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Teuer, zerstörerisch und von der Bevölkerung bekämpft…

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…das verbindet viele unnütze Großprojekte


 

In Bussoleno im norditalienischen Susa-Tal fand Ende August das „Internationale Forum gegen unnütze Großprojekte“ statt. Dort trafen sich GegnerInnen aus Frankreich, Spanien, Deutschland, Irland und Italien, um ihren Widerstand zu bündeln und voneinander zu lernen.

von Maren Albert, Karlsruhe

Die TeilnehmerInnen kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Vortrag für Vortrag legten die AktivistInnen die schier unglaublichsten Fakten auf den Tisch. Ganz schnell wurde deutlich: Die Politiker und Profiteure sind nicht nur in Stuttgart oder im Susa-Tal größenwahnsinnig. Wenn wir nicht aufpassen, zerstören sie in ihrer Profitgier in ganz Europa unsere natürlichen Grundlagen.

Sinnlose Großprojekte

Einmal längs durch Italien soll eine oberirdische Gas-Pipeline gebaut werden. Doch leider geht sie durch Naturschutzgebiete und Erdbeben-Regionen. In Barcelona soll ein Tunnel gebaut werden, der genau unter der historischen Altstadt entlang führt. Vor der irischen Küste will Shell eine Gas-Fernleitung errichten, die die gesamte Küstenregion des County Mayo gefährdet. In Notre Dame de Landes, in der Nähe von Nantes, soll ein zusätzlicher, überdimensionierter Flughafen gebaut werden. Er würde die regionale Milchproduktion zerstören. Vor 40 Jahren wurde er wegen der Concorde geplant. Nun ist zwar die Concorde gescheitert, aber der Flughafen soll trotzdem wie geplant gebaut werden. Für die Schnellbahnstrecke Turin – Lyon soll ein Tunnel im Susa-Tal gegraben werden; das ganze Tal könnte mit Asbest und Uran verseucht werden. Und nicht nur in Stuttgart, auch in Florenz ist eine unterirdische Hochgeschwindigkeitszugstrecke geplant.

Warum?

Private Konzerne und Bauherren suchen ständig nach neuen profitablen Aufträgen und bekommen solche von den Politikern zugeschanzt. Das Motiv sind dabei kurzfristige Renditen und nicht sinnvolle Verbesserungen für Mensch und Natur sowie der Erhalt und Ausbau der vorhandenen Strukturen.

Der Widerstand ist lebendig

In all diesen Fällen sind aber auch Menschen dagegen aktiv, teilweise schon seit Jahrzehnten. Und sie haben viel erreicht. Besonders effektiv ist der direkte Widerstand, der im Susa-Tal praktiziert wird. Dort haben die Menschen jegliche Bauarbeiten, ja jede Probebohrung durch Blockaden und Mahnwachen verhindert. Im Juni dieses Jahres räumte die Regierung daher mit einem brutalen Polizeieinsatz eine zentrale Region und errichtete eine Militärzone. In dieser werden nun Vorarbeiten durchgeführt. Doch die Entschlossenheit im Tal ist ungetrübt.

Widerstand mit sozialen Kämpfen verbinden

Während der Euro für solche Wahnsinnsprojekte rollt, wird in sozialen Bereichen das Geld zusammengestrichen. Die Vorschläge, unsere Bewegungen mit sozialen Protesten zu verbinden, kamen sehr gut an. Auch die Gewerkschaften sollen in den Kampf miteinbezogen werden. So hat zum Beispiel die FIOM, die Metallarbeitergewerkschaft in Italien, mit einem eintägigen Streik auf die Polizeigewalt im Juni im Susa-Tal reagiert.

Internationale Solidarität

Natürlich wollen wir den gemeinsamen Widerstand weiter ausbauen. Wir wollen uns jährlich treffen und uns gegenseitig helfen. Erste Gelegenheit dazu ist der 12. November 2011. An diesem Tag findet in Paris eine gemeinsame Demonstration gegen den geplanten neuen Flughafen in Nantes und gegen die Hochgeschwindigkeitsstrecke in Frankreich statt.

Ein guter Anfang

Es war eine sehr solidarische und ergiebige Zusammenkunft. Und die Vernetzung unserer lokalen Proteste auf internationalem Niveau wird unseren Widerstand auf eine neue Stufe heben.