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Schulstreik war ein klares Signal: „Wir wollen mehr !“

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Dokumentiert: Pressemitteilung des Landesverbands Hamburg der Linksjugend ["solid] zum Schulstreik am 3.Juni


 

Vorbemerkung: Am 3. Juni demonstrierten rund 4500 SchülerInnen in Hamburg gegen die Scheuerl-Initiative, einer bürgerlichen Gruppierung, die die Elitebildung in Hamburg und anderswo verteidigen will und sich gegen Pläne einer sechsjährigen Grundschule und der Zusammenlegung von verschiedenen Schulformen wehrt.

In einem lauten und kämpferischen „Wir wollen mehr“-Block der von Linksjugend ["solid] und anderen linken Jugendgruppen organisiert worden war, beteiligten sich rund 400 Jugendliche. Teile des DGB und der Jungsozialisten hatten vor und während der Demonstration versucht den Block aus der Demonstration auszugrenzen, da sie radikale Inhalte dort vertreten haben wollten. Dies gelang vor allem wegen der Größe des Blocks nicht.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

„Am Donnerstag, den 3.Juni, sind rund 4500 Schüler, Studierende und Azubis gemeinsam auf die Straße gegangen, um ihren Protest gegen das elitäre Anliegen der Scheuerl-Initiative zu demonstrieren. Vereint hat uns die Überzeugung, dass wir dringend eine grundlegende Veränderung des Bildungssystems brauchen. Die Intention der Scheurl-Initiative, diese Reformversuche mit viel Geld, Fehlinformationen und juristischen Tricks zu verhindern, wurden von den Demonstranten klar zurück gewiesen.

Mit dem „Wir wollen mehr“-Block hat sich der Landesverband Hamburg der Linksjugend ["solid] gemeinsam mit anderen linken Jugendgruppen an der Demonstration beteiligt. Damit wollten wir zeigen: Die Reform ist ein (kleiner) Schritt in die richtige Richtung, der aber völlig unzureichend bleibt. Kein Wunder, denn die Forderungen der Schüler, die in mehreren Bildungsstreiks artikuliert wurden, wurden kaum berücksichtigt.

Dazu Linda Fischer, Sprecherin des Landesverbands Hamburg der Linksjugend ["solid]: „Wir halten es für vollkommen verfehlt nur von dieser einen möglichen Reform zu sprechen und dann auch noch unsere weitreichenderen Forderungen und Proteste zu stigmatisieren, wie jüngst in der Springer-Presse geschehen. Es ist längst an der Zeit, die überholten Strukturen im Bildungsbereich zu verbessern. Dafür sind wir schon bei mehreren Bildungsstreiks auf die Straße gegangen. Wir weisen die Versuche der Scheurl-Initiative, die geplante Reform zu behindern, klar zurück. Aber wir wollen mehr als diese halbherzige Reform. Wir brauchen mindestens eine Schule für alle, kostenlose Bildung von der Kita bis zur Uni und wirklich demokratische Schulen! Wir treten ein für eine Veränderung des Bildungssystem, die diesen Namen auch verdient.“

In anderen Bereichen, wie zum Beispiel im Ausbildungssektor, ist auch ein Politikwechsel notwendig. Es gibt allein in Hamburg Hunderte Jugendliche ohne Arbeit und Ausbildung. Durch die Wirtschaftskrise und den Doppelten Jahrgang wird diese Situation noch verschärft.

„Während Milliarden für Bankenrettungspakete oder die Hamburger Elbphilharmonie ausgegeben werden, ist angeblich kein Geld für Bildung da. An den Börsen wird schon wieder mit Milliarden gespielt, während Tausende Jugendliche ohne Arbeit und Ausbildung als Opfer der Krise auf der Straße stehen. Nichts anderes sind wir vom Kapitalismus gewohnt, in dem Profite mehr zählen als Menschenleben. Deswegen kämpfen wir für eine sozialistische Gesellschaft, in der Bildung und Reichtum allen zur Verfügung stehen“, so Linda Fischer. “

Weitere Informationen unter www.linksjugend-solid-hamburg.de