Stoppt den Krieg gegen den Iran

Widerstand der Arbeiter*innenklasse gegen den Krieg aufbauen und intensivieren!

Statement der International Socialist Alternative, 28.02.2026 (zuerst erschienen auf Englisch unter: https://internationalsocialist.net/2026/02/trump-and-netanyahus-war-on-iran/)

Die Golf-Region steht erneut in Flammen und wieder ist es Trump, der das Feuer entfacht hat. Der größte Kriegstreiber der Welt hat eine neue gefährliche Situation herbeigeführt.

Nach dem Aufbau der größten Militärflotte in der Region seit der Invasion des Irak 2003  haben die US-amerikanischen und israelischen Streitkräfte am Morgen des 28. Februar mit der „Operation Epic Fury” begonnen. Trump verkündete in einer Ansprache „große Kampfhandlungen”.

Bisherigen Berichten zufolge handelt es sich um weitreichende Angriffe auf iranische Städte, die sich auf Regierungsgebäude und Einrichtungen der “Revolutionsgarden” (IRGC) konzentrieren, sowie um Angriffe, die darauf abzielen, die militärischen Vergeltungsmaßnahmen des Iran zu begrenzen. Die Wohnsitze des iranischen Diktators Ayatollah Khamenei und des Präsidenten Peseschkian wurden bombardiert, beide sind jedoch offenbar unverletzt geblieben. Gleichzeitig führten US-amerikanische und israelische Jets große Luftangriffe in der Nähe von Bagdad im Irak durch.

Innerhalb weniger Stunden regneten iranische Raketen als Vergeltungsmaßnahme auf israelische Städte, Militär- und Marinestützpunkte der Vereinigten Staaten in Bahrain, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar.

Der regionale Konflikt, der sich seit zwei Jahren angebahnt hat, hat nun begonnen. Die Frage ist, wie schlimm er wird und wie lange der dauert. Die Arbeiter*innenklasse muss eingreifen und eine Massenbewegung aufbauen, um das Blutvergießen zu beenden.

Diesmal ist es anders – Trump und Netanjahu wollen einen Regimewechsel

Es ist bereits klar, dass dieser Angriffskrieg keine bloße Wiederholung des 12-tägigen Krieges vom vergangenen Juni ist, als Netanjahu und Trump  den Iran militärisch maßgeblich schwächen und sein Atomprogramm aufhalten wollten.

In seiner Fernsehansprache legte Trump nahezu unbegrenzte militärische Ziele für die Operation fest. Er versprach, „ihre Marine zu vernichten“ und „ihre Raketenindustrie dem Erdboden gleichzumachen“.

Es war auch sofort klar, dass es sich um einen Krieg für einen Regimewechsel handelt. Trump wandte sich auf widerwärtige Weise an das iranische Volk, für das er sich natürlich nicht im Geringsten interessiert:

„Ich sage euch heute Abend, dass die Stunde eurer Freiheit gekommen ist. Bleibt in Sicherheit. Verlasst eure Häuser nicht. Draußen ist es sehr gefährlich. Überall werden Bomben fallen. Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung. Sie wird euch gehören. Das wird wahrscheinlich eure einzige Chance für Generationen sein…“ Völkermörder Netanjahu hat das kurz darauf wiederholt.

In Wirklichkeit geht es darum, den Wandel im regionalen Machtgefüge zu vollenden, den Israel und die USA in den letzten zwei Jahren auf Kosten Zehntausender Menschen erreicht haben. Sie wollen diesen Moment der Schwäche des Regimes in Teheran nutzen, um den wichtigsten langfristigen Gegner des US-Imperialismus und seiner Handlanger in der Region zu beseitigen. Diese Aktionen richten sich letztlich auch gegen den chinesischen Imperialismus, für den das Regime in Teheran ein wichtiger Verbündeter ist.

Es besteht kein Zweifel, dass das iranische Regime wahrscheinlich schwächer ist als jemals zuvor seit 1979, angeschlagen durch eine tiefe Wirtschaftskrise, die Niederlage seiner Verbündeten in der Region und die heldenhaften Massenbewegung, die es vor einigen Wochen blutig zu unterdrücken versuchte. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung sehnt seinen  Sturz herbei.

Aber wie genau Trump und Netanjahu einen Regimewechsel herbeiführen können, aus der Luft, ohne Bodentruppen, ist eine ganz andere Frage.

Trump richtete merkwürdige Worte an die iranischen Revolutionsgarden und bot ihnen „Immunität“ an, wenn sie „die Waffen niederlegen“ würden. Dies könnte auf die Hoffnung auf ein „Venezuela-Szenario“ hindeuten, in dem der US-Imperialismus darauf hofft, dass ein Teil des Regimes kapituliert und seinen Interessen dient.

Diese Kriegserklärung folgt auf Scheinverhandlungen, in denen Trump seine Forderungen in der Öffentlichkeit ständig änderte. Als Teheran Berichten zufolge Bereitschaft signalisierte, im Hinblick auf sein Atomprogramm Kompromisse einzugehen, um zu überleben, verlangte Trump noch mehr. Am Ende der „Verhandlungen“ forderte er die Neutralisierung des iranischen Raketenprogramms und die Auslieferung seiner sogenannten Handlange in der Region. Kurz gesagt, die komplette Kapitulation des iranischen Regimes. Dies kann zusammen mit der Schwäche der Diktatur zu einer stärkeren militärischen Reaktion Teherans als im Juni führen.

Ausweitung des internationalen Widerstandes gegen den Krieg! Für einen revolutionären sozialistischen Wandel im Iran und in der Region!

Dieser neuen Eskalation muss mit einem Wiederaufleben der globalen Antikriegsbewegung begegnet werden. Sie muss auch verstärkt werden. Die Generalstreiks in Italien gegen den Völkermord in Gaza im letzten Jahr und Trumps Niederlage in der Auseinandersetzung in Minneapolis in diesem Jahr zeigen den Weg, wie man gegen Kriegstreiber und Diktatoren kämpfen kann. Die internationale Arbeiter*innenbewegung sollte Streiks und Aktionen organisieren, um diesen Krieg zu stoppen. Es sollten Vorbereitungen für regionale Generalstreiks in der Golf-Region und in Europa getroffen werden.

Die Ablehnung dieses Krieges der unverhohlenen imperialistischen Aggression schmälert in keiner Weise unsere Ablehnung des reaktionären Regimes in Teheran, dessen Hände mit Blut befleckt sind. Der revolutionäre Sturz der Diktatur ist die Aufgabe der multiethnischen Arbeiter*innenklasse Irans und sie ist dringend. Die mächtige Massenbewegung gegen das Regime im Iran muss von Organisationen der Arbeiter*innen und Jugendlichen mit einem Programm für einen sozialistischen Wandel angeführt werden. Ohne eine solche Alternative besteht die Gefahr, dass die islamistische kapitalistische Diktatur durch ein anderes diktatorisches Regime ersetzt wird, vielleicht sogar mit dem Schah-Sohn Reza Pahlavi an der Spitze.

Unter den durch Arbeiter*innen und Unterdrückten im Iran gibt es eine starke Tradition von Kämpfen von unten . Eine demokratische und sozialistische Bewegung muss die Lehren aus diesen Kämpfen ziehen. Arbeiter*innen, Jugendliche und Unterdrückte sollten organisiert und bereit sein, nicht nur gegen dieses Regime zu kämpfen, sondern auch zu verhindern, dass ein neues reaktionäres, pro-imperialistisches oder monarchistisches Regime seine Macht festigt.

Die Lösung ist der Kampf für eine Arbeiter*innenregierung, die auf öffentlichem Eigentum an den natürlichen Ressourcen und den Schlüsselsektoren der Wirtschaft basiert. Dies muss das Programm eines internationalen Kampfes der Arbeiter*innenklasse in der gesamten Region gegen Imperialismus, Kolonialismus und Besatzung und für Frieden und Sozialismus sein.