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Antikriegsproteste am 20. M?rz

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Bis zu zwei Millionen demonstrieren in Rom gegen den Krieg
 
Die italienischen Jugendlichen und ArbeiterInnen zeigten ein weiteres Mal, dass während die bürgerlichen Politiker aufgrund des Irak-Krieg große Probleme haben, wir nicht an Kraft verloren haben: ein festes Nein zum Krieg, und eine feste Forderung für den Rückzug der italienischen und aller anderen Truppen.
Die Schätzungen für die Teilnehmerzahlen an der Demonstration am 20. März in Rom reichen bis zu zwei Millionen, und als um 18 Uhr, nach vier Stunden Marsch, der Circus Maximus schon halb voll war, war der Schluss der Demonstration noch am Anfangstreffpunkt.
Menschen aus ganz Italien kamen in die Hauptstadt, haben viele Stunden an Bus- oder Zugreise auf sich genommen um ihrer Wut gegen diesen Krieg Ausdruck zu verleihen.
Das Weltsozialforum hatte zu Demonstrationen in aller Welt am Jahrestag des Beginns des Krieges im Irak aufgerufen, und die Demonstration in Rom war die größte.
Aber sie war nicht nur aus diesem Grund speziell. Die Mehrheit der italienischen Bevölkerung, wie in den meisten Ländern, war von Anfang an gegen diesen Krieg. Berlusconi ignorierte das und sandte italienische Truppen in den Irak. Vor kurzem stimmte das italienische Parlament über die Weiterführung der Finanzierung der Truppen in Irak, Afghanistan und Kosovo ab ? und nicht einmal das sogenannte Mittelinks-Bündnis hat sich klar dagegen gestellt. Die Parteien des ?Dreirads? haben nicht dagegen gestimmt. Parteien, die bereits in den 90er Jahren, als sie regierten, die Armee in den Kosovo geschickt hatten.
Deshalb hat Berlusconi, trotz der Krise der Besatzungs-Koalition im Irak nach der Ankündigung des Rückzugs Spaniens, in diesem Zusammenhang eine kleine Atempause.
Gestärkt durch das spanische Beispiel, wo eine große Mehrheit der ArbeiterInnen und Jugendlichen den neuen Premier Zapatero zur Ankündigung des Rückzugs der Truppen zu drängen, und wütend wegen der Rolle der ?Mitte-Links?-Parteien, ist diese Menge nach Rom gekommen um sich dem Krieg entgegenzustellen.
Darum ist es kein Wunder dass Piero Fassino und seine ?Linksdemokraten? (Ds), eine Partei des ?Dreirads?, am Demonstrationszug teilnehmen wollen, sie kurzerhand von den ?disobbedienti? rausgeworfen wurden. Jetzt schreien sie ?Gewalt auf einer pazifistischen Demonstration? ? aber das ist zynisch, wenn man bedenkt welche Gewalt sie mit ihrem Abstimmungsverhalten quasi befohlen haben.
Das konnte aber nicht davon ablenken, das zwei Millionen laut für den sofortigen Rückzug der Truppen protestiert haben.

Forderungen des von ?Lotta per il socialismo?, der italienischen Gruppe des Komitees für eine ArbeiterInneninternationale in Rom verteilten Flugblatts:
– Besatzung des Irak stoppen!
– Rückzug der Truppen!
– Selbstbestimmung für das irakische Volk!
– Nationalisierung der Öl- und Energieindustrie unter der demokratischen Kontrolle der ArbeiterInnen!
– Für eine sozialistische Welt, frei von Krieg und Terror!

von Philipp Fleischmann, Rom