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Vor verschlossenen Toren oder alle Räder standen still.

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15-stündiger Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben

Die Kollegen und Kolleginnen der BVG sind am Samstag in einen Warnstreik getreten.

Ver.di fordert eine Laufzeit von 12 Monaten und ein nicht näher bestimmtes Plus über der Inflationsrate die zur Zeit 2,3 Prozent beträgt. Das ist eine sehr bescheidene Forderung. Wie wir uns erinnern, hatte der letzte Abschluss, den ver.di für die Kollegen/innen ausgehandelt hatte, eine Laufzeit von drei Jahren und konnte nicht einmal den inflationsbedingten Einkommensverlust ausgleichen.

von L.H., Tellerwäscher

Die Tarifkommission hat nun beschlossen ihrer Forderung nach einem wirklichen Lohnzuwachs, mit einen Warnstreik am Samstag, dem 18. Februar, Nachdruck zu verleihen.

Finanzsenator Nußbaum und Konsorten weisen tränenreich auf die schlechte finanzielle Situation Berlins hin. Eine Situation an der sie kräftig mit gebastelt haben. Denken wir nur an das Milliardengrab der Berliner Bankgesellschaft. Berlin ist hoch verschuldet und wir sollen die Zeche bezahlen.

Andersrum wird ein Schuh draus. Die Verantwortlichen sollen endlich die Schulden begleichen, die sie bei uns angehäuft haben.

Das Solidaritätskomitee für die CFM Beschäftigten verlas bei einen Besuch bei den Streikposten am BVG-Betriebshof in der Cicerostr eine Solidaritätsadresse. Die gewerkschaftliche Tarifkommission der CFM hatte auch eine Delegation vor Ort, die ebenfalls eine Solidaritätserklärung vortrug.

Es war wirklich ein schönes Bild. Das Tor war dicht, alle BVG-Räder standen still.

Der Warnstreik der Kollegen/innen hat bewiesen wozu eine entschlossene und gut organisierte Belegschaft in der Lage ist. Für 15 Stunden hatte sich die BVG (bis auf ein paar Outgesourcte) aus dem Berliner Straßenbild verabschiedet.

Das Sturmgeschütz der bürgerlichen Presse, die BZ, (er)fand sich eine Tramfahrerin die da meinte, dass der Streik den Beschäftigten nur schaden werde. Liebe Manuela W: wenn es dich wirklich gibt, dann lass dir von deinen Kindern die Sache mit dem Weihnachtsmann erklären. Die Geschäftsleitung und der Senat können sich stets sicher sein, dass die Journaille die Öffentlichkeit gegen die BVG-Beschäftigten aufzubringen versucht. Das übliche miese „teile und herrsche“. Wir meinen, dass die BVG-Belegschaft sich lange genug beschieden hat.

Wir wünschen den Kolleginnen und Kollegen viel Kraft, Schlagkraft und Erfolg bei ihrem berechtigten Arbeitskampf.

L.H. ist Arbeiter beim Charité Facility Management (CFM) und war dort Mitglied der Streikleitung beim 89 Tage dauernden Streik für einen Tarifvertrag im letzten Jahr.

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