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4000 SchülerInnen streiken in Kassel

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Zu den Forderungen der Jugendlichen gehörte die Abschaffung der Studiengebühren, die Rücknahme des Abiturs nach 12 Jahren („G8“) und der „Unterrichtsgarantie Plus“, volle Lehrmittelfreiheit, kleinere Schulklassen und die Schaffung von 5.000 neuen Lehrerstellen.

[Extra-Blatt der Solidarität zum Schulstreik]


 

von David Redelberger und Sönke Jan Schröder

Nachdem Ende Mai 500 SchülerInnen auf einer stadtweiten Vollversammlung fast einstimmig einen Jugendstreik beschlossen, verteilte das Jugendbündnis „Bildungsblockaden einreißen“ in den letzten zwei Wochen Flugblätter an Schulen und traf sich regelmäßig, um den Streik vorzubereiten. Heute standen Streikposten vor den Schulen, um die SchülerInnen zum Streik abzuholen. Dabei stießen sie zum Teil auf Widerstand der Schulleitungen, manche Schuldirektoren verschlossen die Türen, schüchterten SchülerInnen mit der Drohung von Akteneinträgen ein und wurden teilweise sogar handgreiflich.

Mit gemeinsamen Kräften gelang es jedoch, einen eindrucksvollen Sternmarsch hinzubekommen, bei dem sich die Schulen gegenseitig abholten.

Neben den SchülerInnen nahmen auch einige Eltern, LehrerInnen und Studierende, welche gegen Roland Kochs Veto protestierten, das den Beschluss der Rücknahme der Studiengebühren durch die hessische Landtagsmehrheit verhindern soll, am Streik teil. Außerdem fanden zeitgleich Schulstreiks in mehreren deutschen Städten statt.

Der Sprechchor „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“ war zwischen 7:30 und 12 Uhr in der ganzen Stadt zu hören.

Auf der Streikkundgebung sprachen auch zwei Redner der SAV, deren Forderung, die Bewegung über den Sommer durch die Gründung weiterer Streikgruppen an Schulen aufrecht zu erhalten und im Herbst u. a. mit Azubis und Beschäftigten zu streiken, mit starkem Beifall von den Anwesenden bejubelt wurde.

Die SAV wird weiterhin in dem Jugendbündnis mitarbeiten und sich dafür einsetzen, dass dieser eindrucksvolle Streik nur den vorläufigen Höhepunkt auf dem Weg zu einem „heißen Herbst“ darstellt, in dem SchülerInnen und Beschäftigte gemeinsam den Druck aufbauen können, der nötig ist, um die Forderungen durchzusetzen.

Die SAV wird in den nächsten zwei Wochen eine Veranstaltungsreihe für junge Leute anbieten. Die genauen Termine gibt es auf der Website der Kasseler SAV.