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Ebola-Fälle in den USA

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Foto: https://www.flickr.com/photos/ilfattoquotidiano/ CC BY-NC-SA 2.0

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Facebook-Eintrag von Larissa, Socialist Alternative in den USA

Nun, in der Regel mach ich keine langen politischen Beiträge auf Facebook, aber mit der Nachricht, dass eine zweite Krankenschwester in Dallas mit Ebola infiziert ist, dachte ich, dass ich besser meine Gedanken dazu veröffentlichen sollte.

Während sich das Zentrum für Gesundheitskontrolle als unparteiische Stelle darstellt, ist klar, dass deren Offizielle mit ihrer Haltung im Fahrwasser der nationalen Medien mitschwimmen wollen – etwa, dass es nicht auch hier passieren kann, dass das medizinische System der USA das Beste der Welt ist, dass jeder Notfallplan überdacht und dass alle Fälle isoliert werden. Nun, es ist wahr, dass Ebola sich durch Körperflüssigkeiten ausbreitet und relativ schwer zu übertragen ist. Ich sehe keine große Pandemie voraus, aber das Zentrum für Gesundheitskontrolle hat mindestens drei Fälle entweder nicht vorhergesehen oder eine zu zuversichtliche Haltung an den Tag gelegt.

Und was ist auch mit dem Weltklasse-Gesundheitssystem? Wer benutzt es? Wie ist es zugänglich? Für Hunderte von Millionen arbeitender US-AmerikanerInnen ist der Ambulanzraum die erste und letzte Station der Behandlung. NiedriglohnarbeiterInnen sind gezwungen zu arbeiten, während sie krank sind, um ihren Job zu behalten. In der Praxis gibt es oft noch immer keine Gesundheitsvorsorge für alle gemeinsam, sondern gerade in den mehrheitlich schwarzen Gemeinden ist sie getrennt. Lässt man die äußeren Faktoren unberücksichtigt, um in unser Krankenhaussystem zu sehen, wird man folgende Probleme finden: Medizinisches Personal, vor allem Krankenschwestern, sind überfordert, überlastet und manchmal sogar unterbesetzt. Sie stehen oft im Konflikt mit Sparmaßnahmen von denen, die die Gesundheitsversorgung als ein Profitmodell sehen, statt als ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Dieser anonyme Bericht einer Krankenschwester in Dallas ist als kleines Beispiel zu nehmen:

http://www.latimes.com/nation/la-na-ebola-dallas-20141014-story.html#page=

Während das Zentrum für Gesundheitskontrolle die ZuschauerInnen zu Hause an den Bildschirmen in Sicherheit wiegen will, haben die nationalen Medien sich hysterisch über den Ausbruch von Ebola außerhalb der USA ausgelassen. Sie mischen die verheerende Ausbreitung von Ebola in Westafrika mit kaum verhüllten Rassismus. In Westafrika werden Aberglauben, Unwissenheit und Rückständigkeit als ursächlich betrachtet. Die Nachrichten vermeiden es natürlich, die lange Geschichte von Kolonialismus und Imperialismus, die die dortigen Regionen destabilisiert haben, zu erwähnen. In Westafrika ist eine medizinische, nicht eine militärische Intervention dringend erforderlich. Die USA und der Westen verdanken viel von ihrem Reichtum der Ausbeutung von Afrika, durch Kolonialismus, Imperialismus und Sklaverei, aber es wird keine Mühe gemacht, diese immensen Ressourcen für die medizinische Versorgung und die Impfstoffentwicklung für die Menschen in Westafrika zu nutzen. Selbst die kleine Nation von mit einem Embargo verhängten Kuba hat mehr Ressourcen geschickt. Inzwischen verlassen sich die USA auf kleinere Organisationen, um die Arbeit zu tun. Wir sollten anspruchsvolle und wesentliche medizinischen Ressourcen und Hilfe nach Westafrika schicken. Während einige westliche Ärzte für eine qualitativ hochwertige Behandlung und gute Medikamente wegfliegen können, sind die Menschen in Afrika und lokale medizinische ArbeiterInnen ohne Mittel, um die Krise zu bewältigen.

Da immer mehr Fälle in den USA auftreten, wird die lokale Hysterie in den Medien noch verstärkt werden. Wir müssen diese Angst-Hetze bekämpfen und Forderungen aufstellen wie „für eine kostenlose Gesundheitsversorgung“ und „für bessere Arbeitsbedingungen und Arbeitnehmerrechte von Krankenschwestern dort wie hier“.