Nach Dresden nun Stolberg

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Seit Frühjahr 2008 instrumentalisieren Nazis den Tod eines Jugendlichen


 

Am 8. und 9. April ist es wieder soweit: Rechte Strukturen, NPD, Kameradschaften und „freie Kräfte“ mobilisieren erneut nach Stolberg (im Rheinland). Ausgangspunkt dieser sich nun zum vierten Male wiederholenden Aktivitäten war der Tod eines Jugendlichen. Obwohl das Motiv kein politisches war, versuchen Nazis seitdem, einen Märtyrerkult zu schaffen. Mit den jährlichen Großmobilisierungen wollen sie ihre Strukturen stärken und den Kampf um die Straßen und Köpfe führen.

von Jupp Sträterhoff, Aachen

In den vergangenen Jahren schafften es die Nazis, ihre Demonstration in Stolberg durchzuführen. Aus dem gesamten Bundesgebiet trafen sie sich, um mit ihren braunen Parolen auch durch „die Mühle“, das migrantisch geprägte Viertel Stolbergs, zu marschieren. Natürlich geschützt durch Riesenaufgebote der Polizei – zur Freude der Nazis.

Anfangs vor allem durch Saufgelage bekannt, entwickelten sich die Neonazi-Gruppierungen im Aachener Umland zu den aktivsten in ganz Deutschland. Zurzeit müssen sich beispielsweise zwei Neonazis vor Gericht wegen Schmierereien am jüdischen Friedhof, wegen Bombenbaus, Angriffe auf das Autonome Zentrum in Aachen und anderer Delikte verantworten. Auch GenossInnen von SAV, Linksjugend ["solid] und andere AntifaschistInnen stehen im Fadenkreuz der Faschisten. Deshalb: Nach Dresden nun den Nazi-Aufmarsch in Stolberg verhindern!

Dass Menschenketten (fernab der Faschisten) und Gottesdienste nicht ausreichen, um Nazis zu vertreiben, sondern nur Massenmobilisierungen und vorbereitete Blockaden die Aufmärsche der Rechten verhindern können, hat sich zuletzt am 19. Februar in Dresden gezeigt. Die SAV und Linksjugend ["solid] in Aachen, Eschweiler und Köln unterstützen daher den Aufruf eines breiten Bündnisses (www.blockieren.mobi) zur Massenblockade.