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Kapitalismus vs. Demokratie Kongress: Gespräch mit Max Manzey vom LINKE.SDS-Bundesvorstand

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Max Manzey, LINKE.SDS-Bundesvorstand

„Diskutieren, wieviel Demokratie im Kapitalismus möglich ist““

Vom 30. November bis 2. Dezember findet in Köln der Kongress „Kapitalismus vs. Demokratie“ statt. Er wird vom Studierendenverband DIE LINKE.SDS organisiert und ist offen für alle Altersgruppen. Max Manzey gehört dem Bundesvorstand von DIE LINKE.SDS an und beteiligt sich aktiv an der Kongress-Vorbereitung.

Warum habt ihr den Titel „Kapitalismus vs. Demokratie“ gewählt?

Bei dem Kongress wollen wir einen inhaltlichen Schwerpunkt auf den aktuellen Demokratieabbau in Europa legen. Die europäischen Regierungen und Unternehmen wollen die selbstverschuldete Krise auf Kosten der einfachen Menschen lösen. Um dies durchzusetzen, werden demokratische Rechte grundlegend in Frage gestellt. Ich will nur an den de facto verbotenen Volksentscheid in Griechenland oder die Polizeigewalt gegen Proteste und Streiks in den südeuropäischen Ländern erinnern. Mit ESM und Fiskalpakt werden wichtige Entscheidungen aus den nationalen Parlamenten auf demokratisch nicht legitimierte EU-Gremien übertragen.

Aber auch in Deutschland sind in den letzten Jahren viele Menschen auf die Straße gegangen oder haben versucht, über Volksentscheide Einfluss zu gewinnen, da sie sich nicht repräsentiert fühlen von den herrschenden Politikern. Beispiele sind Stuttgart 21, das Wasservolksbegehren in Berlin und die Blockupy-Proteste in Frankfurt.

Wir haben den Kongress „Kapitalismus vs. Demokratie“ genannt, da wir denken, dass diese Entwicklungen mit unserem Wirtschaftssystem zusammen hängen. Wir wollen darüber diskutieren, wieviel Demokratie im Kapitalismus möglich ist, wie eine wirklich demokratische Gesellschaft aussehen könnte und wie wir dort hin kommen.

Wie wird der Kongress ablaufen? Wie sieht das Programm aus?

Es wird über 80 Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen geben. Wie bereits gesagt, ist das Thema Demokratie und Krise ein Schwerpunkt. Weitere Themenbereiche sind: Antifaschismus und Rassismus, Bildung, Organisation und Feminismus. Wir haben auch Workshops zu grundlegenden Themen, wie zum Beispiel eine Marx-Lecture zur Einführung in den Marxismus.

Besonders freue ich mich auf die Samstagabend-Veranstaltung „Generation Krise? Generation Widerstand!“ mit jungen Aktivistinnen und Aktivisten aus ganz Europa, Ägypten und Kanada. Dort wollen wir zeigen, dass wir nicht nur die Generation sind, die ganz besonders von der Krise betroffen ist, sondern auch diejenigen sind, die sich dagegen wehren. Das ist eben auch ein Ziel des Kongresses: Gemeinsam über Widerstands- und Organisationsmöglichkeiten diskutieren und dann hoffentlich in Zukunft gemeinsam handeln.

Wie war die Resonanz zum Semesterstart?

Die Resonanz ist größtenteils sehr gut. Als Studierendenverband versuchen wir ja insbesondere an den Universitäten und Hochschulen für den Kongress zu werben. Viele Leute, mit denen ich über den Kongress gesprochen habe, finden, dass es endlich mal Zeit ist für so ein inhaltliches Angebot und für eine solche Diskussionsplattform. Andere sind aber auch skeptisch und wundern sich über den Titel des Kongresses, der ja einen Widerspruch zwischen Kapitalismus und Demokratie aufmacht. Aber gerade darüber wollen wir ja auf dem Kongress diskutieren. Ich hoffe also, dass auch Leute zu dem Kongress kommen, die linken Ideen und Organisationen bisher skeptisch gegenüber standen. Lasst uns darüber diskutieren!

Wieviel kostet der Kongress und wie läuft die Anfahrt?

Ein reguläres Kongress-Ticket kostet 15 Euro. Das gilt dann für alle drei Tage und ein Schlafplatz in der Turnhalle ist inklusive. Wer auf dem Kongress kleinere Aufgaben übernimmt oder beim Auf- und Abbau hilft, kann auch ein HelferInnen-Ticket für zehn Euro kaufen. Aus verschiedenen Städten wie Berlin, Hamburg und München wird es Busse geben, die zum Kongress fahren. Alle Infos zu Tickets und Bussen gibt es auf unserer Webseite www.kapitalismusvsdemokratie.de