2011: Pleiten, Pech und Pannen für FDP und CDU

Kolumne Solidarität Nr. 108


 

von Lucy Redler

So doll wird der interne Jahresrückblick für CDU und FDP nicht ausgesehen haben. Kurz vor Jahresende der Rücktritt von FDP-Generalsekretär Christian Lindner. Ein mit 54 Prozent nur knapp gewonnener Mitgliederentscheid zum Euro, den die übrig gebliebene FDP-Spitze als Erfolg zu feiern versucht. Naja, immerhin lenkt die FDP-2.0-Krise von Guido Westerwelle und Dirk Niebel ab. Gibt’s die eigentlich noch? Nicht abgetaucht ist Silvana Koch-Mehrin. Sie kämpft vor Gericht darum, nicht den Guttenberg machen zu müssen. Zu Recht schlug das Satire-Magazin „Postillon“ jüngst vor, Namensschilder für FDP-Spitzenpolitiker einzuführen, damit man sich beim raschen Wechsel die Namen merken könne.

Einige in der Union dürften sich über den schwächelnden Koalitionspartner ins Fäustchen gelacht haben. Ganz so lustig ist es trotzdem nicht, weil die FDP-Krise die Koalition ins Wanken bringen könnte. Und weil der bisher staatstragend seriös wirkende Bundespräsident jetzt die Riege der Armleuchter verstärkt.

Christian Wulff soll einen Halbe-Million-Euro-Kredit von dem niedersächsischen Unternehmer Egon Geerken erhalten und lange verschwiegen haben. Durch diesen Privatkredit hätte er laut SPIEGEL Online nach fünf Jahren bis zu 50.000 Euro an Zinsen sparen können. Selbiger Geerken begleitete Wulff übrigens auch schon mal auf Ministerpräsidenten-Reisen. Geerken: „Wulff und ich sind beide sehr bekannt in Osnabrück. Und ich wollte nicht, dass irgendein Bank-Azubi sieht, dass so viel Geld von mir an Wulff fließt.“

Noch Fragen? Ja! Was wäre los, wenn ein Hartz-IV-Bezieher haushohe zinslose Kredite gegenüber dem Jobcenter verschweigen würde, um sich ein Häuschen in Burgwedel zu bauen? Es gäbe wohl eine Neuauflage von Florida-Rolf-Storys in allen Gazetten.