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Solidarität mit der Protestbewegung im Iran!

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Erklärung der Gewerkschaft im Teheraner öffentlichen Nahverkehr

Am 5. Januar haben unabhängige Gewerkschaften in Iran eine Erklärung zur Unterstützung der Massenproteste gegen die Austeritäts- und Repressionspolitik des Regimes verfasst. Die Erklärung wurde im Namen der Gewerkschaft im Teheraner öffentlichen Nahverkehr und der Agrarindustriearbeiter-Gewerkschaft Haft Tapeh in der Provinz Khuzestan veröffentlicht.

Beide Gewerkschaften waren in der letzten Zeit in Kämpfen involviert und sind von Repressionen betroffen. Reza Shahabi, ein führender Kollege der Teheraner Gewerkschaft, wird seit 2010 verfolgt, hatte bereits sechs Jahre im Gefängnis verbracht und ist seit August letzten Jahres wieder inhaftiert.

Wir rufen unsere Leserinnen und Leser dazu auf, Solidaritätsbotschaften zu schreiben, die Forderung nach der sofortigen Freilassung von inhaftierten GewerkschafterInnen sowie TeilnehmerInnen der Proteste zu unterstützen und sich mit den Anstrengungen für den Aufbau einer Bewegung von ArbeiterInnen, Jugendlichen und Armen für demokratische Rechte und grundlegende Veränderungen solidarisch zu erklären.

Solidaritätsbotschaften sollten an die Gewerkschaft im Teheraner öffentlichen Nahverkehr vsyndica@gmail.com und in Kopie an das Komitee für eine Arbeiterinternationale (CWI) cwi@worldsoc.co.uk geschickt werden.

Hier die Erklärung der Gewerkschaft im Teheraner öffentlichen Nahverkehr:

Keine Gewalt gegen Menschen, die ums Überleben kämpfen!

Die Proteste der Armen, der ausgebeuteten Klassen und der ArbeiterInnen sind ein Ergebnis der Ungerechtigkeit.

Jahrelang haben wir erklärt, dass unsere Löhne nicht für unseren Lebensunterhalt ausreichen, aber das wurde nicht gehört. Unsere mageren Löhne, die ein Fünftel der Grundsicherung für Arme betragen, wurden über Monate nicht ausbezahlt.

Mit der Ausweitung von Privatisierung, Fremdvergabe, prekären Arbeitsverträgen (wo ArbeiterInnen ihren Chefs Blankopapiere unterschreiben und mit Fingerabdruck bestätigen mussten) wurden die Rechte und Arbeitsplatzsicherheit immer mehr ausgehöhlt.

Bandkredite, die zur angeblich der Schaffung von Arbeitsplätzen dienen sollten, wurden von verschiedenen Menschen dazu genutzt, unproduktive Geschäfte zu machen und sich ihren eigenen Eine falsche Politik hat die Arbeitslosenzahlen in die Höhe schnellen lassen. Die Armut hat sich enorm verstärkt. Obdachlosigkeit, Kinderarbeit und die Zahl von Menschen, die Müll durchsuchen um zu überleben, sind angewachsen. Eine Krankenversorgung ist für ArbeiterInnen und normale Leute nicht zugänglich. Veruntreuung und die Plünderung öffentlichen Eigentums sind zu einem vorherrschenden Phänomen geworden.

Mit dem Anstieg der Preise für Dienstleistungen und Kraftstoff sind auch die Preise für andere Waren und Dienstleistungen gestiegen. Die Unterschicht ist zerstört worden, indem Subventionierungen gekürzt wurden, die Bargeldunterstützung für die Armen eingefroren wurde, gleichzeitig aber die Preise stiegen.

Legitime Proteste von ArbeiterInnen und Lehrerinnen wurden mit Entlassungen, Auspeitschungen und Gefängnis beantwortet.

Die Gewerkschaft der Teheraner Beschäftigen im Öffentlichen Nahverkehr, die Gewerkschaft der Haft Tapeh Beschäftigten der Agrarindustrie und andere unabhängige Gewerkschaften und Organisationen der ArbeiterInnen und LehrerInnen wurden nicht offiziell anerkannt. Stattdessen wurden sie gewaltsam unterdrückt, ihre Mitglieder regelmäßig inhaftiert und vor Gerichte gestellt. Die Verfassung wurde regelmäßig verletzt, indem das Recht der Menschen sich an Protesten zu beteiligen und das Recht auf Bildung von unabhängigen Gewerkschaften missachtet wird.
Alle ArbeiterInnen und die Armen haben diese Ungerechtigkeit in der ein oder anderen Art erfahren. Gewalt ist keine Antwort gegenüber Menschen, die ums Überleben kämpfen!