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Die Folgen der Krise in Griechenland für Frauen

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Foto: https://www.flickr.com/photos/spyrospapaspyropoulos/ CC BY-NC-ND 2.0

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Schon vor Beginn der Krise in Griechenland waren Frauen von höherer Arbeitslosigkeit, Diskriminierung und prekären Arbeitsverhältnissen betroffen. In unregulierten Bereichen wie der Reinigungsbranche, der Kinder- und Altenpflege, aber auch im Tourismus und Landwirtschaft sind schon vor Krisenbeginn viele Frauen beschäftigt gewesen.

Zwischen 2010 und 2012 ist das reale Durchschnittseinkommen in Griechenland um 45 Prozent gesunken und Griechinnen sind dabei mit einem durchschnittlich 22 Prozent niedrigeren Lohn als ihre Kollegen per se in einer schwierigeren Ausgangslage.

Frauenarbeitslosigkeit

Und es sind vor allem auch Frauen, die von der Sparpolitik, den Lohnkürzungen und Entlassungen betroffen sind. Denn viele Frauen arbeiten in öffentlichen Verwaltungen, in Krankenhäusern, Kindertagesstätten, Schulen oder in Pflegeeinrichtungen, denen die Gelder gestrichen wurden. War im Jahr 2008 jede elfte Frau arbeitslos, ist es jetzt jede dritte. In der Altersgruppe von 20 bis 29 Jahre haben mittlerweile sogar 65 Prozent der Frauen keinen Job (griechischen Statistikamt, El.Stat.).

Nach einem Jahr endet das Arbeitslosengeld (maximal 360 Euro monatlich), es gibt keinerlei Mindestsicherung. Aber viele Frauen arbeiten als „Selbstständige”, diese erhalten von Anfang an keinerlei Arbeitslosengeld. Obdachlosigkeit und Leben von der Suppenküche sind dann schnell die Folge.

Zunahme von Prostitution und Obdachlosigkeit

Inzwischen sind allein in Athen zwischen 250.000 und 280.000 Menschen von Suppenküchen abhängig. Die Zahl der Obdachlosen stieg in Griechenland seit Beginn der Krise um 30 Prozent, gab die Regierung bekannt. In Athen dürfte es sich um ein Vielfaches handeln: Mehr als 20.000 AthenerInnen leben unter freiem Himmel. Neu daran sind der drastische Anstieg und der hohe Frauenanteil.

Wie sehr die Krise die Frauen trifft, zeigt sich auch rund um den zentralen Omónia-Platz. Hier florieren nicht nur Pfandleihhäuser, der Platz ist auch zum Zentrum illegaler Straßenprostitution geworden. Explosionsartig hat sich diese in den vergangenen Jahren entwickelt: Athens Bürgermeister Giorgos Kaminis spricht von einem Anstieg von 1.500 Prozent. Über 20.000 Prostituierte soll es nun geben.