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Polizeigewalt gegen Sch?lerInnen in Hamburg

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Ein Augenzeugenbericht
 
Der Sch?lerstreik der heute, am 24. M?rz 2003 um 9.30 als friedliche Gro?demonstration mit ungef?hr 50.000 Teilnehmern begonnen hat, endete heute ?berraschend mit einem massiven Polizeieinsatz. Wie konnte es dazu kommen?
Die Demonstration ist, von der Hamburger Strasse bis zu seiner Ankunft, hinter der Kennedybr?cke, v?llig friedlich verlaufen. Polizeikr?fte waren in nur geringer Zahl zu sehen und es gab keinerlei Auseinandersetzungen. Auch als die Demonstration nach der SPD-Zentrale weiter Richtung US Konsulat f?hrte, verhielten sich die Einsatzkr?fte der Polizei eher zur?ckhaltend.
Hinter der Kennedybr?cke erwartete die Demonstration dann ein massives Polizeiaufgebot, mit Wasserwerfern, Helmen und in Kampfr?stung. Zu dieser Zeit waren noch etwa 10 000 Sch?lerinnen und Sch?ler anwesend. Am Ende der Schlusskundgebung, forderte die Polizei die Sch?ler und Sch?lerinnen auf, den Platz zu r?umen, und drohte mit Wasserwerfereinsatz.
Begr?ndet wurde der Einsatz damit, dass die Einsatzkr?fte am Rande der Demonstration beworfen worden seinen. Kurz darauf setzte die Polizei Wasserwerfer ein und Polizeiketten r?ckten vor und versuchten die Demonstration ?ber die Kennedybr?cke und in Richtung Bahnhof Dammtor zu treiben. Dabei wurden friedlich auf dem Boden sitzende Sch?lerinnen direkt mit den Wasserwerfern beschossen.
Von Auseinandersetzungen kann keine Rede sein, da der Widerstand einer friedlichen Sch?lerdemonstration gegen Wasserwerfer und vollgepanzerte Polizeikr?fte mit Schlagst?cken, nicht vorhanden war. Sch?ler berichteten, dass ein etwa zw?lfj?hriger Junge hinter die Polizeiketten gezogen und verpr?gelt worden ist.
Der kleinere Teil der Demonstration wurde von Polizeiketten ?ber die Kennedybr?cke getrieben. In der Mitte der Kennedybr?cke blieben viel Sch?lerinnen und Sch?ler stehen, und wollten nicht weitergehen, da sie wissen wollten, wie es ihren Klassenkameradinnen und Kameraden ergeht, die unter Wasserwerferbeschuss Richtung Dammtor verschwunden waren. Die Polizei griff die sitzenden Sch?ler an, verletzte einige und nahm einige in Gewahrsam.
Der andere Teil der Demonstration wurde zum Dammtor getrieben. Die meisten flohen hier in den Bahnhof, ein Teil der Sch?lerinnen und Sch?ler wurde von der Polizei bis zur Uni getrieben, dort eingekesselt und teilweise in HVV-Bussen in Gef?ngnisse gefahren.
Es wurden etwa 70 Sch?ler und Sch?lerinnen in Gewahrsam genommen, 12 wurden wegen „Landfriedensbruch“ verhaftet.
Die Polizei hat diese „Auseinandersetzungen“ zun?chst durch ihr Auftreten provoziert (Wasserwerfer und Kampfpanzer auf einer Sch?lerdemonstration f?r Frieden?) und sp?ter alleine verschuldet. V?llig unabh?ngig davon, ob tats?chlich irgendein Sch?ler oder eine Sch?lerin irgendetwas nach einem Polizisten geworfen hat oder nicht, ist das Verhalten der Polizei nicht zu rechtfertigen.
Weder der Fakt, dass diese Demonstration ?berhaupt von einem riesigen Polizeiaufgebot unter Einsatz von schwerem Ger?t angegriffen worden ist noch die v?llig unverh?ltnism??ige Brutalit?t mit der die Polizei gegen Sch?ler und Sch?lerinnen vorgegangen ist, ist irgendwie entschuldbar.
Wir haben vom Lautsprecherwagen aus wiederholt versucht deeskalierend einzugreifen, und haben der Polizei sogar angeboten, durch ihre Anlage die Demonstration noch einmal offiziell f?r beendet zu erkl?ren, wurden aber mit den Worten abgetan :“Ihr habt Eure Schuldigkeit getan , das ist jetzt Sache der Polizei.“ Der Wille der Polizei zur Deeskalation sollte damit hinreichend gekl?rt sein.
Hinter diesem Polizeieinsatz stand ein politischer Wille.
Wir verurteilen das Vorgehen der Polizei aufs Sch?rfste und werden uns daf?r einsetzen, dass die Verhafteten m?glichst schnell frei kommen.

Sebastian Deichmann
f?r Jugend gegen Krieg