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Linksjugend solid: kämpferisch, demokratisch, klar sozialistisch?!

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Über die Aufgaben eines linken Jugendverbandes heute


 

„Für eine sozialistische Zukunft!“ titelt die alte, aber bisher noch gültige politische Plattform des Jugendverbandes Linksjugend solid. Eine Forderung, die auch in dem zukünftigen neuen Programm von solid – genauer erklärt und lebendig erläutert – einen wichtigen Platz einnehmen muss. Denn für die heutige junge Generation gibt es letztlich nur einen Ausweg aus Klimakatastrophe, Kriegen und Krisen: eine sozialistische Welt.

von Doreen Ullrich, Aachen

Die Shell-Studie legte letztes Jahr offen, dass knapp 70 Prozent aller Jugendlichen vor allem eines fürchten: arbeitslos zu werden. Und durch Studiengebühren und Ausbildungsmangel ist der Traum von einem tollen Leben schnell zerplatzt.

Die Massenproteste von jungen Menschen gegen Krieg und auch die Teilnahme von Jugendlichen an den Protesten gegen die kapitalistische Globalisierung (siehe die G-8-Proteste in diesem Jahr) zeigen, was an Widerstandspotenzial existiert.

Oft ballen die Jugendlichen heute ihre Fäuste in der Tasche, sind mit ihrer Wut aber auf sich allein gestellt. Notwendiger denn je ist eine kämpferische, demokratische Jugendorganisation, die die Probleme der Jugend aufgreift und Alternativen aufzeigt. Die Verbesserungen hier und heute fordert, die bestehenden Verhältnisse in Frage stellt und eine sozialistische Perspektive bietet.

Politik auf die Straße tragen

Damit Linksjugend solid solchen Ansprüchen gerecht wird, ist der erste Schritt, die tagesaktuellen Probleme von Jugendlichen sichtbar auf die Straße zu tragen. Das heißt, öffentliche Kampagnen zu aktuellen Themen vor Ort durchzuführen.

Wenn in Kassel Nazis linke Jugendliche und Mitglieder von DIE LINKE bedrohen und Kundgebungen organisieren wollen, dann ist es nur folgerichtig, dass solid das zum Thema macht und Gegenproteste mitorganisiert.

Wir müssen nicht nur auf die Straße mit unserem Protest, sondern auch in unserem eigenen Umfeld aktiv sein. Schultouren gegen Nazis und Rassisten, Veranstaltungen gegen Zweiklassenbildung an den Unis, Infostände für mehr Ausbildungsplätze vor Berufsschulen und Lehrbetrieben – dies und viel mehr kann dazu helfen, eine breite Jugendbewegung aufzubauen.

Als Linksjugend solid müssen wir uns zu dem positionieren, was in der Gesellschaft gerade stattfindet. Streiken die Lokführer für bessere Bezahlung, müssen wir uns an ihre Seite stellen. Solidaritätserklärungen wie vom solid Landesprecherrat NRW sind die richtige Initiative, gleichzeitig müssen wir diesen Kampf auch ganz konkret unterstützen. Denn ist dieser erfolgreich, wird es für uns leichter sein, zum Beispiel höhere Ausbildungsvergütungen zu erkämpfen.

Klar und konsequent links…

Gerade bei den jugendspezifischen Themen müssen wir Forderungen erarbeiten, die helfen, konkrete Verbesserungen einzufordern. In der bisherigen politischen Plattform von solid findet sich ein grober Umriss unserer Sichtweise auf die Welt, ergänzt werden müsste dies durch konkrete Forderungen in Bereichen wie Schule (zum Beispiel kleine Klassengrößen), Hochschule (Nein zu Studiengebühren) oder Ausbildung.

Sollen Jugendliche eine Zukunft haben und der Zwei-Klassen-Bildung der Riegel vorgeschoben werden, müssen wir aber auch weitergehende Forderungen aufstellen – die das Ziel haben, die Macht der Konzerne zu brechen. Solange Banken und Konzerne in privater Hand bleiben, werden sie zum Zweck der Profitmaximierung weiter Stellen streichen, Betriebe schließen und auf Elitebildung setzen. Darum müssen wir dafür eintreten, dass die Großkonzerne in öffentliches Eigentum überführt werden.

Deutlich müssen wir uns auch zur Parteienlandschaft positionieren. Der neoliberalen Politik von CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNE müssen wir eine klare Abfuhr erteilen. Gut ist beispielsweise, dass solid München sich im Kommunalwahlkampf eindeutig gegen die SPD stellt und eine extra Kampagne gegen die SPD-Politik begonnen hat – während die Spitzenkandidatin der LINKEN München, Brigitte Wolf, eine Regierungsbeteiligung mit der SPD nach den Wahlen als Möglichkeit sieht.

Auch wenn viele, die sich bei solid engagieren, Mitglied in der LINKEN sind, so ist es unsere Aufgabe, sie kritisch zu betrachten. Koalitionen mit pro-kapitalistischen Parteien wie in Berlin müssen wir eine klare Absage erteilen.

…und sozialistisch!

Im derzeitigen solid-Programm heißt es: „Zentrales Anliegen von solid ist der Kampf für eine Gesellschaft, in der die Selbstbestimmung und die Freiheit des Menschen und nicht die Profitmaximierung als grundlegendes Ziel angesehen wird. Dies kann nur eine Gesellschaft jenseits von Kapitalismus und autoritärem Staatsozialismus sein.“

Dieser Ansatz muss weiter ausgeführt werden. Vielen Jugendlichen ist klar, dass der Kapitalismus ihnen nichts anzubieten hat. Wir müssen eine Vision zeichnen von einer sozialistischen Welt und den Perspektiven, die diese für Jugendliche zu bieten hätte – mit klarer Abgrenzung zu den damaligen stalinistischen Regimen im Ostblock. Die Vision einer Welt, in der Jugendliche frei entscheiden und ihre Talente voll einbringen können, in der die Angst vor Arbeitslosigkeit nur noch ein Horrormärchen aus den Geschichtsbüchern über eine andere Zeit ist.