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Köln: SAV-Veranstaltung zur Revolution in Tunesien

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Weitere Solidaritätsaktionen geplant


 

Kurzfristig mobilisierte die Kölner SAV zu einer Veranstaltung zu den revolutionären Ereignissen in Tunesien und anderen arabischen Ländern. Die Resonanz bei unserem Informationsstand in dem von vielen AraberInnen bewohnten Viertel in Köln-Kalk war hervorragend. Viele kamen auf uns zu, bedankten sich, dass wir das Thema aufgreifen und erklärten, wie erleichtert sie seien, das endlich einmal Araber nicht als Terroristen oder Frauenfeinde dargestellt werden, sondern klar würde, dass in Arabien für soziale und demokratische Rechte gekämpft würde. Wir konnten unsere Poster für die Veranstaltung in den Imbissen, Backstuben und Gemüseläden in der von Marokkanern, Algeriern und Tunesiern geprägten Taunusstraße aufhängen.

von Kölner SAV-Mitgliedern

An der Veranstaltung nahmen 25 Leute teil. Nach der Einleitung von Conny Dahmen, die auch im Sprecherrat der Kölner solid-Gruppe aktiv ist, gab es eine lebhafte Diskussion. Gäste berichteten, dass auch aus Köln Tunesier in die Heimat gefahren sind, begeistert von der Bewegung zum Sturz der Diktatur.

Ein Tunesier erklärte, dass die alten Kräfte weiterhin den Staatsapparat in der Hand hätten. "Wir trauen der Polizei nicht, auch wenn sie sich jetzt zurückhält. Sie haben und über Jahrzehnte

unterdrückt und schikaniert, für alles mussten wir Bestechungsgelder an korrupte Beamte bezahlen. Das ändert sich nicht über Nacht." Ein Gast aus Marokko meinte: "Eine Revolution heißt, dass die Verhältnisse grundlegend geändert werden. Das ist noch nicht geschehen. Daher kann man noch nicht davon sprechen, dass die Revolution durchgeführt wurde."

Alle Gäste aus dem Maghreb wiesen die Behauptung zurück, die Islamisten würden durch den Sturz des Regimes gestärkt werden: "Sowohl in den westlichen Medien als auch in Tunesien selbst wird viel über die Islamisten gesprochen. Aber die sind bisher schwach. Tunesien ist ein fortschrittliches Land, gerade, was die Rechte von Frauen angeht. Auch der Ramadan wird nicht wirklich eingehalten. Die Leute sind Muslime, aber keine Islamisten". "Der Islamismus ist ursprünglich eine

Waffe des Westens, um die Linke und die Arbeiterbewegung zu unterdrücken. So war es in Afghanistan und in Palästina."

Es wurde verabredet, in Kontakt zu bleiben, um mögliche Solidaritätsaktionen zu organisieren, je nach Verlauf der Ereignisse in Tunesien und anderen arabischen Ländern.