Konflikt bei der Post

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Am 14. Mai mobilisierte ver.di 30.000 Post-KollegInnen nach Berlin, um gegen den unregulierten Wegfall des Briefmonopols zum 1. Januar 2008 zu demonstrieren. Die privaten Briefzusteller sitzen längst in den Startlöchern, um mit Billigjobs den Zustellmarkt aufzureißen.
 

Anstatt Privatisierung und Marktöffnung grundsätzlich abzulehnen, plädierten die ver.di-Redner für „fairen Wettbewerb“.

Das war auch das Motto der Gewerkschaftsführung bei der Liberalisierung des Marktes bei der Telekommunikation. Das Ergebnis ist bekannt.

Das Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di hielt klar dagegen: „Marktöffnung und Wettbewerb = Arbeitsplatzvernichtung und Lohndumping. Schluss damit. Post und Telekom reverstaatlichen.“

Das war der Titel eines Flugblatts, das bei den Postlern in Berlin am 14. Mai reißenden Absatz fand ( www.netwerk-verdi.de).

Kein ver.di-Redner brachte zur Sprache, dass seit einem halben Jahr ein harter Angriff auf die Arbeitszeiten bei der Post schwelt. Die Arbeitszeit der BeamtInnen soll unbezahlt auf 41 Stunden erhöht werden. Im Gegenzug soll den Tarifangestellten die Arbeitszeit mit vollem Lohnabzug gekürzt werden.

Ein gemeinsamer Streik mit den Telekom-Beschäftigten drängte sich auf. An der Post-Demo in Berlin hatten sich auch 2.000 Streikende der Telekom beteiligt.

Statt den Widerstand zu bündeln, ließ sich die ver.di-Spitze auf eine Vereinbarung mit den Arbeitgebern ein.

Diese sieht die Beibehaltung der 38,5-Stunden-Woche vor. Aber nur bis zum 31. März 2008. Damit ist der Konflikt lediglich vertagt. Gleichzeitig akzeptierten die ver.di-Verhandlungsführer – kampflos – die Kürzung des ohnehin schon reduzierten Weihnachtsgeldes um ein Viertel und den 24. und 31. Dezember als reguläre Arbeitstage.