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Warnstreik an der Charité: Euer Kampf geht alle an!

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CharitéMehr Personal im Krankenhaus jetzt durchsetzen!

Solidaritätserklärung der Sozialistischen Alternative (SAV) [hier als PDF]

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir erklären uns solidarisch mit eurem Warnstreik und wünschen euch Kraft und viel Unterstützung für die Durchsetzung eurer berechtigten Forderungen. Euer Kampf ist eine Ermutigung für viele Kolleginnen und Kollegen. Gerade in den Krankenhäusern hat sich die Situation Jahr für Jahr verschärft.

Ein erfolgreicher Kampf bei der Charité kann auch ein Signal setzen, wie endlich gegen die Frage des Personalnotstands in den Krankenhäusern und im Gesundheitswesen vorgegangen werden kann. Schon in den letzten Auseinandersetzungen habt ihr das Vorurteil, das in Krankenhäusern nicht gestreikt werden kann, mit eurem Kampf widerlegt.

Ein Erfolg in eurem Kampf wäre daher ein wichtiges Zeichen, dass auch eine bundesweite Kampagne für öffentliche Krankenhäuser, mehr Personal und kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich möglich wäre. Das ist auch dringend notwendig. Denn sowohl Arbeitgeber wie Regierung scheinen das Problem des Personalnotstands aussitzen zu wollen. Weiterhin wird die dramatische Situation in den Krankenhäusern ignoriert. Das macht deutlich, dass mit dem Sparen im Gesundheitswesen Schluss sein muss. Wir brauchen eine bedarfsgerechte Finanzierung des Gesundheitswesens. Dafür muss Schluss mit den Profiten mit der Gesundheit sein.

Der Kurzzeit-Tarifvertrag vom letzten Jahr hat gezeigt, dass der Arbeitgeber ohne weiteren Druck nicht zu ernsthaften Angeboten bereit ist. Zu Recht beharrt ihr auf ein Angebot zu konkreten Entlastungen und erwartet insbesondere für den Pflege- und Funktionsdienst ein verhandlungsfähiges Angebot zu Quoten und Nachtdienstverbesserungen und vor allem Regelungen für den Fall, dass eine Entlastung über mehr Personal nicht erreicht werden kann. Einen schlechten Zustand fortzuführen muss der Charité wehtun, ansonsten wird sich nichts ändern. Ein Tarifvertrag zur Personalbemessung an der Charité wäre die beste Ausgangsbedingung den Erfolg auf alle Krankenhäuser per gesetzlicher Regelung zu übertragen.

Gleichzeitig kämpfen auch die KollegInnen bei der Bahn, der Post, bei Amazon und ErzieherInnen für ihre Arbeitsbedingungen. Überall wird Politik auf den Rücken von beschäftigten gemacht. Höchste Zeit, dass wir uns gemeinsam den Rücken stärken. Den Kampf an der Charité müsst ihr führen, wir werden unser Bestes tun, für eure Anliegen in der Öffentlichkeit zu werben und euren Kampf nach Kräften unterstützen.

Solidaritätserklärungen von Schwesterorganisationen der SAV

An die Beschäftigten des Universitätsklinikums Charité

Wir senden Euch solidarische Grüße aus Venezuela anlässlich der Streikaktionen. Ihr kämpft nicht nur, um Eure eigenen Arbeitsbedingungen zu verbessern, sondern um das ganze Gesundheitswesen in Deutschland zu verbessern.

Durch unsere Schwesterorganisation in Deutschland, Sozialistische Alternative (SAV), haben wir Eure Auseinandersetzung in den letzten Jahren verfolgt und wir unterstützen Eure Forderung nach mehr Personal, eine Personalbemessungsquote und den Kampf darum, dies in einem Tarifvertrag zu regeln.

Solidaridad Compañeros!

Socialismo Revolucionario Venezuela

Solidarische Grüße an die streikenden KollegInnen an der Charité Berlin

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit großem Interesse haben wir von eurem Kampf für mehr Personal im Krankenhaus erfahren. In einer Zeit, in der der Arbeitsdruck in vielen Bereichen zunimmt und in der weniger Beschäftigte mehr schaffen sollen, setzt ihr mit eurem Kampf ein wichtiges Signal.

Für die Forderung nach mehr Personal in den Warnstreik zu treten, ist ein inspirierendes Beispiel nicht nur für andere Beschäftigte in Deutschland. In Schweden haben wir eine alarmierende Situation im Pflegebereich. Regelmäßig kommen neue Berichte, die die hohe Arbeitsbelastung, verschlechterten Arbeitsbedingungen und den ständigen Stress für die Pflegebeschäftigten bezeugen. Besonders kritisch ist die Situation in den Notaufnahmen. In Schweden wurde vor einigen Jahren der Begriff New Public Management ins Leben gerufen, d.h. Krankenhäuser, Pflegeeinrichten usw. sollen wie private Unternehmen betrieben werden. Die Bedürfnisse der PatientInnen zu erfüllen, darf da zurück stehen. Mehr und mehr wird die Pflege von kranken Menschen zum Geschäft.

Rättvisepartiet Socialisterna unterstützt euren Kampf und eure Forderungen. Geld ist genug da. In Schweden zum Beispiel würden allein die fast 60 Milliarden Kronen, die die vier Großbanken als Gewinne an die Aktienbesitzer verteilen, ausreichen ein Gesundheitssystem zu finanzieren, dass sich an den Bedarf der Pflegebedürftigen orientiert und gleichzeitig anständige Löhne und Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal bietet.

In diesem Sinne wünschen wir Euch vollen Erfolg in eurem Kampf. Wir versprechen euch, alle unsere Möglichkeiten auszunutzen, um euren Kampf und eure Forderungen in Schweden bekannt zu machen und bei Bedarf auch zu Solidaritätsaktionen aufzufordern.

Mit solidarischen Grüßen

Katja Raetz, Vertrauensfrau*, Gewerkschaft Vårdförbundet, Nynäshamns geriatrische Klinik

Jonas Brännberg und Britta Bergggren, Stadtratsmitglieder, Luleå (Nordschweden)

Mattias Bernhardsson und Lina Rigney Thörnblom, Stadtratsmitglieder, Haninge (Süd-Stockholm)

Rättvisepartiet Socialisterna Schweden

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Angriffe der Regierung und Arbeitgeber hier in England stehen in einem direkten Zusammenhang zu den Privatisierungsplänen der Kapitalisten und resultieren in fürchterlichem Arbeitsdruck und Gesundheitsgefährdung für die Pflegekräfte. Pflegekräfte in ganz Europa werden durch Euren Kampf gestärkt und motiviert und ein Erfolg Eurer Kampagne wird eine fantastische Inspiration für unsere Gewerkschaftsmitglieder in England sein.

Solidarische Grüße

Len Hockey, Sekretär der Gewerkschaftsfachgruppe UNITE Barts in London* und Mitglied der Sozialistischen Partei

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Gesundheits- und Sozialbereich steht überall unter Beschuss – und überall regt sich Widerstand. Immer mehr KollegInnen sind – absolut zu Recht – nicht mehr bereit, für Bankenrettungspakete oder Steuergeschenke an Unternehmen noch mehr zu arbeiten. In Österreich gibt es aktuell eine Reihe von Initiativen, die eine bessere Bezahlung und mehr Personal sowie ein Ende der Kürzungen fordern. U.a. am 12. Mai, dem „Internationalen Tag der Pflege“ wird es in mehreren Städten Aktionen zum „österreichweiten Tag des Pflegeaufstandes“ geben.

Wir haben die Kämpfe der vergangenen Jahre an der Charité mit Interesse und Sympathie verfolgt, gibt es doch viel von Euch zu lernen. Ihr zeigt, dass ein Streik im Sozial- und Gesundheitsbereich nicht nur notwendig, sondern möglich ist. Ihr handelt damit – im Gegensatz zu den scheinheiligen Aussagen der Kürzungs-PolitikerInnen – verantwortungsvoll: Ihr tut etwas dafür, dass es mehr Personal und mehr Geld für die Beschäftigten gibt. Die besten Mittel um Burn-Out, Berufserkrankungen UND eine bessere Betreuung für die PatientInnen/KlientInnen zu erreichen.

Wir wünschen euch viel Kraft, Solidarität und Standhaftigkeit in eurem aktuellen Kampf!

Mit solidarischen Grüßen,

Sonja Grusch

Sozialistische LinksPartei Österreich

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

durch unsere Genossinnen und Genossen der Sozialistischen Alternative (SAV) haben wir von der Workers and Socialist Party (WASP) in Südafrika von Eurem wichtigen Kampf für mehr Personal in den Krankenhäusern und bessere Arbeitsbedingungen erfahren.

Wir unterstützen Euren Kampf und möchten Euch auffordern, diesen in dem Bewusstsein zu führen, dass Euer Kampf uns alle angeht, wir ihn mit Interesse verfolgen und Inspiration daraus ziehen.
Solidarity!

Mametlwe Sebei

Stellv. Vorsitzender WASP Südafrika
(*Angaben dienen nur zur Kenntlichmachung der Person)