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Israel: SozialistInnen aktiv für Arbeiterrechte

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Gespräch mit Shay Galy (Haifa) und Yasha Marmerstein (Tel Aviv) von Maavak Sozialisti
Maavak Sozialisti ist die Schwesterorganisation der SAV in Israel. Das Gespräch mit Yasha (links) und Shay führte Bianca Suttner während des CWI-Weltkongresses im Januar


 

Was ist euer Ausgangspunkt, um im Nahen Osten für eine Alternative zu Krieg und Bürgerkrieg zu kämpfen?

Maavak Sozialisti ist die einzige Organisation, die in Israel einen Klassenstandpunkt vertritt. Nur mit einem solchen Ansatz kann man auf einen gemeinsamen Kampf von ArbeiterInnen in Israel/Palästina hinarbeiten. Aber einfach ist das nicht.

Am Ehesten sind Schritte in diese Richtung auf unterer Ebene möglich, also in einzelnen Betrieben. Es gibt viele Betriebe, wo sowohl Israelis als auch PalästinenserInnen arbeiten. Die Menschen streiken dort gemeinsam, weil sie gemeinsam arbeiten. Hier ist es offensichtlich, dass sie die gleichen Probleme und Anliegen haben.

Vor dem Bau der Mauer zum Gaza-Streifen habt ihr euch an gemeinsamen Demonstrationen von Israelis und PalästinenserInnen gegen den Mauerbau beteiligt. Im vergangenen Sommer habt ihr euch gegen Israels Angriff auf den Libanon engagiert. Was greift Maavak Sozialisti im Moment auf?

Im Sommer haben wir mit einer Kampagne für die Rechte von nichtorganisierten ArbeiterInnen begonnen. In Israel betreibt die Regierung seit Jahren neoliberale Politik. Wir haben heute eine Situation, wo junge ArbeiterInnen unter schlechteren Bedingungen arbeiten müssen als ihre Eltern. Viele junge Leute sind heute in Zeitarbeitsfirmen angestellt und bekommen dadurch keine Rentenversicherung.

Bei den letzten Haushaltskürzungen hat die Regierung beschlossen, dass man keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, wenn man unter 28 ist! Gleichzeitig wissen viele Jugendliche nicht, welche Rechte sie haben und wie sie sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen zur Wehr setzen können.

Deshalb haben wir angefangen, eine „Workers Rights Card“ zu produzieren. Das ist eine Karte, die wir vor allem an junge ArbeiterInnen verteilen. Darauf finden sich ihre wichtigsten Rechte und die Aufforderung, sich gewerkschaftlich zu organisieren.

Für Arbeiterjugendliche ist es außerdem schwierig, auf die Universität zu gehen, vor allem wegen der Studiengebühren. Im Herbst hat die israelische Regierung die Weichen für die Privatisierung der Universitäten gestellt. Als erster Schritt dahin wurden die Studiengebühren verdoppelt. Seit zwei Monaten gibt es deswegen Proteste der Studierenden. Daran beteiligen wir uns natürlich.