Home / Themen / DIE LINKE & Linksjugend ['solid] / LINKE / Saarland: Falsche Strategie

Saarland: Falsche Strategie

Print Friendly, PDF & Email

Kolumne von Lucy Redler


 

Einen Tag nach der Wahl im Saarland lässt sich die CDU-Spitzenkandidatin Kramp-Karrenbauer feiern. Dabei verlor die CDU 15.000 Stimmen. Die geplante Große Koalition hat gerade mal einen Rückhalt von 39,8 Prozent der Wahlberechtigten – das ist nur unwesentlich mehr als das Lager der NichtwählerInnen mit 38,4 Prozent.

Während die Piraten aus dem Stand 7,4 Prozent holten, sah DIE LINKE eher blass aus. Ihren bahnbrechenden Erfolg von 21,3 Prozent im Jahr 2009 konnte sie nicht wiederholen und landete bei rund 16 Prozent. Das ist kein schlechtes Ergebnis, aber eben nicht berauschend. Die Strategie Lafontaines, vehement eine rot-rote Koalition anzubieten, ist nicht aufgegangen.

Lafontaine wiederholte gebetsmühlenartig: „Je stärker DIE LINKE, desto schwieriger wird es für SPD und CDU, eine Große Koalition gegen die kleinen Leute durchzudrücken.“ Selbst jetzt, wo sonnenklar ist, dass es zu Schwarz-Rot kommt, setzt die Saar-Spitze der LINKEN noch auf Rot-Rot. Der Landeschef der LINKEN, Linsler: „Ich bin immer noch der Auffassung: Da kann man sich einigen.“ Die Programme der LINKEN und der SPD seien Linslers Ansicht nach fast gleich.

Doch selbst wenn es stimmen sollte, dass die programmatischen Schnittmengen an der Saar zwischen LINKE und SPD größer sind als zwischen SPD und CDU: Es ist bekannt, dass es die SPD nach der Wahl einen Dreck interessiert, was in ihrem Wahlprogramm stand.

Die Strategie von Lafontaine und Linsler scheint zu sein, einen Keil in die Saar-SPD zu treiben. Die Antwort von Maas und Co. auf die Offerte Lafontaines sagt jedoch viel über die SPD aus: Selbst der „linke“ Flügel geht nicht auf das Angebot ein. Die Strategie Lafontaines führt nirgendwohin – außer dazu, den Eindruck zu erwecken, DIE LINKE wolle auch gern mal wieder dazugehören. Um die Piraten von links herauszufordern und sich als kämpferische, radikal andere Partei aufzustellen, ist etwas anderes nötig.