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Hamburger solid-Aktive solidarisch gegen Stellenabbau und Zeitarbeit

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Um einen Betriebsrat loszuwerden, feuert ein Spielzeugladen VerkäuferInnen. Doch die Belegschaft wehrt sich


 

Die Filiale von Toys R’ Us in Hamburg-Eidelstedt ist etwas Besonderes im Einzelhandel: Die Beschäftigten sind mehrheitlich bei ver.di organisiert und es gibt einen aktiven Betriebsrat. Dem Unternehmen gefällt das gar nicht, und so wurden im Vorfeld der Betriebsratswahlen zwei VerkäuferInnen gekündigt, damit wegen zu geringer Größe der Belegschaft kein dreiköpfiger Betriebsrat mehr gewählt werden darf.

von Thies Wilkening, Hamburg

Zusätzlich wurden fünf weitere Beschäftigte entlassen, deren Verträge abgelaufen sind. Die Entlassenen – insgesamt ein Viertel der Belegschaft – wurden durch MitarbeiterInnen einer Zeitarbeitsfirma ersetzt. So kann das Management ganz nebenbei noch die Lohnkosten senken – eine im Einzelhandel als „Schlecker-Methode“ bekannte Taktik.

Widerstand und Solidarität

Die Beschäftigten beschlossen, sich gegen die Maßnahmen zu wehren und für die Wiedereinstellung der entlassenen KollegInnen und ihr Recht auf einen Betriebsrat zu kämpfen. Um sie darin zu unterstützen, sammelten Mitglieder von Linksjugend [‘solid] und der SAV im Stadtteil Unterschriften auf einem großen Transparent, das binnen einer Stunde voll wurde.

Am Vormittag des 18. März fand eine Betriebsversammlung statt. Gleichzeitig sammelten AktivistInnen von ver.di, der LINKEN und Linksjugend [‘solid] vor dem Laden weitere Unterschriften gegen Entlassungen und Zeitarbeit. Bei der Betriebsversammlung wurden dann die Unterschriften und das Transparent den Beschäftigten übergeben. Sie freuten sich sichtbar über die Solidarisierung von Gewerkschaft, KundInnen und Bevölkerung. Und wie bekannt wurde, hatte ihr Widerstand auch schon einen ersten Erfolg: Vor dem Arbeitsgericht ist eine einstweilige Verfügung von Toys R’ Us gegen die Betriebsratswahl gescheitert, die Wahl kann stattfinden.

Der Kampf geht weiter

Die Entlassenen wurden noch nicht wieder eingestellt, daher sind weitere Schritte notwendig. Es wird in Erwägung gezogen, eine Demo in Eidelstedt zu veranstalten, um das Verhalten von Toys R’ Us weiter an die Öffentlichkeit zu bringen. Die Erfahrungen vergangener Arbeitskämpfe zeigen aber, dass symbolische Aktionen häufig nicht ausreichen. Daher sollte überlegt werden, wie die Wiedereinstellung zum vollen Lohn, wenn nötig, erzwungen werden kann – zum Beispiel durch einen Streik oder eine Besetzung des Betriebs. GenossInnen von Linksjugend [‘solid] und der SAV werden die Beschäftigten von Toys R’ Us weiterhin solidarisch unterstützen.