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Arbeitgeber wollen „Mogelpackung“ durchsetzen

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Die Vorbereitung zur Metalltarifrunde 2006 läuft
 

Der Metalltarifvertrag läuft am 28. Februar aus. Betroffen sind 3,5 Millionen KollegInnen. Jetzt finden in den Betrieben und Bezirken die Diskussionen über die Forderung statt. Im Januar wollen IG-Metall-Vorstand und bezirkliche Tarifkommissionen die Forderung festlegen.

Die KollegInnen von Porsche beschlossen eine Forderung von sieben Prozent, während von führenden IGM-Funktionären wie Berthold Huber (IGM-Vize) und Detlef Wetzel (Landeschef NRW) vier Prozent als Ausgangspunkt der Verhandlungen ins Gespräch gebracht werden.

Die Bedeutung der Metalltarifrunde liegt darin, dass sie starke und erfahrene Belegschaften zusammen in den Kampf bringt. Die Arbeitgeber knackten seit der letzten Tarifrunde einen Betrieb nach dem anderen und erpressten Arbeitszeitverlängerungen und Lohnraub. Nun kann sich der Unmut darüber in einem gemeinsamen Kampf Bahn brechen. Bei der letzten Tarifrunde 2004 mussten die Unternehmer nach Warnstreiks von etwa 500.000 Beteiligten den Rückzug antreten.

Dennoch gestand ihnen die IG Metall im „Pforzheimer Abkommen“ Öffnungsklauseln zu: Auf betrieblicher Ebene kann mit dem Segen der IG Metall die Arbeitszeit ausgedehnt und die Löhne gesenkt werden. Nach Angaben von Berthold Huber wurde in 470 Fällen und betroffenen 5.000 Betrieben davon Gebrauch gemacht. Da die IG-Metall-Spitze diesen Weg fortsetzen will, steht die Aushöhlung des Flächentarifvertrages auch bei dieser Tarifrunde auf der Tagesordnung.

Die KollegInnen der alternative vom DaimlerChrysler-Werk in Stuttgart schreiben in der Nr. 10 vom Oktober dazu: „Noch bevor die IG Metall mit der Forderungsdiskussion für die Lohntarifrunde 2006 begonnen hat, lassen die Arbeitgeber deutlich ihre Absichten erkennen: die gekündigten Tarifverträge zu den vermögenswirksamen Leistungen und zu den Erholzeitpausen (LRTV II) [sogenannte Steinkühler-Pause] sollen in einer Mogelpackung mit der Tarifrunde verrechnet werden. Diese Rechnung darf nicht aufgehen! Durch den ständig steigenden Leistungsdruck und die Verkürzung der Taktzeiten brauchen wir die Erholzeiten mehr denn je, wie oft sollen wir dafür noch bluten? Und wir brauchen eine spürbare Reallohnerhöhung, ohne dass dabei ständig bereits erkämpfte Erfolge angerechnet werden!“

von Stephan Kimmerle, Berlin