Antirassismus und Antifa

Demobericht 12.12.15 – Wohnraum statt Leerstand

Mit der Demo „Wohnraum statt Leerstand“, die am Samstag, den 12.12.2015 in Kassel stattfand, machte das „Bündnis für dezentrales Wohnen für Geflüchtete und sozialen Wohnungsbau in Kassel“ auf die Notwendigkeit aufmerksam, städtischen Wohnraum zu schaffen und Leerstand zu sanieren.

von Hannah Windisch und Junias Omollo, Kassel

Mit dieser Ambition gingen ungefähr 300 Aktivist*innen aus verschiedenen Gruppierungen, darunter Geflüchtete, Gewerkschaften, diverse Unterstützer*innen des Bündnisses, Schüler*innen und Studierende auf die Straße. Im Stile eines Stadtrundgangs wurden verschiedene Stationen angesteuert. Die Demonstration verlief friedlich und war durch eine laute und kämpferische Stimmung geprägt. Die Demonstrant*innen liefen durch die Kasseler Innenstadt, über den Weihnachtsmarkt, sorgten für Aufmerksamkeit, aber nicht für Unstimmigkeiten. Sie ergriffen die Initiative, die Passant*innen über ihr Anliegen zu informieren und aufzuklären.

 

Das Hugenottenhaus, ein Gebäude was seit den 1970er Jahren unbewohnt ist, war Start der Demo und ist nur ein Beispiel für den vorherrschenden Leerstand in Kassel. Weitere Haltepunkte, an denen verschiedene Redebeiträge gehalten wurden, waren das Rathaus, Fabriken der Kasseler Rüstungsproduktion sowie weitere leerstehende Häuser. Die Schlusskundgebung fand am Halitplatz im Kasseler Norden statt. Die Redner*innen thematisierten in ihren Redebeiträgen die verfehlte Wohnraumpolitik, Fluchtursachen, und Rassismus.

Auch die Partei die Linke sagt: "Wohnraum statt Leerstand"

Auch die Partei die Linke sagt: „Wohnraum statt Leerstand“

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Rassismus – Wolln mäh nidd!

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Veranstaltungen der SAV

Die Sozialistische Alternative(SAV) trifft sich jeden Dienstag um 19 Uhr. Wir informieren und diskutieren neben unserer unmittelbar anliegenden politischen Arbeit immer auch über aktuelle politische Debatten sowie marxistische Theorie. Veranstaltungsort ist das Kulturzentrum Schlachthof in der Mombachstraße 10 (Tram 1/5, RT3, RT4 bis „Halitplatz“)

10. Februar 19:00 Uhr: „Ich bin kein Nazi, aber…“
Der rechte Populismus von Pegida & AfD als neue Herausforderung für Antifaschist*innen, Gewerkschaften und die Linke

17. Februar 19:00 Uhr: „Syriza, Podemos, Venceremos?“
Wie steht es um die linken Alternativen zum Europa der Krise

3. März 19:00 Uhr: „Die soziale Frage im 21. Jahrhundert“
Buchvorstellung und Diskussion von Thomas Piketty: ‚Das Kapital‘

12 zu 1 gegen Rassismus – KAGIDA ist in Kassel nicht willkommen!

Zum vierten Mal kündigte für den vergangenen Montag der Kasseler PEGIDA-Ableger KAGIDA einen Spaziergang an. Gegen etwa 80 Teilnehmer*innen der rechten Kundgebungen hatten bislang regelmäßig zwischen 300 und 500 Kasseler*innen protestiert. Diesmal kündigte das „Bündnis gegen Rechts“ eine Demonstration für ein „weltoffenes Kassel“ an. Anstelle der erwarteten 1.000 Teilnehmer*innen kamen mehr als doppelt so viele. Am Ende beendete KAGIDA den Spaziergang vorzeitig. Abseits der Demonstrationen griffen Nazihools – und vermutlich auch autonome Nationalisten – Antifaschist*innen an. Den Oberbürgermeister hat an diesem Tag niemand gesehen und am Ende auch nicht wirklich vermisst.

Foto Andreas Wetzel

Mehr als 2.000 Kasseler*innen demonstrieren für ein „weltoffenes“ Kassel

Trotz Regen und Vorweihnachtszeit versammelten sich bereits um 16 Uhr über 1000 Menschen zur Auftaktkundgebung des Kasseler „Bündnisses gegen Rechts“ auf dem Halitplatz. Bekanntlich benannt nach Halit Yozgat, der nicht unweit des Platzes vor etwa acht Jahren dem rechten NSU Terror zum Opfer fiel. Von hier aus zog eine Menschenmenge, die bald auf über 2000 Personen anwuchs, an der Kasseler Innenstadt vorbei zum Scheidemannplatz. Viele selbstgemalte Schilder gegen Rassismus und vor allem ein Meer verschiedener Gewerkschaftsfahnen prägten das Demonstrationsbild. Die Teilnehmer*innenzahl übertraf die Erwartungen des „Bündnisses gegen Rechts“ bei weitem. In ihren Reden machten vor allem Vertreter*innen der Gewerkschaften, wie der Betriebsratsvorsitzende von VW, Carsten Bätzold, auf die wachsende Kluft zwischen arm und reich aufmerksam, wodurch rassistische Scheinlösungen auf breitere Resonanz treffen würden. Deshalb müsse der Kampf gegen Rassismus mit dem für soziale Gerechtigkeit verbunden werden. Andere Redner*innen forderten ihrerseits ein buntes, vielfältiges Kassel, das keinen Platz für Rassismus bieten dürfe. Begleitet wurde die Veranstaltung mit Musik und Sprechchören. Mehr >

PEGIDA, KAGIDA und Co. nicht verharmlosen!

Zunehmend häufen sich Beiträge darüber, dass von den Tausenden, die bei PEGIDA in Dresden mitlaufen, „nicht alle gleich Nazis“ seien. Das stimmt natürlich. Viele Menschen sind darunter, die sich nicht mehr von den politischen Parteien vertreten fühlen, die von Sozialabbau, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängsten betroffen sind. Diese Probleme sind Folgen jahrelanger neoliberaler und profitorientierter Politik von CDUSPDGRÜNEFDP, die unter anderem dazu geführt hat, dass Stellen im öffentlichen Dienst abgebaut wurden, prekäre Beschäftigung massiv zugenommen hat und in den Kommunen überall der Rotstift angesetzt wird. Kapitalismus beutet Menschen aus, führt zu Kriegen und Wirtschaftskrisen. Dagegen gilt es sich nicht nur zu wehren, sondern auch konstruktiv für eine andere Gesellschaft zu kämpfen. Das funktioniert nur, wenn wir uns nicht entlang von Religionen oder äußeren Merkmalen spalten lassen, sondern gegen die mobil machen, die von diesem System profitieren. Die aktuellen Entwicklungen stellen ohne Frage auch eine Warnung an die Linkspartei und die Gewerkschaften dar, die soziale Themen aufgreifen und gemeinsam Kampagnen für soziale Fragen organisieren müssen, da sie sonst das Feld den rechtspopulistischen und rassistischen Verschwörungstheoretikern und Hetzern überlassen.

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