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Bergleute in Südafrika brauchen Unterstützung – Spendenaufruf [aktualisierte Fassung]

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Die Streiks der BergarbeiterInnen erleben neuen Aufschwung aufgrund der Erfolge, die die KollegInnen bei „Lonmin“ erreichen konnten – Koordinierungskomitee braucht Solidarität

Weizmann Hamilton, „Democratic Socialist Movement“ (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Südafrika), und Alec Thraves, „Socialist Party“ (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in England & Wales)

Der Kampf der südafrikanischen BergarbeiterInnen tritt in die entscheidende Phase. Die Bewegung weitet sich immer mehr aus und die Arbeitgeberseite beginnt damit, disziplinarische Maßnahmen einzuleiten. Dazu zählen auch die Schließung von Unterkünften, in denen sich die streikenden Bergleute aufhalten, sowie umfassende Entlassungen. Die Übereinkunft, die Mitte September mit dem Bergbaukonzern „Lonmin“ getroffen werde konnte und mit der Lohnerhöhungen von bis zu 22 Prozent festgeschrieben worden sind, war nur das Ende des ersten Kapitels in diesem Kampf. In Wirklichkeit hat dieser Abschluss eine Marke gesetzt und die Bergleute im ganzen Land ermutigt, es den KollegInnen bei „Lonmin“ gleichzutun. Die ArbeiterInnen bei den Platinminen setzen ihre Arbeitskämpfe fort, und die KollegInnen aus der Chrom-, Gold- und Kohlebranche haben sich dem Kampf angeschlossen.

Das Blutbad vom 16. August in Marikana, bei dem 34 BergarbeiterInnen von südafrikanischen Polizeikräften erschossen wurden, hat überall in Südafrika einen Aufschrei ausgelöst und zu einer Welle internationaler Solidarität geführt.

Die ArbeiterInnen, die in der Region um Rustenburg ihren Kampf fortsetzen, haben erfolgreich ein „Strike Coordinating Committee“ (dt.: Streik-Koordinierungskomitee) gegründet, das nun aus den Streikführungen aller 15 beteiligten Gruben besteht, in denen die Arbeit niedergelegt wurde und die zu ganz unterschiedlichen Konzernen gehören. Dieses Streik-Koordinierungskomitee besteht aus VertreterInnen der Streikkomitees der einzelnen Gruben, die gewerkschaftsunabhängig sind, damit größtmögliche Aktionseinheit erreicht werden kann. Auch ArbeiterInnen aus ganz anderen Provinzen (außerhalb der North West-Provinz, wo Rustenburg liegt) haben dieses Komitee gebeten, ihnen einen Besuch abzustatten. Auch sie wollen die Möglichkeit bekommen, Teil der Streikbewegung zu werden. Zu diesen Minen gehören auch die Goldminen in Carletonville in der Provinz Gauteng (Johannesburg), dem industriellen Zentrum Südafrikas, wo die ArbeiterInnen sich seit zwei Wochen im Ausstand befinden und es abgelehnt haben, den Vorsitzenden der Bergbaugewerkschaft „National Union of Mineworkers“ (NUM) zu empfangen. Der Grund dafür ist, dass die NUM und der Gewerkschaftsdachverband COSATU den staatlichen Kräften zu Hilfe kamen, als diese das Blutbad von Marikana zu vertuschen versuchten. Die NUM sprach sogar davon, dass die Polizeikräfte in „Notwehr“ gehandelt hätten. Dabei hatten ZeugInnen bereits detaillierte Aussagen über die vollkommen durchgeplanten und feindseligen Angriffe auf die streikenden ArbeiterInnen gemacht.

Das Streikkomitee bei „KDC West Goldfields“ in Carletonville will nun ihre Mitglieder darüber abstimmen lassen, ob man sich dem o.g. Koordierungskomitee anschließen soll. Auch in den Provinzen Limpopo und Free State (Sesotho) kursieren Aufrufe von BergarbeiterInnen, dem Komitee beizutreten. Mehrere tausend streikender Kumpel bei „Anglo Platinum“ haben am 26. September in einem Fußballstadion eine Kundgebung abgehalten, das mit Fahrzeugen der südafrikanischen Polizei umstellt worden war. Diese werden gemeinhin als „Hippos“ bezeichnet und sind mit auf den Dächern aufgesetzten scharfen Waffen ausgerüstet.

Die Art und Weise, in der die größte und finanzstärkste Einzelgewerkschaft des Dachverbandes COSATU, die „National Union of Mineworkers“, vom Koordinierungskomitee einfach ignoriert wurde, hat den Generalsekretär des „Congress of South African Trade Unions“, Zwelinzima Vavi, in helle Aufregung versetzt. Er hat die Führungsriege der NUM daraufhin in ihre Schranken verwiesen und einzugreifen versucht, um wiedergutzumachen, dass die NUM die Forderung der ArbeiterInnen nach einer Bezahlung von monatlich 12.500 südafrikanischen Rand (~ 1.157 €) als unverhältnismäßig abgetan hat. Außerdem hat er die volle Unterstützung des COSATU zugesichert, was die Tageszeitung „Times daily“ am 1. Oktober dazu veranlasste zu schreiben, dass der Gewerkschaftsbund einen Generalstreik in Erwägung zieht, um die Bergleute zu unterstützen. Vavi verlangte, dass die „Vereinigung der Minenbetreiber“ es unterlässt, sich hinter dem formellen Detail zu verschanzen, wonach das mit der NUM vereinbarte und über zwei Jahre geltende Abkommen noch sechs Monate lang in Kraft sei. Stattdessen sollten umgehend Neuverhandlungen beginnen.

Das Streik-Koordinierungskomitee ist die eigentliche Führung des immer mehr um sich greifenden Streiks der BergarbeiterInnen in Südafrika. Zur Gründung dieses Komitees ist es gekommen, als die offiziellen Gewerkschaftsvertreter den ArbeiterInnen die kalte Schulter zeigten. Nun ist es möglich, dass dieses Komitee in die Position kommt, der Gewerkschaftsbewegung des Landes zur Wiederauferstehung zu verhelfen. Weil die ArbeiterInnen sich nun schon seit mehreren Wochen im Streik befinden und dabei keinerlei Unterstützung von ihren eigenen Gewerkschaften erhalten, ist das Streikkomitee dringend darauf angewiesen Ressourcen aufzubauen, um in der Lage zu sein, Versammlungen und Protestmärsche zu organisieren, zwischen den einzelnen Minen, in den gestreikt wird, hin und her zu reisen und neue Bergwerke zu besuchen, die mit in den Ausstand treten. Das Streikkomitee ist für jede Art von Spende von Gewerkschaften und GewerkschafterInnen weltweit äußerst dankbar, mit der seine Arbeit unterstützt wird.

Spenden zur Unterstützung der KollegInnen, die im „Strike Coordinating Committee“ organisiert sind, bitte an:

Standard Bank, South Africa

Stichwort: „Workers Defence Fund“

Kontonummer: 300495986

Bankenfiliale: East Gate

BLZ: 018 505

SWIFT-Code: SBZAZAJJ

(ACHTUNG: Für Überweisungen nach Südafrika können sehr hohe Gebühren anfallen. Für eine Sammelüberweisung kann Geld mit entsprechendem Betreff überwiesen werden an:

)

Unterstützt das „Democratic Socialist Movement“, DSM (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Südafrika)

Bei den zahlreichen, jeweils tausende von TeilnehmerInnen umfassenden Kundgebungen der streikenden Bergleute bei „Anglo Platinum“ am 26. September waren unter den RednerInnen auch zwei Streikführer der Bergleute und der Genosse Sebei, der Hauptverantwortliche der Streiks, sowie der Genosse Alec Thraves, der den kämpfenden ArbeiterInnen die Grußworte der „Socialist Party“ (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in England und Wales), des „Committee for a Workers International“ (CWI; deren Sektion in Deutschland die SAV ist) und des „National Shop Stewards Network“ (britisches Vertrauensleute- und Betriebsräte-Netzwerk) überbrachte. Seine Rede wurde mit großer Begeisterung aufgenommen, und die KollegInnen riefen lauthals: „Amandla“ (das Wort für „Kampf“ in Zulu). Sebei ist Mitglied des DSM.

Das südafrikanische Radio und Fernsehen führte ein Interview mit dem Genossen Alec, und die Unterstützung der SP für den Streik fand somit überall im Land Verbreitung. Damit wurde erneut auch die Rolle hervorgehoben, die das DSM und das CWI in diesem Streik spielen. Das Eingreifen des DSM zur Mobilisierung von UnterstützerInnen und im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit für die 400 ArbeiterInnen, die die Mine „Samancor Chrome“ besetzt hatten, wurde am Samstag bei einem Treffen von 50 KollegInnen des Streik-Koordinierungskomitees in Rustenburg gewürdigt. Nicht zuletzt durch die Hilfe des DSM konnte durch den Streik bei „Samancor“ durchgesetzt werden, dass die Konzern-Oberen verschiedenen Forderungen nachgekommen sind. Dazu zählt auch die Absetzung des örtlichen Sprechers der NUM.

Mitglieder des DSM legen jede Woche tausende von Kilometern von und nach Rustenberg und darüber hinaus zurück, um dabei zu helfen, die Aktionen der streikenden Bergleute zu koordinieren. Das DSM ruft alle Mitglieder und SympathisantInnen des CWI auf, diese Arbeit zu unterstützen. Das Ansehen des DSM unter den streikenden Bergleuten steigt zwar genauso wie die Zahl der Neumitglieder, die gewonnen werden können. Wir brauchen aber zusätzliche Ressourcen, um diese einzigartige Möglichkeit voll nutzen zu können.

Bitte spendet für DSM an:
Bank: First National Bank
Zweigstelle: Bank City
Kontoinhaber: Izwi Ia Basebenzi
Kontonummer: 620 271 854 89
Zweigstellen-Code: 25 08 05
Swift Code / BIC: FIRNZAJJ

(ACHTUNG: Eine Überweisung nach Südafrika kann sehr teure Gebühren erfordern. Für eine Sammelüberweisung nach Südafrika spendet bitte unter entsprechendem Betreff an die SAV:

)