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Taksim ist überall – Bericht von Spontandemo am 15.6

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linksjugend solid fahneDokumentiert: Bericht von Florian von linksjugend [’solid] Stuttgart

 

Am Samstag, den 15. Juni entschlossen sich ca 1500 Stuttgart-21-DemonstrantInnen sich mit den Protesten in der Türkei durch eine Spontandemo zu solidarisieren. Es gab zu diesem Zeitpunkt die ersten Informationen, dass der Gezipark brutal geräumt wird. Daraufhin entschieden sich viele Stuttgart-21-GegnerInnen und auch verschiedene linke türkische Gruppen zum türkischen Konsulat und dann zum naheliegenden SWR zu ziehen.

 

Bei guter Stimmung wurden Parolen wie „Hoch die Internationale Solidarität“ und „Taksim ist überall – Widerstand überall“ gerufen. Während der Demonstrationszug durch die Gassen des Stuttgarter Ostens zog, bekamen die DemonstrantInnen immer wieder Beifall von den AnwohnerInnen. Vor dem türkischen Konsulat wurden laut Parolen gerufen. Nach einigen Minuten ging der Demonstrationszug weiter Richtung SWR-Zentrale. Ungefähr 100 Meter vor dem SWR Zentrale griff die Polizei ein und hielt den gesamten Demonstrationszug auf. Eine Rede wurde durch ein Megafon gehalten. Man sei hier, um sich mit den Protesten zu solidarisieren. Man wolle, dass der öffentliche rechtliche Sender adäquat über die Ereignisse der Türkei und über die Solidarität hier berichtet. Es wurden auf die Sanktionen und die drohende Schließung der Türkischen TV Sender berichtet. Der regierungskritische Sender Hayat TV ist von der Schließung bedroht, denn der Rat für Hörfunk und Fernsehen (RTÜK) behauptet, dass der Sender keine Sendelizenz besitzen würde. Dies sei ein Versuch, die kritischen Medien zum schweigen zu bringen. Es wurde auch auf die Abschaltung des Staatlichen Fernsehsenders (ERT) in Griechenland am Dienstag verwiesen. Aufgrund von Sparmaßnahmen wurde ERT abgeschaltet. Somit wird die Berichterstattung Privatsendern überlassen, welche oft die Interessen des Kapitals vertreten.

 

Nach der Rede wurde darüber abgestimmt nochmals zum Konsulat zu laufen. Vor dem Türkischen Konsulat gab es eine kleine Abschlusskundgebung, bei der die Neuigkeiten direkt aus Istanbul verlesen wurden. Zudem hielt eine türkische Vertreterin noch eine Rede über die Bedeutung der Solidarität hier vor Ort. Nach einer Schweigeminute für die vielen Verletzten, Inhaftierten und Getöteten durch die Polizeigewalt in der Türkei löste sich die Demonstration auf, mit dem Versprechen alles hier mögliche an Solidarität zu organisieren und weiter zusammenzukommen. Es gab das Angebot im Württembergischen Kunstverein über weitere Schritte zu Diskutieren.

 

Schon für den heutigen Sonntag riefen verschiedenen Gruppen für 15 Uhr zur nächsten Kundgebung vor dem Türkischen Konsulat auf.