Polizei rettet Nazis

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In Berlin marschieren Nazis…350 Meter weit. Rund 15.000 Menschen bei Blockaden.


 

von Holger Dröge, Berlin

Niederlage für Nazis in Berlin

Groß angekündigt war sie, die Demonstration der Nazis: Tausende sollten durch den Berliner Bezirk Prenzlauer Berg ziehen, um die Stärke des "Nationalen Widerstands" zu zeigen. Am Ende waren es gerade mal 400 Nazis, die es zur Kundgebung schafften und auch erst mit über drei Stunden Verzögerung losgehen konnten. Allerdings nicht weit: Sie schafften es gerade Mal 350 Meter weit. Damit haben sie nur einen Bruchteil der ursprünglich geplanten, insgesamt sechs Kilometer langen Route geschafft. Ein Weitermarschieren ohne massiven Polizeischutz wäre auch kaum gut für sie ausgegangen.

Rund 15.000 Menschen hatten sich Ihnen in den Weg gestellt und trotz mehrfacher Räumung von Blockadepunkten es immer wieder geschafft die Strecke komplett zu blockieren. Auch zahlreiche AnwohnerInnen hatten sich zu den verschiedenen Blockaden und Protestkundgebungen begeben und deutlich gemacht, dass Nazis unerwünscht sind. Aus zahlreichen Fenstern hingen Plakate oder Transparente gegen Nazis, machten Menschen mit Topfschlagen und anderen lautstark ihren Protest deutlich.

Eine Gruppe von 250 Nazis, die es nicht zur Kundgebung geschafft hatte, versuchten in Berlin-Charlottenburg zu demonstrieren. Dabei griffen sie Passanten und Polizei an, woraufhin sie allesamt die Gefangenensammelstelle in Berlin kennenlernen konnten.

Auch in anderen Städten Proteste gegen Nazis

In Bayern gingen mehr als 15.000 Menschen gegen Nazi-Aufmärsche auf die Straße darunter fast 10.000 in Schweinfurt und rund 5000 in Würzburg. Hier setzte die Polizei die Nazi-Aufmärsche durch.

In Zwickau demonstrierten rund 2000 Menschen unter dem Motto: „Unsere Stadt hat Nazis satt“ gegen eine Nazi-Demonstration von gerade mal 300 Teilnehmern. Auch in Erfurt stoppten mehr als 1500 Menschen einen Aufmarsch von rund 400 Nazis nach nur 500 Metern. In Rostock gelang es mehreren Hundert DemonstrantInnen mit insgesamt drei Sitzblockaden die Marschroute der NPD-Anhänger nach umzuleiten.