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Vor harter Auseinandersetzung

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Der Kampf der Kolleginnen und Kollegen des Bosch-Siemens-Hausgerätewerks in Berlin
 
Rund 1000 Kolleginnen und Kollegen von Bosch-Siemens-Hausgeräte (BSH) beteiligten sich heute an einer Demonstration um gegen die drohende Werkschließung zu protestieren (siehe auch unseren Bericht vom 9. Mai). Sie marschierten vom Werksgelände in Gartenfelde zur Siemens-Verwaltung am Siemensdamm.

Das BSH-Werk ist nicht nur einer der Berliner Industrie-Betriebe, die sich konsequenter als andere gegen die bekannte Erpressungspolitik zur Wehr gesetzt haben und bei allen gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen an erster Stelle mit dabei waren. Es ist auch ein Betrieb mit hohem Anteil ausländischer KollegInnen – die Schließung würde gerade aus der Türkei stammenden Berliner hart treffen.

Es handelt sich bei dem Schließungsbeschluss offensichtlich um eine politische Entscheidung des Managements: nicht die noch billigere polnische BSH-Fabrik soll jetzt die Waschmaschinen-Fertigung übernehmen, sondern die BSH-Fabrik in Nauen. Da Nauen der einzige nicht-tarifgebundene Betrieb im BSH-Verbund ist, soll hier offenbar ein neuerliches Bosch/Siemens-Exempel statuiert werden.

Der Vorsitzende des Betriebsrats Güngor Demirci machte deutlich, dass in Nauen kein einziger Arbeitsplatz durch die geplante Werkschließung sicherer würde, sondern dort allein in der letzten Zeit 110 KollegInnen ihre Kündigung erhalten hätten. Er sprach sich für einen gemeinsamen Kampf für den Erhalt der Arbeitsplätze in Berlin und Nauen aus.

Bereits vorher hatte Bernd Rissmann, stellvertretender Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg darauf hingewiesen, dass BSH massive Subventionen für das Werk in Gartenfelde erhalten hat und letztlich aus Steuergeldern dieses Werk bezahlt wurde. Er forderte die Rückzahlung dieser Steuergelder, wenn das Werk weiter geschlossen werden solle.

Die BSH-Belegschaft ist fest entschlossen den Kampf um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu führen und daher ist jede Unterstützung nötig. Auch in anderen Betrieben – nicht nur von Siemens oder Bosch – steht Arbeitsplatzabbau oder Entlassungen auf der Tagesordnung. Ein gemeinsamer Kampf von allen Betroffenen wäre die richtige Antwort auf die Kahlschlagspolitik aus den Konzernetagen.

von Holger Dröge, Berlin

Solidaritätserklärungen sind erwünscht:
Betriebsrat/Vertrauenskörper BSH
Gartenfelder Str. 2-34
13599 Berlin
Fax: 030/386-29772
Email: guengoer.demirci@bshg.com und/oder hueseyin.akyurt@bshg.com
Kopien bitte an info@sav-online.de

Bilder von der Demonstration von rund 1000 Kolleginnen und Kollegen der Bosch-Siemens-Hausgeräte Gartenfelde am 12. Mai 2005

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