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Frauenbild in Game of Thrones

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Foto: https://www.flickr.com/photos/136807076@N07/ CC BY 2.0

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Von den einen hoch gelobt wegen der fortschrittlichen, weiblichen Charaktere, von den anderen stark kritisiert wegen der brutalen Darstellung von Gewaltausübung an Frauen: Die US-Amerikanische Serie „Game of Thrones“ ist umstritten, gehört jedoch mit zu den weltweit beliebtesten Serien der letzten Jahre.

von Svenja Föst, Berlin

In Deutschland sahen rund 400.000 Menschen die Auftaktepisode der neuen, sechsten Staffel im Pay-TV, in den USA waren es sogar über zehn Millionen. Gerade die sechste Staffel führt eindringlich die Benachteiligung von und Gewalt an Frauen vor Augen. Wegen der in anderen Staffeln gezeigten Vergewaltigungen (Daenerys Targaryen, Cercei Lennister, Sansa Stark uvm.) ist die Serie in die Kritik geraten. Im Internet hagelte es Vorwürfe, denn durch das selbstverständliche Zeigen, würden solch „grausame und moralisch verwerfliche Taten“ verharmlost werden.

Pornographie light

Außerdem werden in der Serie auffallend oft, leicht bekleidete, dem westlichen Schönheitsideal entsprechende Frauen gezeigt, die die Handlung nicht beeinflussen und teilweise in den Büchern auch nicht vorkommen. Sie scheinen einzig dafür da zu sein, um die Einschaltquoten durch sexistische Darstellung von Frauenkörpern zu heben. Aber da stellt sich doch die Frage, weshalb „Game of Thrones“ gerade von vielen FeministInnen gelobt wird. In Westeros, die Welt in der die Serie spielt und die an das patriarchal geprägte, europäische Mittelalter angelehnt ist, wirkt es zunächst so, als seien Frauen nur dafür da, um gewinnbringend verheiratet zu werden und Kinder zu gebären.

Königinnen und Heldinnen

Jedoch spielen auffallend viele Frauen eine entscheidende Rolle für den Verlauf der Geschichte, was bei diesem Genre unüblich ist. Die Serie lebt gerade von diesen starken, weiblichen Charakteren, die sich der patriarchalen Gesellschaft nicht oder nur zu anfangs unterordnen. Dazu zählen Arya Stark, die ihren eigenen Willen durchsetzt, Brienne von Tarth, die zu den besten SchwertkämpferInnen Westeros gehört und Ygritte, die als selbstbestimmte Frau lebt. Diese sind Beispiele für Frauen, die sich von Beginn an nicht in das typische Frauenbild einordnen lassen. Doch auch Frauen, die zunächst eine unterwürfige Rolle spielten, werden im Laufe der Serie zu selbstbewussten Hauptrollen. Die Entwicklung von Daenerys Tagaryen ist hierfür ein gutes Beispiel. Einige der zu Beginn erwähnten Kritikpunkte sind durchaus nachvollziehbar, jedoch überwiegen aus meiner Sicht die vielschichtigen, selbstbewussten und zielstrebigen Frauencharaktere. Sie sind es, die die Serie so erfolgreich machen.