ROSA – International Socialist Feminists

  • Pride is a protest!

    Flyertext von ROSA, international socialist feminists für den CSD:

    Der Ursprung des CSD sind radikale Proteste zur Erkämpfung der Rechte queerer Personen. Und obwohl schon einiges erreicht wurde, muss noch vieles erkämpft und Bestehendes weiter verteidigt werden. In Ungarn, Polen und anderen Ländern sehen wir dramatische Angriffe auf die queere Community – und auch in Deutschland erleben queere Menschen täglich strukturelle Diskriminierung.

    Diskriminierung hat System

    Der Kapitalismus lebt von patriarchalen Rollenbildern, aber versucht gleichzeitig, sich ein queeres Image zu verleihen. In den USA werben Starbucks und Amazon damit, dass sie schwangere und trans Angestellte finanziell bei Schwangerschaftsabbrüchen und Geschlechtsangleichungen unterstützen. Diese Konzerne, die systematisch Gewerkschaftsorganisationen verhindern und ein Supreme Court, der Grundrechte auf körperliche Selbstbestimmung abschafft, zeigen wie gefährlich es ist, wenn kleine privilegierte Gruppen über eine große Mehrheit bestimmen können. In der patriarchalen Klassengesellschaft bestehen diese Gruppen überwiegend aus reichen, alten, weißen Männern.

    Unsere Kämpfe müssen wir selbst führen. Und gemeinsam.

    In den letzten Monaten gab es im Gesundheits- und Sozialbereich Streiks und Proteste für bessere Arbeitsbedingungen. Dieser Kampf ist eng mit dem Kampf um queere Rechte verbunden. Die Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen, Geburten und geschlechtsangleichenden Operationen sind schon jetzt vom Pflegenotstand bedroht. Im Sozialbereich fehlen Beratungsangebote, safer spaces für queere Menschen und überlastete Kitas haben weder Zeit noch Geld, um sich mit der Erziehung ohne patriarchale Rollenbilder zu beschäftigen.

    Wir alle lernen rassistische, sexistische und queerfeindliche Vorurteile, die der Kapitalismus nutzt, um uns zu spalten. Dadurch bricht er unsere Macht, die wir als Mehrheit haben könnten.

    ROSA kämpft dafür, dass der CSD wieder mehr zu einem Kampftag gegen jede Unterdrückung und dem System dahinter wird – international. Gemeinsam wollen wir uns gegen Ungleichheit, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Rassismus, Armut und Ausbeutung wehren.

    • Für öffentliche Gesundheitsversorgung mit ausreichend Ressourcen und Personal: kostenloser und flächendeckender Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen, Therapieplätzen und Geschlechtsangleichungen
    • Für eine queer-offene und antisexistische Sexualerziehung in allen Bildungseinrichtungen und flächendeckende Beratungsangebote
    • Für mehr queere safer spaces in Freizeit und Kultur
    • Für bezahlbaren Wohnraum für alle und gleichen Lohn für gleiche Arbeit

    Holen wir uns das Geld, das wir so dringend für Gesundheit und Soziales brauchen, von den Reichen und Superreichen und kämpfen wir gemeinsam für eine sozialistische Alternative weltweit!

    Kasten:
    Sa. 17.9. Komm mit uns nach Berlin: gegen Abtreibungsgegner*innen für sexuelle Selbstbestimmung:Gemeinsam wollen wir gegen den sogenannten “Marsch für das Leben” demonstrieren der am 17.9. Abtreibungegner*innen aus ganz Deutschland nach Berlin mobilisiert. Melde Dich einfach über Insta (rosa.germany), facebook oder Mail: rosa@sozialismus.info wenn du mitfahren möchtest.

Über ROSA

Das internationale Netzwerk ROSA (for Reproductive rights, against Oppression, Sexism and Austerity) ist in vielen Ländern aktiv in den starken feministischen Bewegungen und baut ihren sozialistisch-feministischen Flügel nach Kräften mit auf – von Polen nach Irland, über Mexiko bis Argentinien. Auch in Deutschland haben sich Sozialist*innen entschlossen, ROSA zu gründen. Sozialistischer Feminismus bedeutet für uns, den Kampf gegen Sexismus mit dem Kampf gegen alle Unterdrückungsformen und für ein Ende der Profitherrschaft zu verbinden. Wir müssen Missstände anprangern, aber wir wollen auch eine Vorstellung von einer Gesellschaft entwickeln, für die es sich lohnt, gemeinsam und international zu kämpfen! 

ROSA setzt sich vor Ort aktiv gegen sexistische Werbung, Bildung, Sprüche, Übergriffe und Gewalt und alle Formen von Diskriminierung ein. Das bedeutet für uns auch das Recht auf Schwangerschaftsabbruch durchzusetzen, der durch Paragraph 218 immer noch als illegal gilt. Paragraph 219a verbietet Ärzt*innen zudem, über unterschiedliche Formen des Schwangerschaftsabbruchs aufzuklären, was wir ebenfalls anprangern.

Wir verteidigen einen aktiven Feminismus, der sich nicht mit Lobbyarbeit in den Parlamenten beschäftigt, sondern eine Bewegung auf der Straße, in den Schulen, auf dem Uni-Campus und in den Betrieben aufbauen will.

ROSA steht für den gemeinsamen Kampf aller Arbeiter*innen und Jugendlichen für eine Gesellschaft, in der Frauen* nicht als Sexobjekte definiert werden; die Kindererziehung, Bildung, Pflege, Haus- und Erwerbsarbeit gemeinschaftlich und solidarisch regelt; in der nicht der Profit, sondern die Mehrheit der Gesellschaft demokratisch über die Verwendung der Ressourcen entscheidet. Nur so eine Gesellschaft kann uns eine Zukunft ohne Diskriminierung und Gewalt bieten.

Aktivist*innen der Sozialistischen Alternative (SAV) und der International Socialist Alternative (ISA) haben die Initiative für ROSA in Deutschland ergriffen. Willst du im ROSA-Netzwerk aktiv werden gegen Sexismus und Kapitalismus? Hast du Fragen, Wünsche, Ideen was man tun kann? Oder willst du einfach mal schauen, wer wir so sind? Dann freuen wir uns, wenn du dich bei uns meldest, bei Treffen vorbeischaust, oder/und uns bei Facebook und Instagram auscheckst.


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