Kein Krieg gegen den Iran!

Die Ermordung des Chefs der iranischen Al-Quds-Brigaden, Qassem Soleimani, durch US-Einheiten auf direkten Befehl von Präsident Trump führt die Region an den Rand eines neuen Krieges. Das iranische Regime ist bisher gut damit gefahren, den eigenen Einfluss unterhalb der Schwelle einer umfassenden Konfrontation mit den USA auszubauen und hat kein Interesse daran, dies zu ändern. Doch es wird auf die Ermordung Soleimanis reagieren müssen, um keine Schwäche zu zeigen. Man stelle sich vor, der Iran hätte den höchsten Repräsentanten des US-Militärs im Ausland liquidieren lassen, mit dem durchaus zutreffenden Hinweis auf dessen Kriegsverbrechen. Ein direkter Gegenschlag der USA wäre sicher.

Wir weinen keinen Träne um Soleimani. Er hat nicht nur iranische Einheiten im Syrien-Krieg geleitet. Die „Revolutionsgarden“, zu denen die Al-Quds-Brigade gehört, waren an der blutigen Unterdrückung der Proteste im Iran 2009 und an der Ermordung Hunderter Menschen im Irak und Iran bei der jüngsten Revolte 2019 beteiligt. Diese Proteste der iranischen und irakischen Arbeiter*innen und Jugendlichen weisen den Weg nach vorne, der Machtkampf der regionalen und weltweiten Despoten und Imperialisten führt die Region tiefer in das Chaos.

Wir verurteilen diesen Mord durch die US-Armee. Die US-Interventionen 1991 und 2003 haben der Region die Hölle bereitet und die Bedingungen für die Eskalation der Bürgerkriege im Irak und Syrien geschaffen. Die Region kann nur nach vorne gehen, wenn die Unterdrückten und Ausgebeuteten vor Ort, über nationale und religiöse Grenzen hinweg, die Kontrolle übernehmen und die Besatzungstruppen und ihre eigenen Diktatoren verjagen.

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