fürs teure Shopping im Flughafen bereitzustellen.

Aber hier geht es offenbar nicht um Vernunft, sondern es geht um Profite. Da ist das Shopping beim Flughafen wichtiger als der Brandschutz. Da sind die Interessen der Immobilienhaie bei Stuttgart 21 wichtiger als die Argumente gegen die Idee, einen Bahnhof unter die Erde zu bringen.

Bei all diesen Projekten ging es nie um die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung. Wenn man das ändern will, sollte man als erstes eine unabhängige Untersuchungskommission einsetzen, in dem die AktivistInnen gegen den Flughafen genauso eingebunden sind wie die Beschäftigten am Schönefelder Flughafen. Eine zweite Losung sollte sein: Wir zahlen nicht! Warum sollen die BerlinerInnen für Fehlplanungen der Bundes- und Landesregierungen gepaart mit Firmeninteressen aufkommen? Was jetzt nötig ist, ist eine gesellschaftliche Debatte über die demokratische Kontrolle und Durchführung solcher Projekte und welche Alternativen es noch gibt.

Im krassen Gegensatz dazu wird der frühere Flughafen-Chef jedoch weiter die brandenburgische Landesregierung beraten, weil er laut Wissenschaftsministerin Sabine Kunst „Impulse für die Kooperation zwischen Wissenschaft und regionaler Wirtschaft“ geben solle.