IG Metall: Wahlabbruch bei Daimler Mettingen

Ein völlig neuer Vorgang untermauert die bürokratischen Methoden, derer sich bedient wird, um innerbetriebliche Opposition zu unterbinden.


 

Das Untertürkheimer Daimler-Werksteil Mettingen stellt üblicherweise 32 der insgesamt etwa 100 Delegierten der IG-Metall-Ortsverwaltung Esslingen. Die oppositionelle Betriebsgruppe alternative hat in dem Betrieb die Mehrheit der KollegInnen hinter sich. Doch wenn die neugewählte Delegiertenversammlung im April erstmals zusammenkommt, wird von den Mettingern niemand dabei sein. Denn die Verantwortlichen der IG Metall brachen die Delegiertenwahl kurzerhand ab. Das Argument: Die KollegInnen der alternative hätten sich des Verbrechens schuldig gemacht, ein Flugblatt mit Kandidatenvorstellungen zu verteilen. Soviel Demokratie darf man den KollegInnen offenbar nicht zumuten, denn dies wurde als „Manipulation“ gewertet. Zudem beschlossen die Ortsvorstände der IG Metall Esslingen und Stuttgart, den Transfer des Standorts Mettingen in die Stuttgarter Verwaltungsstelle zu beantragen. Damit hofft man offensichtlich, den Einfluss der „Mettinger Rebellen“ einzugrenzen.

Diese bürokratischen Methoden werden auf Dauer nicht weiterhelfen. Einen Erfolg konnte derweil der oppositionelle Betriebsrat Mustafa Efe im Daimler-Werk Berlin-Marienfelde erlangen. Bei den Delegiertenwahlen bekam er die meisten Stimmen. Vorausgegangen war eine Hetzkampagne der Betriebsratsmehrheit gegen ihn.

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