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Zur Broschüre „Für die Arbeiterrevolution in Spanien“

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aus dem Buch: Der Spanische Bürgerkrieg 1936-1939


 

Wir drucken hier Auszüge aus der Broschüre „Für die Arbeiterrevolution in Spanien“ von Franz Heller alias Paul Thalmann ab. Das Besondere an diesem im Dezember 1936 verfassten Text ist, dass es wohl die erste deutschsprachige antistalinistische Broschüre über den Spanischen Bürgerkrieg ist.

Hinter dem Pseudonym „Franz Heller“ verbarg sich Paul Thalmann. Er wurde 1901 geboren und als jugendlicher Arbeiter in Basel durch den Ersten Weltkrieg und die Russische Revolution radikalisiert. Er war in der sozialistischen Jugendbewegung aktiv und bald Spezialist für das Schmuggeln von Literatur und RevolutionärInnen über die deutsch-schweizer Grenze. Vor allem, nachdem die sozialistische Jugend fast geschlossen der Kommunistischen Jugendinternationale beigetreten war. Thalmann war zeitweise ihr Sekretär und Delegierter auf dem Weltkongress der Kommunistischen Jugendinternationale 1922 und Gast auf dem unmittelbar davor stattfindenden IV. Weltkongress der Kommunistischen Internationale. Beim V. Weltkongress 1924 war er selbst Delegierter und 1925-28 Student an der „Universität für nationale Minderheiten des Westens“ in Moskau. An ihr erhielten Angehörige nationaler Minderheiten in der Sowjetunion und Angehörige Kommunistischer Parteien des Westens eine marxistische Schulung. In den Semesterferien versuchte er deutschsprachigen BäuerInnen in Sibirien die neuesten Beschlüsse der Kommunistischen Partei nahe zu bringen oder nahm an der Grundausbildung der Roten Armee teil.

Zu dieser Zeit hatte die Stalin-Fraktion im Bündnis erst mit Sinowjew und Kamenjew, dann mit Bucharin den innerparteilichen Kampf bereits gewonnen. Die Texte der trotzkistischen Opposition konnten nur noch heimlich verbreitet werden. Als Thalmann bei einer Abstimmung Trotzkis Thesen nicht verurteilte, sondern sich enthielt, weil er sie schlicht und einfach nicht kannte, bekam er eine offizielle Rüge.

Er kehrte mit einer tiefen Abneigung gegen die stalinistischen Praktiken aus Russland zurück, die ein Leben lang anhielt. Seine Kenntnis über Alternativen zum Stalinismus, wie sie Trotzki formulierte, war begrenzt. In der Schweiz kam es bald zu Auseinandersetzungen über die neue sektiererische Politik, die Stalin der Kommunistischen Internationale vorordnete. Die SozialdemokratInnen wurden als Sozialfaschisten bezeichnet und die Gewerkschaften mit eigenen „roten“ Gewerkschaften gespalten. Viele Mitglieder der Schweizer KP wehrten sich gegen diesen Kurs. In Schaffhausen, wo die KP gut verankert und die stärkste ArbeiterInnenpartei war, führte das zur Spaltung. Die Opposition nahm Kontakt zur deutschen KP Opposition von Brandler und Thalheimer auf. Wie sie selbst, kritisierte die KPD Opposition die Sozialfaschismustheorie und die Gewerkschaftsspaltung aber nicht die fatale Theorie vom „Sozialismus in einem Lande“.

Thalmann war Redakteur der Schaffhausener „Arbeiterzeitung“ und verzichtete darauf, für seine abweichenden Ideen in der Organisation zu kämpfen. Als die Differenzen zu groß wurden, ging er einfach mit seiner Lebensgefährtin Clara auf Reisen. Nach seiner Rückkehr bildeten sie 1934 in seiner Heimatstadt Basel mit radikalisierten StudentInnen und ArbeiterInnen, die zum Teil Mitglied der Sozialdemokratischen Partei waren, die Gruppe „Marxistische Aktion“. Dann nahmen sie Kontakt zur trotzkistischen Gruppe um Walter Nelz in Zürich auf. Zu dieser Zeit führten die Weltwirtschaftskrise, der Faschismus und der Stalinismus zu einer Radikalisierung in vielen sozialdemokratischen Parteien. Eine neue Schicht von ArbeiterInnen war nun in der Sozialdemokratie. Trotzkis AnhängerInnen traten in verschiedenen Ländern in sozialdemokratische Parteien ein, um die sich radikalisierenden Mitglieder für die Revolution zu gewinnen. In der Schweiz ging die Parteiführung aber in die andere Richtung. Der Sieg des Faschismus in Deutschland war für sie Anlass ihre traditionelle Opposition gegen Regierungsbeteiligung und Militärausgaben fallen zu lassen. Es gab heftige Auseinandersetzungen und Thalmann fand sich plötzlich als ein Sprecher der linken Opposition wieder. Aber die Opposition war zu uneinheitlich, obwohl sie sogar auf einem Parteitag einen knappen Sieg davontrug.

In diese Auseinandersetzungen platze der Spanische BürgerInnenkrieg. Paul und Clara Thalmann gingen nach Spanien. Bei einem kurzen Zwischenstopp in der Schweiz schrieb Thalmann Ende 1936 seine Broschüre, die von den Schweizer TrotzkistInnen herausgegeben wurde. Das Vorwort verfasste Walter Nelz, der im Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit anderen Schweizer TrotzkistInnen von der ach so demokratischen Schweiz wegen ihrer antimilitaristischen Arbeit zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Nach dem Krieg vergaloppierte sich Nelz leider in Versuche, den Marxismus durch das Urchristentum und die Hegelsche Religionsphilosophie zu „bereichern“.

In Spanien war Thalmann teils Korrespondent für die sozialistische Presse, teils Mitkämpfer in verschiedenen Milizen und teils im stalinistischen Gefängnis. Er stand zwar im engen Kontakt mit den dort aktiven TrotzkistInnen, aber seine Einschätzung der Sowjetunion entfernte sich zunehmend von ihnen. Er hielt sie für eine Form von kapitalistischem Staat.

Nachdem er glücklich aus Spanien entkommen war, ließ er sich in Paris nieder, war im Hilfskomitee für Spanienflüchtlinge aktiv und versuchte sich durchzuschlagen. Während der deutschen Besatzung von Paris wurde die Wohnung von Paul Thalmann und Clara Eisner zum Schlupfwinkel für untergetauchte JüdInnen und RevolutionärInnen. Zu ihren Schützlingen gehörte auch Paul Widelin (oder Wittelin) alias Viktor, ein deutscher Jude und Trotzkist, der nach Frankreich kam, um die Arbeit der französischen TrotzkistInnen unter den deutschen Besatzungssoldaten zu organisieren. Thalmann unterstützte die Produktion der Zeitung „Arbeiter und Soldat“, die Viktor zusammen mit einer Gruppe von Wehrmachtssoldaten in Brest erstellte. Kurz nachdem Viktor ein anderes Versteck bezogen hatte, wurde er verhaftet und der Gestapo überstellt. Er wurde gefoltert und schließlich ermordert.

Nach dem Krieg versuchten Paul und Clara Thalmann mit Gleichgesinnten eine Art Kommune in der Nähe von Nizza (Séréna) zu gründen. Schon nach wenigen Jahren waren sie von den Gründern als Einzige übrig. Sie setzten ihr Projekt mit wechselnden Gästen bis zu ihrem Tod (Paul starb 1980, Clara 1987) fort. Politisch blieben sie antistalinistische RevolutionärInnen, auch wenn sie sich vom Marxismus in vielen Fragen entfernten.

Franz Heller: Für die Arbeiter-Revolution in Spanien

X. Die Revolution wird verraten – Die Stalinisten lösen die Sowjets auf

Der kühne revolutionäre Schwung der Bewegung, der es den Arbeitern und Bauern gestattete, in Barcelona, Madrid und Asturien den Generalsputsch gründlich zu liquidieren, die Generäle in die Defensive zu drängen, sich die eigenen Machtorgane in den Räten bildete, verebbte ab Mitte September langsam. Statt die Revolution kühn vorwärts zu treiben, amputierten die Stalinisten, die Bourgeoisie und die Sowjetbürokratie gewissenhaft ein Organ der Revolution nach dem anderen, Anarchisten und POUM sind die teils willigen, teils widerspenstigen Patienten. Der Rücklauf der revolutionären Bewegung ist kalendarisch festzuhalten:

Anfangs September: Bildung der Volksfrontregierung Caballero, die sofort versucht, das alte Heer gegenüber der Miliz wieder aufzupäppeln. (Guardia Civil wird nur dem Namen nach in die Guardia National Republicana umbenannt: auf der Grundlage der alten Heeresorganisation werden die Militärpflichtigen zum Heer einberufen!)

Mitte September: Das zentrale Milizkomitee in Barcelona löst sich auf. An seiner Stelle wird die katalanische Regierung gebildet. Die POUM lässt die Losung der Arbeiterregierung unter dem Einfluss der SAP fallen und tritt in die Regierung ein.

Ende Oktober: Stalinistisch-anarchistischer Einheitspakt gegen die POUM. Die Anarchisten treten in die Madrider Regierung mit 4 Vertretern ein, lassen die gestellten Bedingungen fallen und nehmen bedingungslos teil.

Anfang Dezember: Unter dem russischen Druck wird die POUM aus der katalanischen Regierung ausgeschifft. Eine Regierung auf gewerkschaftlicher Grundlage gebildet, das heißt die radikalen Vertreter der Anarchisten gleichzeitig ausgewechselt.

Mitte Dezember: Die Madrider Regierung dekretiert die Umbildung der Miliz in ein republikanisches Heer.

Ende Dezember: Auf Antrag des kommunistischen Unterrichtsministers beschließt die Madrider Regierung die Auflösung der Räte und ihre Ersetzung durch Provinzialräte.

Die Richtung, die Stalinisten – Bourgeoisie – Sowjetbürokratie der Revolution geben wollen, zeichnet sich deutlich ab. Verschärfter Kampf gegen alle revolutionären Tendenzen, gegen die POUM und gegen die Anarchisten, gegen die Massen durch die Auflösung ihrer Machtorgane, der Komitees. Nach rechts: Verstärkung der Zentralregierung in Madrid, Bündnis mit den baskischen Nationalisten, Appellation an den Völkerbund, Illusionen auf die kapitalistischen Demokraten, Hoffnungen auf Nichtintervention. Die politische Linie des schmählichen Blocks: Stalinismus-Reformismus-Bourgeoisie-Sowjetbürokratie arbeitet an der Restauration der bürgerlich-demokratischen Republik und scheut selbst vor der offen kapitalistischen Losung: Verteidigung des Privateigentums nicht zurück!

Wie jede revolutionäre Bewegung hat sich die spanische Revolution spontan ihre eigenen neuen Machtorgane geschaffen. Nach den Erfahrungen der russischen Revolution, dem asturischen Aufstand entstanden neben den alten Unterdrückungsorganen die Räte der Arbeiter und Bauern. Diese Räte – in Spanien Komitees – übernahmen in Städten und Dörfern, in Fabriken und Gruben die Macht. Später entstanden an der Front und in der Milizarmee die Komitees der Milizionäre. Diese Komitees – die spanische Räteform – waren die lokalen Machtorgane, die alles regelten: Die Anwerbung und Bewaffnung der Milizen, die Säuberung der Orte von den reaktionären Elementen, die Bildung der Sicherheitsmiliz, die Ernährung und Verpflegung der ganzen Bevölkerung und der Milizarmee. Sie bildeten die faktische Gemeindeverwaltung auf den Dörfern und in den Städten. Die Komitees leiteten die Enteignung des Grund und Bodens, überwachten die Verteilung des Bodens an die Bauern, bestimmten Produktion und Verbrauch. Sie waren die Grundlage der Macht, der neuen gesellschaftlichen Verhältnisse. An zahlreichen Orten waren sie überhaupt die einzige Macht, die bestand und für das Weiterleben gesellschaftlicher Formen sorgte. In allen anderen Orten bestanden sie als Organe der Doppelherrschaft neben den alten bürgerlichen Unterdrückungsapparaten und Organen, wobei meist die Komitees die wirkliche Macht repräsentierten. Auch dem einfachsten Bauern und dem rückständigsten Arbeiter leuchtet es ein, dass hier seine Organe entstanden waren im Gegensatz zu den alten staatlichen Unterdrückungsmaschinen. Es war seine eigene Kraft und Macht, die er in den Komitees wirken sah. Waren doch die Komitees in ihrer sozialen und politischen Zusammensetzung meist von Arbeitern und Bauern beherrscht, zogen es die republikanischen Antifaschisten vor, in den alten Organen des bürgerlichen Staates zu sitzen und sich dort als die Lenker der Geschicke aufzuspielen, was nur noch fauler Zauber war. Eine revolutionäre Partei konnte sich nur auf diese Organe stützen, eine revolutionäre Bewegung musste von ihnen ausgehen, die Vertiefung der Revolution konnte nur durch eine Stärkung der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte erfolgen.

Weder die POUM noch de Anarchisten vermochten diese ungeheure revolutionäre Bedeutung der Komitees einzusehen. Die POUM begnügte sich anfänglich mit der Losung der Arbeiterregierung, ohne sich zur Frage der Räte überhaupt zu äußern. Später verzichtete sie mit ihrem Eintritt in die katalanische Regierung auf diese Losung. Die Anarchisten ließen sich wie gewohnt von den Ereignissen treiben, fürchteten sich unermüdlich vor dem Wiedererstehen staatlicher Autorität, nicht sehend, dass die Räte die demokratische Form waren, die alle Garantien gegen staatliche Autorität und Bürokratie bot. Stalinisten und Bourgeoisie versuchten vom ersten Tag an, die revolutionäre Bedeutung der Sowjets einzuschränken. Die Milizkomitees unterstellten sie den Offizierscliquen, versuchten das alte Heer wieder zu reorganisieren, beabsichtigen heute, da sie genügend Kraft und Macht besitzen, die Milizarmee überhaupt abzuschaffen und sie in eine bürgerliche Armee zurück zu verwandeln. Laut Beschluss der Madrider Regierung auf Antrag des kommunistischen Unterrichtsministers sollen die Komitees der Arbeiter, Bauern und Milizionäre aufgelöst und durch Provinzialräte ersetzt werden. Die Provinzialräte stellt natürlich die Madrider Regierung liebenswürdig zur Verfügung. Das ist keine verwaltungstechnische oder organisatorische Frage, hier geht es um das Leben der Revolution. Die Auflösung der Räte bedeutet den Arbeitern und Bauern den Teil der Macht wieder zu entreißen, den sie sich bereits erobert haben. Bedeutet, der Revolution ihre lebenswichtigen Organe abschneiden. Das ist die Kastration der Revolution! Der kommunistische Unterrichtsminister in der Madrider Regierung handelt ja nur im Sinne seiner Auftraggeber in Moskau, die in der Vernichtung der Revolution bereits reiche Erfahrung gesammelt haben. Diese Auftraggeber haben nach demselben Rezept die Revolution in China zerschlagen, mit dem Verbot, jawohl Verbot! der Bildung von Sowjets, Rätechina verhindert und die chinesischen Arbeiter und Bauern dem Tschiang Kai-Schek ausgeliefert. Spanien soll die zweite Auflage dieses blutigen Abenteuers werden.

Die Haltung der Stalinisten wird bestimmt durch die politischen Bedürfnisse der Sowjetbürokratie. Die diplomatischen Bedürfnisse mit den kapitalistischen Staaten, das grenzenlose Unvertrauen in die Kraft der Arbeiterklasse ließ die stalinistischen Menschewiken die Volksfrontpolitik „entdecken“. Wo? In der Rumpelkammer des Menschewismus und Reformismus. Diesen alten Ladenhüter putzten sie neu auf mit dem leeren Wort „Volksfrontpolitik“. Was dahinter steckt ist die schmutzigste Koalition mit dem Klassenfeind, mit der Bourgeoisie. So auch in Spanien. Die Volksfrontpolitik der Reformisten und Stalinisten, die jetzt daran geht: Die Miliz aufzulösen und eine bürgerliche Armee zu schaffen, die Räte aufhebt, um sie durch bürokratische Regierungsorgane zu ersetzen, besorgt alles im Bunde und Einvernehmen mit der spanischen liberalen Bourgeoisie. Die Stalinisten besorgen in Spanien die Geschäfte der bürgerlichen Demokratie, sie verraten die proletarische Revolution.

(…)

XII. Vorwärts für die spanische Revolution. Vorwärts zur Gründung der IV. Internationale

Die revolutionäre Bewegung in Spanien wird nur siegen, wenn sie durch eine revolutionäre Partei offen, konsequent und energisch vertieft, in der Richtung der proletarischen Revolution weiter getrieben und vollendet wird. Die Volksfrontparteien: Sozialisten, Kommunisten und liberale Bourgeoisie stehen der proletarischen Revolution hindernd im Wege. Die politische und theoretische Unfähigkeit der Anarchisten, das haltlose Schwanken der POUM unter dem SAPistischen Einfluss zwischen revolutionärer Theorie und zentristisch-reformistischer Praxis ist der Aufgabe nicht gewachsen. An die Lösung dieser Aufgaben herantreten kann nur eine revolutionäre Partei, die aus den Erfahrungen der Kämpfe der internationalen Arbeiterklasse, der chinesischen Revolution, der deutschen und italienischen Niederlage, der österreichischen Erfahrungen und der sowjetrussischen Entwicklung die marxistischen Lehren und Schlüsse zog. Diese Partei existiert in Spanien nicht. Die ehemalige trotzkistische Organisation in Madrid und Barcelona ist durch ihre prinzipienlose Vereinigung mit dem Block der Arbeiter und Bauern zur POUM verschwunden. Die wenigen Bolschewiki-Leninisten in Spanien, eine Handvoll Menschen, unbeirrt durch ihre Schwäche müssen und werden sich an diese Aufgabe heranwagen. Mitten im Feuer des Bürgerkrieges und der Proletarierrevolution wird sich die Partei aus den besten revolutionären Elementen der spanischen Arbeiter und Bauern schmieden und stählen. Die theoretische Verarbeitung der Lehren aller großen Kämpfe, die feste Geschlossenheit, der geschulte marxistische Blick für die gestellten und zu lösenden Aufgaben befähigt die Bolschewiki-Leninisten trotz ihrer zahlenmäßigen Schwäche zur Schaffung dieser Partei.

Die proletarische Revolution in Spanien hat begonnen. Eine revolutionäre Partei, die die Revolution zu ihren nächsten Aufgaben führen will, kann und muss sich stützen auf die spanischen Räte, die sich die Arbeiter und Bauern geschaffen haben. Das ist die dringendste, unaufschiebbarste Aufgabe der Stunde: Die Macht in die Komitees zu verlegen, die Macht der Komitees in der Fabrik, auf dem Dorf und an der Front zu verstärken. Mit der Doppelherrschaft zugunsten der Arbeiter und Bauern Schluss machen. Sich loslösen aus der giftigen Umklammerung des stalinistisch-bürgerlichen Blocks, der sich Volksfront nennt. Den Bruch mit den liberalen Führern, den Sturz der Minister-Kapitalisten verlangen. Die vollständige Vernichtung des bürgerlichen Staates durchführen. Die völlige Auflösung der bürgerlichen Armee, der demokratischen National- und Sturmgarden. In die Massen gehen mit der Forderung nach regionaler Zusammenfassung der Kampfkomitees der Werktätigen, nach Bezirks- und Landeskongressen der Räte und einer von ihnen getragenen Arbeiter- und Bauern-Räteregierung. Die Milizionäre sammeln und zentral organisieren unter der Losung und der Fahne einer wahrhaften roten Armee. Die unbedingte Gewerkschaftseinheit herstellen. Die Enteignung der Großgrundbesitzer und der kapitalistischen Wirtschaft, zugunsten der Werktätigen für ganz Spanien proklamieren und dekretieren. Einen föderativen demokratischen Bund iberischer Sowjetrepubliken schaffen. Endlich die Befreiung der unter spanisches Joch gebeugten Kolonialvölker feierlich proklamieren. Die Arbeiter Frankreichs, Belgiens und der ganzen Welt, die gärenden Kolonialvölker Nordafrikas und des Orients zur aktiven revolutionären Unterstützung des sozialistischen Spaniens aufrufen. Die proletarische Revolution wird nur durch sich selbst, durch ihre Permanenz siegen. Auf den Bolschewiki-Leninisten liegt eine gewaltige geschichtliche Aufgabe. Sie müssen sich derselben würdig zeigen. Es gilt gleichzeitig, sich an die Spitze der spanischen proletarischen Revolution zu stellen und in Spanien neue Grundlagen der IV. Internationale zu bilden.

Unter den revolutionären Parolen Lenins gehen die Bolschewiki-Leninisten in den Kampf für die spanische Revolution:

Alle Macht den Räten!

Für die Arbeiter- und Bauern-Räte-Regierung!

Für die spanische rote Armee!

Für die spanische Sowjet-Republik!

Vorwärts, für die proletarische Welt-Revolution!

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