Nachruf: Celina Fatachova

Wir trauern um unsere Genossin Celina Fatachova. Sie ist nur 21 Jahre alt geworden.

Celinas Eltern kommen aus Aserbaidschan, sie wuchs in Deutschland auf. Sie spürte die Entfremdung der kapitalistischen Gesellschaft und entwickelte mit ihrem scharfen Verstand eine fundierte Systemkritik. Celina war bei Fridays for Future in Brandenburg an der Havel aktiv. Sie kam zu dem Schluss, dass die Klimakatastrophe nur durch sozialistische Maßnahmen gestoppt werden kann. Sie besuchte Treffen der antikapitalistischen Strömung in FFF, trat 2021 der SAV bei und nahm an Aktionen in Berlin und später Bremen teil.

Celina hatte beeindruckend viele Fähigkeiten und Talente. Sie war witzig, voller Energie, unglaublich neugierig und schlagfertig, herzlich und kreativ. Bereits mit 17 Jahren konnte sie hervorragende Artikel schreiben und Reden halten. Ihre ersten Artikel über den Zusammenhang von Klima und Militär und die Tesla-Fabrik in Grünheide zeugten von politischem Gespür.

Nach ihrem Abitur zog Celina zum Studieren in die Niederlande. Das intensive Studium, das sie dieses Jahr abschloss, ließ ihr wenig Zeit für politische Arbeit. Sie hat die Arbeit der SAV weiterhin verfolgt und unterstützt.

Am 10. Mai haben wir über Freund*innen von ihr erfahren, dass sie tot ist. Wenn ein junger Mensch stirbt, ist das immer besonders traurig. Der Schock des Todes dieser talentierten und liebenswerten Revolutionärin sitzt tief. Wir wünschen allen, die sie kannten, viel Kraft.

Wir ehren das Andenken an Celina, indem wir uns weiter für eine solidarische Gesellschaft einsetzen, die auch ihr am Herzen lag, sowie dafür, dass alle Menschen in psychischen Krisen jede nur mögliche Hilfe bekommen.

 

Wenn ihr oder eine euch nahestehende Person sich in einer psychischen Krise befindet oder suizidale Gedanken habt, sucht euch bitte umgehend professionelle Hilfe. Es gibt Auswege, ihr müsst diesen schweren Weg nicht allein gehen. Hilfsangebote (kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar):

  • Notruf: 112 (bei akuter Gefahr)
  • Psychiatrischer Krisendienst: Lokale Krisendienste in Ihrer Nähe finden Sie meist über eine Online-Suche.
  • Telefonseelsorge Deutschland: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222 (auch Chat-Beratung möglich: telefonseelsorge.de)

Anzeichen ernst nehmen: Suizidgedanken sind oft ein Schrei nach Hilfe und ein Ausdruck von tiefer Verzweiflung, nicht zwingend der Wunsch zu sterben. Sprecht offen darüber, wenn ihr Warnsignale im Umfeld bemerkt (Rückzug, Hoffnungslosigkeit, Abschiedsszenarien).