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Honda-ArbeiterInnen in Foshan treten in Streik

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"Streik bis zum Erfolg – Gewerkschaft wiederaufbauen!"


 

Am 27. Mai traten fast 2000 ArbeiterInnen in der Honda-Getriebefabrik in Foshan, einer exportorientierten Industriestadt im Zhujiang-Delta bei Hongkong in den Streik. Sie fordern höhere Löhne und die Wiedereinstellung entlassener ArbeiterInnen. Ihr Ziel ist auch der Aufbau einer demokratischen, kämpferischen und unabhängigen Gewerkschaft.

von www.chinaworker.info (CWI in China) & Socialist Action, Hongkong

Am 17 . Mai hatten bereits 100-200 ArbeiterInnen bei Honda Foshan für eine Lohnerhöhung auf monatlich 2500 RMB gestreikt. Aktuell liegen die durchschnittlichen Einkommen der ArbeiterInnen bei 1000-1200 RMB (ca. 150€). FließbandarbeiterInnen bekamen in den letzten 3 Jahren Gehaltssteigerungen von weniger als 100 RMB (12,50€). ArbeiterInnen müssen in den Schlafsälen der Fabrik wohnen und die Unterbringung, das Essen und andere Gebühren bezahlen. Nach Abzug dieser Kosten bleiben den ArbeiterInnen nur 456 RMB (ca. 57€)

Hunderte von angelernten studentischen ArbeiterInnen aus Fachhochschulen in den unterentwickelten westlichen Provinzen wie Gansu oder Shan"xi, tausende von Kilometern entfernt, verdienen teilweise nur 920 RMB (ca. 108€), den offiziellen Mindestlohn im Gebiet von Foshan. Sie müssen ebenfalls für Unterbringung und Essen bezahlen. Einige junge ArbeiterInnen sagen, sie könnten nicht kündigen, weil sie nicht genug Geld für ein Zugticket zurück nach Hause haben.

Am 19. Mai mischte sich die Lokalregierung von Foshan in den Konflikt ein, wenig überraschenderweise auf der Seite der Honda-Bosse. Die Gespräche scheiterten. Am 26. Mai kündigte Honda ein neues Lohnsystem mit geringen Lohnsteigerungen an, das die ArbeiterInnen jedoch ablehnten.

Am Morgen des 27. Mai verlangte Honda von allen ArbeiterInnen Erklärungen zu unterschreiben, dass sie sich nicht an „Sabotage, Aussperrung und Streik“ beteiligen oder sich organisieren würden. Gleichzeitig entließ die Geschäftsleitung zwei ArbeiterInnen, die verdächtigt wurden den Streik angeführt zu haben.

Dies fachte die Wut der ArbeiterInnen an, sie weigerten sich geschlossen, die Erklärungen zu unterschreiben und forderten die Wiedereinstellung der beiden entlassenen KollegInnen. Fast 2000 ArbeiterInnen verließen die Werkstätten und riefen „Streik bis zum Erfolg, Gewerkschaft wieder aufbauen!“, „Wir kämpfen, bis unsere Forderungen erfüllt sind!“ und andere Slogans.

Durch den Streik stellten vier weitere Honda-Werke in China die Produktion bis zum Monatsende ein, Honda hat bisher 300 Millionen RMB (ca. 37 Mio. €) an Umsatz verloren.

Der Streik geht weiter, und die ArbeiterInnen brauchen internationale Solidarität und Unterstützung!

Weitere Informationen siehe BBC und New York Times

Chinaworker.info und Socialist Action, Hongkong, fordern:

– Internationale Unterstützung für den Streik der ArbeiterInnen bei Honda Foshan

– Solidarität und Einheit zwischen FließbandarbeiterInnen und BüroarbeiterInnen bei Honda zur Verteidigung der Interessen aller ArbeiterInnen.

– Sofortige Wiedereinstellung der entlassenen ArbeiterInnen – keine Vergeltungsmaßnahmen des Honda-Managements

– Für 2500 RMB monatlich für die ArbeiterInnen und volle Entlohnung während des Streiks

– Keine staatliche Repression gegen den Arbeitskampf

– Unterstützung der Forderung der ArbeiterInnen nach dem „Wiederaufbau der Gewerkschaft“ – für eine wirklich demokratische und unabhängige Gewerkschaft

– Verteidigung der Rechte der ArbeiterInnen auf Selbstorganisation, kollektive Aktion und Streik

– Kampf für Arbeiterkontrolle und Arbeiterdemokratie