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IG-Metall-Forderungen ohne Abstriche durchsetzen

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Ganze Kampfkraft nutzen, um die Arbeitgeberblockade zu brechen. Solidaritätserklärung der Sozialistischen Alternative – SAV 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
drei Verhandlungsrunden hat es gebraucht, bis die Arbeitgeber sich bequemten, überhaupt ein Angebot vorzulegen. Wobei sich darüber streiten lässt, ob man „drei Prozent in 14 Monaten“ als ein echtes „Angebot“ bezeichnen kann.
Der Arbeitgeberverband hat auch noch die Dreistigkeit, diese Offerte zum „oberen Rand des wirtschaftlich begründbaren Rahmens“ zu erklären. Für wie blöd halten die uns eigentlich? Daimler feierte für 2011 einen Rekordgewinn von sechs Milliarden Euro, bei VW waren es sogar 15,8 Milliarden.
Diesen Reichtum haben die Kolleginnen und Kollegen erwirtschaftet, nicht die Zetsches und Winterkorns! Aber ihr sollt jetzt mit drei Prozent abgespeist werden. Allein die Benzinpreise stiegen letztes Jahr um 7,7 Prozent.
Und überhaupt: In den letzten zehn Jahren stagnierten die Reallöhne – während die Großkonzerne europaweit gar nicht wissen, wohin mit ihren Profiten und derzeit zwei Billionen Euro horten! Da sind die von der IG Metall geforderten 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sogar noch extrem bescheiden.
Aber damit nicht genug: Martin Kannegiesser von Gesamtmetall ignoriert bislang eiskalt die weiteren IG-Metall-Forderungen. Schließlich geht es nicht nur um Lohnerhöhungen, sondern auch um die unbefristete Übernahme der Azubis und mehr Mitbestimmung bei der Leiharbeit.
Diese Forderungen sind genauso zentral – und gehen die ganze Belegschaft an: Denn ohne eine gesichterte Übernahme der Auszubildenden keine Zukunft für unsere Kinder! Und: Eine Million Leiharbeiter bundesweit bedeuten immer stärkeren Druck auf die Löhne der Stammbeschäftigten.
Deshalb kann die Forderung nach mehr Mitbestimmung nur ein erster Schritt dabei sein, die Leiharbeit generell zu stoppen und Leiharbeiter fest einzustellen. Wir sagen Nein zur Zwei-Klassen-Belegschaft!
Die Warnstreik-Beteiligung hat eindrucksvoll demonstriert, dass gehörig Dampf im Kessel ist. Doch offensichtlich wollen die Arbeitgeber nicht hören.
Darum gilt es, mit ihnen in der Sprache zu reden, die sie auch verstehen. Wir müssen sie da treffen, wo es sie wirklich schmerzt: und das ist bei ihren Profiten. Viele Auftragsbücher sind derzeit gut gefüllt, der Laden brummt. Wenn wir unsere ganze Kampfkraft in die Waagschale werfen und die Produktion gemeinsam lahm legen, dann können wir die größte Wirkung erzielen.
Natürlich geht ein Streik nicht über Nacht. Das muss vorbereitet sein. Aber in den letzten zehn Jahren beschränkte sich der Protest in den Tarifrunden auf Warnstreiks. Nach zehn Jahren stagnierenden Reallöhnen, immer weiter um sich greifende Leiharbeit und Werksverträge sowie die provokante Haltung der Arbeitgeber aktuell sollten die Weichen auf Streik gestellt werden.
Auch bei VW, bei den Banken oder bei der Telekom sind noch Hunderttausende Kolleginnen und Kollegen in Tarifauseinandersetzungen. Das könnte gebündelt werden. Höchste Zeit, dass wir endlich eine Tarifwende herbeiführen!
Wir wünschen Euch viel Erfolg bei der vollständigen Durchsetzung Eurer Forderungen!