Großbritannien: Eine halbe Million Menschen demonstrieren gegen die extreme Rechte

Von Connor Rosoman, Socialist Alternative (ISA in England, Wales & Scotland). Zuerst erschienen am 30.3.2026 auf Englisch.

Am 28. März marschierten 500.000 Menschen durch London. Es war die größte antirassistische Demonstration in der britischen Geschichte.

Der Marsch übertraf den von Stephen Yaxley-Lennon (alias „Tommy Robinson“) im vergangenen September organisierten rechtsextremen Aufmarsch bei Weitem und war ein eindrucksvolles Zeichen des massenhaften Widerstands gegen die reaktionäre Politik der extremen Rechten.

Skandalöserweise versuchte die Polizei, die tatsächliche Teilnehmer*innenzahl massiv herunterzuspielen – ein durchschaubarer Versuch, die extreme Rechte aufzuwerten und den antirassistischen Widerstand kleinzureden. Jede*r Teilnehmende konnte deutlich sehen, dass die Demonstration um ein Vielfaches größer war als von der Polizei geschätzt – für viele Aktivist*innen möglicherweise die größte Demonstration, an der sie je teilgenommen haben, von ähnlicher Stärke wie die größten Palästina-Demonstrationen und, noch weiter zurückblickend, die massiven, vom TUC [gewerkschaftlicher Dachverband in Großbritannien] angeführten Proteste gegen Sparmaßnahmen in den 2010er Jahren, oder sogar die Anti-Irak-Kriegsbewegung.

Die Demonstration war ein starkes Zeichen. Doch nun brauchen wir eine Strategie, um diese massive Dynamik in eine Bewegung umzuwandeln, die es mit der Partei Reform und der rassistischen Politik der aktuellen Labour-Regierung aufnimmt. Wir werden mehr brauchen als Aufrufe zu „Hoffnung“ und „Liebe“.

Aus diesem Grund hat sich Socialist Alternative in den letzten Monaten massiv für einen Your-Party-Block auf dieser Demonstration eingesetzt – mit einem kämpferisch-sozialistischen Profil gegen das kapitalistische System, das den Nährboden für die extreme Rechte bildet. Dies war ein großer Erfolg: Hunderte von YP-Anhänger*innen, darunter auch Socialist Alternative, brachten Transparente und Plakate mit und skandierten Slogans wie „Arbeitslosigkeit und Inflation werden nicht durch Einwanderung verursacht“, „Abschiebungen – auf keinen Fall. Das ganze System muss weg!“ sowie lautstarke Forderungen nach Sozialismus. Das zeigt, was selbst nach den Krisen, die die Partei im vergangenen Jahr erschüttert haben möglich ist, wenn Tausende Aktivist*innen in den YP-Ortsgruppen beginnen, eine Organisation auf kämpferischer Grundlage aufzubauen.

Rassismus und Faschismus mit den Methoden der Arbeiter*innenklasse zerschlagen!

Die extreme Rechte ist in Großbritannien und weltweit auf dem Vormarsch. Diese vermeintlichen „Anti-Establishment“-Kräfte wollen Flüchtlinge, Migrant*innen, trans Personen und linke Aktivist*innen zu Sündenböcken für die Krisen machen, mit denen wir konfrontiert sind.

Aber wir wissen, dass diese Parteien der Arbeiter*innenklasse nichts zu bieten haben. Farage [Vorsitzender der UK Reform Partei] hat Angriffe auf Gewerkschaftsrechte und öffentliche Dienste angedroht und will, dass eine britische ICE Abschiebungsrazzien gegen unsere Nachbarn, Mitschüler*innen und Kolleg*innen intensiviert. Damit ermutigen sie noch extremere rechtsextreme und faschistische Kräfte, Migrant*innen auf unseren Straßen einzuschüchtern.

Labour sind die besten Wegbereiter für UK Reform

Starmer und Labour tragen eine ebenso große Verantwortung für den Aufstieg der rassistischen Rechten! In ihrem verzweifelten Festhalten an der Macht verbreiten sie die gleiche rassistische Politik. So haben Labour, die Tories und Reform gemeinsam dazu beigetragen, dass rassistische Hetze und Rhetorik heute wieder salonfähig ist. Unterdessen lassen sie die anhaltende Armut, die Sparpolitik und die soziale Krise ungebremst weiterlaufen, die die Menschen weiter in Richtung der extremen Rechten treiben. Deshalb heißt der Kampf gegen die extreme Rechte auch, eine linke Alternative zum gesamten politischen Establishment aufzubauen.

Der Your Party-Block kann ein Beginn für die weitere Organisierung in ganz Großbritannien sein, mit YP-Ortsgruppen an vorderster Front im Kampf gegen die extreme Rechte. Das bedeutet, überall dort aufzutauchen, wo sie auftauchen, und ihnen unsere Politik entgegenzuhalten. Während die extreme Rechte die kleinen Boote verantwortlich macht, machen wir die Milliardär*innen verantwortlich!

Wir brauchen eine politische Kraft, die für Mietpreisbindungen und Mieter*innenschutz kämpft und gegen Rassismus. Wir müssen die Kriegsmaschinerie stoppen, die weltweit neue Flüchtlingskrisen hervorbringt. Wir müssen die Sparpolitik und die Krise der Lebenshaltungskosten beenden.

Mit gut organisierten örtlichen Gruppen, die fest in den alltäglichen Kämpfen verankert sind, können wir beginnen, diese Kraft aufzubauen. Und mit entschlossenen sozialistischen Maßnahmen können wir eine echte Alternative zu dem System schaffen, das den Weg in Richtung Rassismus, Autoritarismus und Krieg ebnet.

Socialist Alternative – revolutionäre Sozialist*innen in Your Party – sind landesweit aktiv und kämpfen genau dafür. Wir stehen für ein sozialistisches Programm zur Verstaatlichung der Großkonzerne und Banken unter demokratischer Kontrolle, für eine Wirtschaft, die auf die Bedürfnisse statt auf privaten Profit ausgerichtet ist. Wir sind Teil der International Socialist Alternative und kämpfen weltweit für einen sozialistischen Wandel.

  • Für Mietpreisbindungen statt Rassismus
  • Widerstand der Arbeiter*innenklasse und der Communities gegen Abschiebungen aufbauen
  • Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes sollten Streiks und Proteste gegen alle Kürzungen und arbeiter*innenfeindlichen Angriffe der von Reform geführten Gemeinderäte organisieren
  • Your Party-Ortsgruppen müssen sich gegen die extreme Rechte stellen, wo immer sie sich organisiert!
  • Die Reichen besteuern, um in Gesundheit, Bildung und Wohnraum zu investieren, nicht in Krieg und Unterdrückung. Verstaatlichung der Banken, Steuerhinterzieher*innen stoppen!
  • Für internationalen Sozialismus und eine Welt frei von Imperialismus und Krieg!