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Kölner Rassisten-Kongress: Kein Nazi kommt durch

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Massenblockaden verhindern rassistischen „Anti-Islam-Kongress“


 

Der groß angekündigte „europäische Anti-Islamisierungs-Kongress“ geriet für den Veranstalter Pro Köln zum peinlichen Debakel. Am gesamten Wochenende 19. bis 21. September wurden die Veranstaltungen der Rassisten durch massenhaften Widerstand gestoppt.

von Claus Ludwig, Köln

Schon Freitag morgen musste Pro Köln samt Vertretern der österreichischen FPÖ, dem belgischen Vlaams Belang und der italienischen Lega Nord die Pressekonferenz an Bord eines Schiffes auf dem Rhein abhalten, da alle angekündigten Veranstaltungsräume an Land von DemonstrantInnen umstellt waren. Anschließend mussten sie fünf Stunden auf dem Schiff ausharren, weil sämtliche Anlegeplätze besetzt worden waren.

Überall wurde den Rechten gezeigt, dass sie nicht erwünscht sind: Taxifahrer weigerten sich, die Nazi-Funktionäre zu befördern. Aus Gaststätten und Hotels flogen sie per Sonderkündigung raus, sobald klar wurde, wer sich dort eingenistet hatte.

„Die Blockade geht weiter, kein Nazi kommt durch“

Das entscheidende 2:0 fingen sich die Faschisten am Samstag. Gerade 50 statt der angekündigten 1.500 schafften es bis zum geplanten Kundgebungsort in der Kölner Innenstadt.

Rund um den Platz hielten die Blockaden, an denen sich DIE LINKE, die Linksjugend [‘solid], die Interventionistische Linke, attac, die DGB-Jugend, Migranten-Organisationen, Antifa-Gruppen und viele weitere Gruppen und Einzelpersonen beteiligten. Insgesamt dürften 8.000 bis 10.000 an den Blockade-Aktionen beteiligt gewesen sein.

Die Polizei verbot die klägliche Kundgebung auf dem Heumarkt kurz nach deren Beginn. Offizielle Begründung: die Sicherheit habe nicht mehr gewährleistet werden können. Tatsächlich wäre ein polizeiliches Abräumen der Blockaden angesichts der Kräfteverhältnisse politisch nicht vermittelbar gewesen. Ein paar Dutzend Nazis waren umzingelt von einem Meer aus Menschen.

Blockaden entscheidend

Zeitgleich mit den Blockaden demonstrierten zwischen 15.000 (Polizeiangabe) und 50.000 (Veranstalter), aufgerufen von DGB, bürgerlichen Parteien, Kirchen und Vereinen.

In der lokalen Boulevard-Zeitung Express wurde getitelt, „die Kölner“ hätten die Rechten „weggefeiert“. Damit soll die entscheidende Rolle der Blockaden verschleiert werden. Ohne den direkten Widerstand hätte die Nazi-Kundgebung stattgefunden.

Gemeinsam haben sich an diesem Tag Deutsche und Nicht-Deutsche den Nazis erfolgreich in den Weg gestellt. Gemeinsam müssen wir auch gegen Sozialabbau, Armut und Arbeitslosigkeit kämpfen, denn nur so kann man den Rassisten und Faschisten den Boden entziehen.

Claus Ludwig ist Ratsmitglied der Fraktion DIE LINKE Köln