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Umweltzerstörung und Profitmacherei

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Zur Olympia-Bewerbung 2018


 

Für 2018 planen die Olympia-Organisatoren die Olympiade in Garmisch-Partenkirchen bei München zu veranstalten. Dafür sollen Naturräume zerstört und Unsummen an Steuergeldern verschleudert werden, während eine Minderheit davon profitiert.

von Carsten Striepe, Bayern

Für die Olympiade benötigen die SportlerInnen Schnee, der aufgrund des Klimawandels künstlich hergestellt werden muss. Für einen Hektar „Kunstschnee“ wird enorm viel Energie und mehr als eine Million Liter Wasser verbraucht. Zudem werden bei der Herstellung sieben Tonnen CO2 produziert.

Profitlogik vor Umweltschutz

Es müssen etliche Hektar Berg- und Schutzwald vernichtet werden, um Platz für Sportanlagen, Straßen und Parkplätze zu schaffen. Garmisch-Partenkirchen hat weder die Infrastruktur noch vorhandene Sportanlagen. Statt vorhandene Anlagen in anderen Städten zu nutzen, sollen einfach neue gebaut werden. Bis 2018 ist es außerdem unmöglich, das nötige Verkehrsnetz für solch ein großes Event zu errichten.

Kein Mitspracherecht der Bevölkerung

Wie so oft werden solcherlei Großveranstaltungen hauptsächlich durch Steuergelder finanziert. Die Kosteneinschätzungen schwanken von 2,9 bis 3,5 Milliarden Euro, die von der arbeitenden Bevölkerung getragen werden sollen, während sich die Veranstalter und Sponsoren den gesamten Profit einstecken dürfen. Dieses Paradoxon wird dann damit begründet, dass der Tourismus durch die Olympiade angekurbelt werden würde, wobei etliche Tourismus-Experten für das Gegenteil mit bewiesenen Statistiken argumentieren. Während die Zuschauer zusätzlich zum Steuergelderraub noch freche Summen für Eintrittspreise zahlen sollen, verdienen Sportagenten, Verbände und Lobbys im sechs- bis siebenstelligen Bereich.

Das NOlympia-Bündnis ist bisher der einzige Protest, der sich gegen die Bewerbung von Garmisch-Partenkirchen für die Olympiade 2018 formiert hat. Da die Kritik sehr oberflächlich ist und die Profitlogik hinter dem Szenario nicht deutlich wird, schaffte es das Bündnis, gerade einmal 40 Personen zu einer Gegendemonstration in München zu mobilisieren. Es liegt an der LINKEN, diese Lücke mit Solidarität und Aufklärungsarbeit zu nutzen und für die Interessen der Lohnabhängigen und Jugendlichen zu kämpfen.

Sport für alle statt Profitmacherei

Als SozialistInnen verlangen wir die Reparatur vorhandener und die Schaffung neuer Sportanlagen in allen Städten, die von jedem benutzt werden können. Sport-Events sollten sich nach den Bedürfnissen von Fans und SportlerInnen richten und nicht nach Fernsehquoten und dem Interesse von Sportagenten und Sponsoren. Eintrittspreise müssen gesenkt und die Rechte der SportlerInnen und Fans geschützt werden. Schluss mit der kapitalistischen Profitlogik, die in jeden Lebensbereich eindringt!