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Jugend muckt auf in Großbritannien

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Seit November läuft in England und Wales die größte Bildungsprotestbewegung seit Langem.


 

Die Regierung hat eine Verdreifachung der Studiengebühren sowie Kürzungen im Bildungswesen beschlossen, die nur Teil eines riesigen Sparpaketes sind. Durch Demonstrationen, Besetzungen und Streiks wird von bis zu 50.000 SchülerInnen und Studierenden Widerstand geleistet.

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung ist der Beschluss der Conversative Party (Tories), rund um Regierungschef David Cameron, der die Erhöhung der Studiengebühren von 3.000 Pfund auf 9.000 Pfund, umgerechnet ca. 10.000 Euro, pro Jahr vorsieht. Des Weiteren sollen die Ausgaben für Hochschulen in den nächsten Jahren um ein Drittel gesenkt werden, was eine Verschlechterung der individuellen Betreuung der Studierenden sowie fehlende Materialien zu Folge hätte. Befürworter der Bildungsreform wollen weitere Teile der Bildung privatisieren. Die Unis sollen ab 2012 zu 60 Prozent privat finanziert werden. Doch unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise“ riefen die Studierenden und SchülerInnen zum Bildungsstreik auf. Zahlreiche Übergriffe der Polizei forderten bereits Verletzte, unter anderem durch Einsatz von Pferdestaffeln gegen blockierende StudentInnen.

Aristokraten und Aktionskomitees

Gleichzeitig besaßen Prinz Charles und Camilla die Dreistigkeit, mit ihrer Luxuskarosse durch die Demo zu fahren. Demonstrierende warfen daraufhin Farbbeutel auf das Auto und demolierten es. Die königstreuen bürgerlichen Medien in Großbritannien versuchen, das auszuschlachten, um die Bewegung an den Rand zu drängen. Die britische Polizei kesselt erstmal seit Jahren DemonstrantInnen stundenlang ein. In diesen Kesseln hat unsere britische Schwesterorganisation, die Socialist Party, mehrere Mitglieder gewinnen können. Sie ist aktiver Teil der Proteste: Sie hat Youth Fight for Education mitbegründet, eine Organisation von SchülerInnen, Studierenden und Azubis, die in Aktionskomitees Widerstand leisten. Wir argumentieren dafür, dass die Proteste ausgeweitet werden.

Fight back!

Denn sollten sich Lehrende, die von Kürzungen bis zu 80% betroffen sind, und ArbeiterInnen der Bewegung anschließen, können die Angriffe zurückgeschlagen werden! Die Gewerkschaften NUT (LehrerInnen) und UCU (Universitätsbeschäftigte) haben sich an den Streiks und Demonstrationen bereits beteiligt, weitere Gewerkschaften unterstützen die Bewegung bisher passiv. Wichtig ist, dass die Beteiligung weiterhin so groß bleibt und regelmäßig zehntausende SchülerInnen und Studierende auf die Straßen gehen, sich erheben und auf Missstände aufmerksam machen. Entscheidend ist aber, dass die ArbeiterInnen sich massenhaft mit ihren Kampfmethoden in die Bewegung einbringen. Das bedeutet, dass alle Gewerkschaften aktiver Teil der Bewegung werden müssen und mehr noch, Unis, Schulen und Betriebe bestreikt, besetzt und blockiert werden müssen.

Tobias

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www.socialistparty.org.uk