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Bremerhaven: Demo für den Erhalt der Arbeitsplätze beim Gesamthafenbetriebsverein (GHB)

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Arbeiter ergreifen Initiative


 

Am 3. April sind nahezu 100 KollegInnen im Hafen auf die Straße gegangen, um gegen den im Zuge der Weltwirtschaftskrise angedrohten Abbau von 1400 Arbeitsplätzen beim Gesamthafenbetriebsverein (GHB) zu demonstrieren.

von Patrik Schulte, Bremerhaven

Aufgrund der leider noch sehr geringen Teilnahme, entschieden sich die Beteiligten einen Autokorso durch den Hafen in die Stadt durchzuführen. Auf der Route zeigten sich zahlreiche arbeitende KollegInnen und LKW-Fahrer, die nicht an der Demo teilnahmen solidarisch mit dem vorbeiziehenden Korso. Der Vorlauf für diesen ersten Protest gegen die Pläne der Geschäftsführung des GHB war relativ kurz, nachdem sich einzelne Kollegen dazu entschieden hatten eine Demo auf die Beine zu stellen und ihre KollegInnen dafür zu mobilisieren. Gerechnet wurde ursprünglich mit 500 TeilnehmerInnen, aber scheinbar war die Zeit für die Mobilisierung doch etwas knapp. Betriebsrat des GHB, DGB und ver.di hielten erwartungsgemäß an ihrer Haltung fest, erst mit den Arbeitgebern zu verhandeln, statt die Aktionen der KollegInnen tatkräftig zu unterstützen. So beteiligten sie sich nicht an der Aktion der KollegInnen und es blieb lediglich bei einer verbalen Solidaritätsbekundung des DGB in der Presse.

Zumindest einzelne KollegInnen der IG Metall hatten sich an der Strecke im Hafen positioniert und ihre Solidarität gezeigt. Darunter auch der DGB-Vorsitzende Karsten Behrenwald. Möglicherweise hatte auch die Ankündigung der angestrebten Kurzarbeit bei Eurogate, und der damit verbundenen Ankündigung der Geschäftsleitung auch wieder LeiharbeiterInnen des GHB anzufordern, die Illusion geweckt, dass nun doch ein Großteil der Arbeitsplätze gesichert werden könnten.

Zeitgleich mit der Demo im Hafen fand bei der Lloyd-Werft eine Betriebsversammlung statt, auf der die Gesellschafter über die Zukunft der von Insolvenz bedrohten Werft berieten. Auch hier demonstrierten KollegInnen der Werft vor dem Versammlungsort. Ursprünglich war geplant, die demonstrierenden Kollegen der Lloyd-Werft sowie des GHB zusammenzuführen, jedoch kam dies leider nicht zustande. Als der Autokorso die Lloyd-Werft erreichte, war die spontane Demo der Lloyd-KollegInnen scheinbar schon beendet. Mitglieder der Bremerhavener LINKEN und der SAV beteiligten sich aktiv an den Protesten und sprachen mit den OrganisatorInnen und KollegInnen über die nächsten Schritte um die Arbeitsplätze zu erhalten. Grundsätzlich hatten sich die OrganisatorInnen mehr Teilnehmer an der Demo erhofft, bekräftigten jedoch ihre Absicht, dass diese Aktion nur einen erster Schritt darstellen konnte. Die auch von der Presse beschworene Resignation unter den ArbeiterInnen ist definitiv nicht vorhanden. Vielmehr scheinen sie motiviert, den Kampf um die Arbeitsplätze konsequent fortführen zu wollen. Um diesen Protest zu vergrößern, bedarf es jedoch auch konkreter Unterstützung der Gewerkschaften sowie ein Eingreifen der LINKEN, um und Verhandlungen mit den Arbeitgebern aufzuzeigen.