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„Marx hatte Recht – Kapitalismus funktioniert nicht“

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Die richtige Antwort auf die Krise: Linksjugend [‘solid] als sozialistische und kämpferische Jugendorganisation aufbauen


 

Die Katastrophenmeldungen aus der Weltwirtschaft überschlagen sich nur so. Deshalb ist zu begrüßen, dass der – der LINKEN nahe – Jugendverband Linksjugend [’solid] am 2. November zu einem Finanzgipfel in Berlin einlädt.

von Tinette Schnatterer, Stuttgart

Überall wird über die Krise diskutiert: in den Schulen, an der Uni, am Arbeitsplatz. Während die Vertreter der kapitalistischen Parteien dumm aus der Wäsche schauen, hat Linksjugend [‘solid] einen entscheidenden Vorteil. Denn als sozialistische Jugendorganisation können wir fordern, was für Beschäftigte und Jugendliche nötig ist und sind nicht an die Möglichkeiten eines in die Krise geratenen Kapitalismus gebunden.

Antworten auf die Krise

Unter dem Titel „Marx hatte Recht – Kapitalismus funktioniert nicht“ hat Linksjugend [‘solid] Stuttgart begonnen, unsere Antworten auf die Krise zu diskutieren. Seit Kurzem ist das Wort Verstaatlichung ja in aller Munde. Bei der ersten Diskussion in Stuttgart waren sich alle Mitglieder von Linksjugend [‘solid] einig: Das ganze Bankensystem hat versagt, also müssen alle Banken verstaatlicht werden. Und um zu verhindern, dass nachher eine Ansammlung korrupter Manager einen öffentlichen Bankensektor kontrolliert, dürfen die Personen in Leitungsfunktionen nicht mehr verdienen als einen Durchschnittslohn und müssen jederzeit wähl- und abwählbar sein.

Um diese und andere Forderungen ausführlich zu diskutieren, sollte zusätzlich zum Krisengipfel spätestens Anfang nächsten Jahres eine bundesweite Sonderkonferenz von Linksjugend [‘solid] zu dem Thema stattfinden. Diese könnte neben inhaltlichen Debatten eine bundesweite Kampagne zur Verstaatlichung des Bankensektors und der Schlüsselindustrien beschließen. Zudem könnte – angelehnt an den SDS-Kongress zu 1968 – ein großer Themenkongress für Frühjahr 2009 vorbereitet werden. Als Ort bietet sich Frankfurt am Main an. Mit einer anschließenden Spontandemo durch das Stadtzentrum könnte man auf die Forderungen zu Verstaatlichung und Abschaffung des Kapitalismus aufmerksam machen.

Betteln für Banken

Denn diskutieren allein reicht nicht. Bundesweit diskutiert Linksjugend [‘solid] derzeit über einen bundesweiten Aktionstag. In Stuttgart haben wir bereits konkrete Pläne. Mit einem großen Transparent „Betteln für Banken“ und alten Hüten werden wir vor einer Bank in der Einkaufsstraße Stellung beziehen. Zudem werden wir mit Kreide eine Karikatur auf den Boden malen in der eine völlig baufällige Schule sagt: „Eine marode Bank sollte man sein.“ Mit der Aktion machen wir darauf aufmerksam, dass die Gewinne der letzten Jahre in den Taschen der Reichen verschwunden sind, während wir jetzt für die Krise zahlen sollen. Wir haben auch alle AktivistInnen des Schulstreikkomitees zu der Aktion eingeladen und werden sie nutzen, um den Streik weiter bekannt zu machen. (Bericht und Fotos der Aktion unter www.solid-stuttgart.de).

Aktiv in der Schülerbewegung

In Stuttgart sind in den letzten Monaten und Wochen einige SchülerInnen bei Linksjugend [’solid] aktiv geworden. Durch die Wut auf die Bildungsmisere und die Proteste dagegen stellen sich für jeden Aktivisten viele politische Fragen: Welche Forderungen brauchen wir, wie organisiert man ein Streikkomitee an der eigenen Schule, woher soll das Geld für unsere Forderungen kommen? Neben der praktischen Hilfe beim Aufbau der Bewegung kann Linksjugend [‘solid] auf diese Fragen Antworten anbieten. Linksjugend [‘solid] und auch die Partei DIE LINKE haben in der Schülerbewegung die Chance zu beweisen, dass sie bundesweit nicht nur gegen Verschlechterungen im Bildungsbereich stehen, sondern auch eine aktive Hilfe beim Aufbau von Bewegungen gegen Bildungs- und Sozialabbau sind. Es gilt Druck zu machen, damit DIE LINKE den Schulstreik unterstützt.

In Orten wie Berlin, in denen DIE LINKE selbst in der Regierung ist und Kürzungspolitik betreibt, muss Linksjugend [’solid] die Möglichkeit nutzen, Druck auf die Handlanger neoliberaler Politik innerhalb der LINKEN auszuüben – mit dem Ziel, dass die Linkspartei den Senat verlässt.

„Ein Gespenst geht um in Europa…“

Damit beginnt das „Kommunistische Manifest“ von Karl Marx und Friedrich Engels. Linksjugend [’solid] Stuttgart bietet einen Lesekreis zum „Kommunistischen Manifest“ an, in dem Jugendliche die ersten Seiten der historischen und gleichzeitig brandaktuellen Schrift lesen und diskutieren.

Dass der Kapitalismus nicht funktioniert, ist offensichtlich. Höchste Zeit also, darüber zu diskutieren, wie eine sozialistische Gesellschaft aussehen kann und wie wir dorthin kommen!

Tinette Schnatterer ist Mitglied im LandessprecherInnenrat von Linksjugend [‘solid] Baden-Württemberg und gehört dem SAV-Bundesvorstand an